Bachelorarbeit, 2012
84 Seiten
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
2. Abstrakte steuerrechtliche Rahmenbedingungen
2.1 Internationale Regelungen
2.1.1 OECD-Musterabkommen
2.1.2 OECD-Verrechnungspreisleitlinien
2.1.3 Vorabverständigungsverfahren
2.2 Nationale Regelungen
2.2.1 Besteuerung ausländ. Einkunftsteile gem. §26 Abs.1 KStG
2.2.2 Berichtigung von Einkünften gem. §1 AStG
3. Verrechnungspreise als Instrument im Internationalen Steuerrecht
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Fremdvergleichsgrundsatz als Maßstab
3.3 Ausgewählte Verrechnungspreismethoden für konzerninterne Dienstleistungen
3.3.1 Wiederverkaufspreis-Methode
3.3.2 Preisvergleichsmethode
3.3.3 Kostenaufschlags-Methode
4. Immaterielle Wirtschaftsgüter im Verrechnungspreiskontext
4.1 Eingrenzung
4.1.1 Marketing Intangibles
4.1.2 Trade Intangibles
4.1.3 Business Restructuring
4.1.4 Location Savings
4.2 Eigentumsverhältnis
4.3 Übertragung immaterieller Wirtschaftsgüter
4.3.1 Lizenzierung (Überlassung)
4.3.2 Eigentumsübertragung (Übereignung)
4.4 Bewertung und Vergütung
4.4.1 Developer-Assister-Rule
4.4.2 Bright-Line-Test
4.4.3 Poolkonzept
4.4.4 Lizenzkartei
4.4.5 Knoppe-Formel
4.5 Exkurs: Funktions- und Risikoanalyse
5. Marketing Intangibles
5.1 Bedeutung für global agierende Konzerne
5.2 Entgeltpflicht
5.3 Vergütung für Vertriebsgesellschaften ohne Eigentum an Marke oder Firmennamen
6. Besteuerungspraxis von Marketing Intangibles im internationalen Vergleich
6.1 Vereinigte Staaten von Amerika
6.1.1 Allgemeiner Überblick
6.1.2 DHL-Case
6.1.3 GlaxoSmithKline-Case
6.1.4 Zusammenfassung und Ausblick
6.2 Australien
6.3 Indien
6.3.1 Allgemeiner Überblick
6.3.2 Maruti-Suzuki-Case
6.4 China
7. OECD-Diskussionsentwurf
7.1 Kerninhalte
7.2 Reaktionen
7.2.1 Literatur
7.2.2 Ausgewählte Stellungnahmen
7.2.2.1 Aus Sicht eines multinationales Unternehmens: Diageo
7.2.2.2 Aus Sicht einer Vereinigung für Steuerrecht: IFA Grupo Mexicano
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die steuerrechtliche Behandlung von immateriellen Wirtschaftsgütern, insbesondere Marketing Intangibles, in multinationalen Konzernen. Ziel ist es, die Problematik der Doppelbesteuerung bei grenzüberschreitenden Transaktionen aufzuzeigen und die Bewertungsmaßstäbe sowie internationale Besteuerungspraktiken unter Berücksichtigung aktueller OECD-Entwicklungen zu analysieren.
4.1.4 Location Savings
Besonders Unternehmen des produzierenden Gewerbes versuchen durch Verlagerung von Produktionsfunktionen in sogenannte Niedriglohnländer einen Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz zu erzielen. Dieser Standortvorteil (engl.: Location Savings) ergibt sich aus den deutlich geringeren Personalkosten und den oftmals einhergehenden niedrigeren Steuerbelastungen. Sofern durch die Umstrukturierung der Geschäftstätigkeit Standortvorteile im Sinne einer Verbesserung der Ertragssituation entstehen, ist zu klären, ob und wie diese zwischen den verbundenen Unternehmen aufgeteilt werden sollen. Selbstverständlich sollte eine Aufteilung auch hier dem Fremdvergleich standhalten können. Häufig werden im Ausland Tochtergesellschaften oder Betriebsstätten gegründet, die als Lohnfertiger Produktionsleistungen für das inländische Mutterunternehmen erbringen. Zur Vereinfachung wird ein solcher Sachverhalt im Folgenden mithilfe eines konstruierten Beispiels dargestellt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale wirtschaftliche Verflechtung und die wachsende Bedeutung von Verrechnungspreisen bei konzerninternen Transaktionen.
2. Abstrakte steuerrechtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die nationalen und internationalen Mechanismen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung sowie die gesetzlichen Grundlagen.
3. Verrechnungspreise als Instrument im Internationalen Steuerrecht: Es werden der Begriff der Verrechnungspreise, der Fremdvergleichsgrundsatz und ausgewählte Verrechnungspreismethoden definiert.
4. Immaterielle Wirtschaftsgüter im Verrechnungspreiskontext: Das Kapitel befasst sich mit der Abgrenzung, Bewertung und Übertragung von immateriellen Wirtschaftsgütern, einschließlich Marketing- und Trade Intangibles sowie Umstrukturierungen.
5. Marketing Intangibles: Hier liegt der Fokus auf der Bedeutung von Marken und Namen für Konzerne und der Problematik ihrer steuerlichen Vergütung in Vertriebsgesellschaften.
6. Besteuerungspraxis von Marketing Intangibles im internationalen Vergleich: Es wird analysiert, wie die USA, Australien, Indien und China mit der Besteuerung von Marketing Intangibles in der Praxis umgehen.
7. OECD-Diskussionsentwurf: Dieses Kapitel präsentiert die Kerninhalte des OECD-Diskussionsentwurfs zur Neufassung von Kapitel VI der Verrechnungspreisleitlinien sowie erste Reaktionen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht den Bedarf an einer global einheitlichen steuerlichen Behandlung von Marketing Intangibles.
Verrechnungspreise, Marketing Intangibles, Immaterielle Wirtschaftsgüter, Fremdvergleichsgrundsatz, Doppelbesteuerung, Funktionsverlagerung, OECD, Betriebsstätte, Standortvorteile, Gewinnaufteilungsmethode, Marken, Lohnfertiger, Steuersubstrat, Konzern, Steuerminimierung
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der steuerlichen Behandlung von immateriellen Wirtschaftsgütern, speziell "Marketing Intangibles" (wie Marken und Firmennamen), im Kontext von Verrechnungspreisen innerhalb multinationaler Konzerne.
Zentrale Themen sind die Bewertung immaterieller Güter, der Fremdvergleichsgrundsatz, die Problematik der Gewinnverlagerung durch Konzernumlagen sowie die internationale Besteuerungspraxis in verschiedenen Staaten.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie multinationale Unternehmen ihre Verrechnungspreise für immaterielle Werte so gestalten können, dass sie international steuerlichen Anforderungen standhalten und Doppelbesteuerung vermieden wird.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender steuerrechtlicher Normen, OECD-Leitlinien sowie der Auswertung aktueller internationaler Rechtsprechung (Case Studies).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Verrechnungspreisen, die Definition immaterieller Wirtschaftsgüter, eine Analyse der Besteuerungspraxis in den USA, Australien, Indien und China sowie eine Untersuchung des OECD-Diskussionsentwurfs.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Verrechnungspreise, Marketing Intangibles, Fremdvergleichsgrundsatz, Funktionsverlagerung, Doppelbesteuerung und immaterielle Wirtschaftsgüter.
Dies sind immaterielle Werte, die der Verwertung oder dem Marketing von Produkten oder Dienstleistungen dienen, wie beispielsweise Firmennamen, Marken, Kundenlisten oder Symbole, deren Wert oft erst durch gezielte Marketingaufwendungen entsteht.
Das Poolkonzept beschreibt eine Methode zur Kostenteilung innerhalb eines Konzerns, bei der verbundene Unternehmen Leistungen gemeinsam nutzen oder erbringen, ohne dass ein schuldrechtlicher Leistungsaustausch mit Gewinnaufschlag stattfindet.
Der Autor stuft die Knoppe-Formel lediglich als grobe, unverbindliche Richtschnur ein und kritisiert ihre pauschale Anwendung, da sie die spezifischen Gegebenheiten und den Wert sehr innovativer oder bekannter Marken oft nicht adäquat abbilden kann.
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