Bachelorarbeit, 2012
73 Seiten, Note: 1,0
1. Hinführung zu außerbilanziellen Geschäften
1.1. Hintergrund
1.2. Ziele und geplanter Erkenntnisgewinn
1.3. Methodik und Vorgehen
2. Außerbilanzielle Geschäfte innerhalb der Rechnungslegung
2.1. Das Wesen außerbilanzieller Geschäfte
2.2. Außerbilanzielle Geschäfte nach deutscher Rechnungslegung
2.2.1. Begriff und Abgrenzung von Haftungsverhältnissen
2.2.1.1. Wechselobligo
2.2.1.2. Bürgschaften und ähnliche Rechtsverhältnisse
2.2.1.3. Gewährleistungsverträge
2.2.1.4. Sonstige Gewährleistungen
2.2.1.5. Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten
2.2.2. Ergänzende Angabepflichten zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen
2.2.3. Erhöhte Angabepflichten für Kapitalgesellschaften sowie Erleichterungen für kleine und mittlere Gesellschaften
2.2.4. Besonderheiten innerhalb der Rechnungslegung für Kreditinstitute
2.2.4.1. Eventualverbindlichkeiten
2.2.4.2. Andere Verpflichtungen
2.3. Außerbilanzielle Geschäfte innerhalb der IFRS
2.3.1. Eventualverbindlichkeiten nach IAS 37
2.3.1.1. Wahrscheinlichkeitskriterium als zentrale Größe
2.3.1.2. Ausweis von Eventualverbindlichkeiten
2.3.1.3. Exposure Draft ED/2010/1 zu IAS 37
2.3.2. Bilanzierung schwebender Geschäfte
2.3.3. Spezifische Anforderungen an Kreditinstitute
2.3.4. Außerbilanzielle Verpflichtungen bei Unternehmenserwerb
3. Kritik an der derzeitigen Behandlung außerbilanzieller Geschäfte
3.1. Unvollständige Vermittlung entscheidungsrelevanter Informationen
3.2. Möglichkeit der bilanzpolitischen Gestaltung
3.2.1. Kritikpunkte innerhalb der deutschen Rechnungslegung
3.2.2. Kritikpunkte innerhalb des IFRS-Regelwerkes
3.3. Überforderung des Bilanzlesers durch Anhangangaben
3.4. Zwischenergebnis
4. Fristigkeitsorienterter Ansatz außerbilanzieller Geschäfte
4.1. Prognose zukünftiger Ereignisse
4.1.1. Zeitreihenanalyse und Standardprognosefehler
4.1.2. Konfidenzintervall der Prognose
4.1.3. Grenzen von Prognoseverfahren
4.2. Kategorisierung außerbilanzieller Geschäfte nach Restlaufzeit
4.2.1. Laufzeitband 1
4.2.2. Laufzeitband 2
4.2.3. Laufzeitband 3
4.3. Eventualverbindlichkeitenspiegel
5. Abschließende Betrachtung
A.1. Ermittlung present value einer Zahlungsreihe
A.2. t-Tabelle
Die Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung von außerbilanziellen Geschäften nach deutschem Recht und IFRS, kritisiert deren mangelnde Transparenz sowie bilanzpolitische Spielräume und entwickelt einen fristigkeitsorientierten Ansatz zur verbesserten Risikodarstellung.
2.1. Das Wesen außerbilanzieller Geschäfte
Außerbilanzielle Geschäfte, auch Offbalancesheet-Geschäfte genannt, sind solche Geschäfte, welche sich nicht auf die Bilanz des Bilanzierenden auswirken, sondern bilanzneutral abgebildet werden. Als wesentliche Kategorien ergeben sich somit Eventualverbindlichkeiten bzw. Haftungsverhältnisse und schwebende Geschäfte, da diese regelmäßig nicht innerhalb der Bilanz ausgewiesen werden.
Haftungsverhältnisse stellen grundsätzlich Risiken dar, welche nur möglicherweise zu einer Belastung des bilanzierenden Unternehmens führen. Es handelt sich also um eventuell aufkeimende Risiken, mit deren Eintritt jedoch zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses noch nicht gerechnet wird. Hierdurch unterscheiden sich diese Verpflichtungen von den zu passivierenden Verbindlichkeiten oder Rückstellungen, bei welchen regelmäßig mit einer Inanspruchnahme gerechnet wird, im Zweifelsfall jedoch keine konkrete betragsmäßige Ermittlung möglich ist. Haftungsverhältnisse sind darüber hinaus nicht mit einer konkreten Gegenleistung für das Unternehmen verbunden.
Im Gegensatz hierzu gestalten sich schwebende Geschäfte als Rechtsgeschäfte mit Gegenleistung, welche von den Vertragsparteien im Zeitpunkt der Abschlusserstellung noch nicht erfüllt wurden. Sie liegen im bilanziellen Sinne dann vor, wenn die vereinbarte Lieferung oder Leistung noch nicht erbracht wurde. Der Schwebezustand beginnt demnach mit dem Abschluss des Vertrages und bleibt bis zum Zeitpunkt der Vertragserfüllung bestehen. Es werden hierbei Beschaffungsgeschäfte, Absatzgeschäfte und Dauerschuldverhältnisse unterschieden.
1. Hinführung zu außerbilanziellen Geschäften: Einleitung in das Thema der Risikobilanzierung unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Vorschriften sowie Zielsetzung der Arbeit.
2. Außerbilanzielle Geschäfte innerhalb der Rechnungslegung: Detaillierte Darstellung des Wesens dieser Geschäfte und ihrer Behandlung nach deutschem Handelsrecht sowie IFRS-Standards.
3. Kritik an der derzeitigen Behandlung außerbilanzieller Geschäfte: Analyse der Probleme wie unvollständige Informationsvermittlung, bilanzpolitische Spielräume und Überforderung des Bilanzlesers.
4. Fristigkeitsorienterter Ansatz außerbilanzieller Geschäfte: Vorstellung eines neuen Konzepts zur Kategorisierung von Risiken nach Restlaufzeiten mittels Prognoseverfahren und eines neuen Spiegels.
5. Abschließende Betrachtung: Zusammenfassende Bewertung der entwickelten Ansätze und deren Beitrag zur Verbesserung der Transparenz in der Rechnungslegung.
außerbilanzielle Geschäfte, Haftungsverhältnisse, schwebende Geschäfte, Bilanzierung, HGB, IFRS, Rückstellungen, Prognoseverfahren, Risikodarstellung, Anhangangaben, Rechnungslegung, Restlaufzeit, Eventualverbindlichkeiten, Informationsqualität, bilanzpolitische Gestaltung
Die Arbeit analysiert die Behandlung von außerbilanziellen Geschäften, wie Haftungsverhältnissen und schwebenden Geschäften, und deren Auswirkungen auf die Transparenz und Aussagekraft von Jahresabschlüssen.
Zentral sind die Darstellung aktueller Rechnungslegungsvorschriften (HGB/IFRS), die Kritik an diesen Regelungen hinsichtlich ihrer Informationsqualität sowie die Entwicklung eines fristigkeitsbasierten Modells zur besseren Einbeziehung dieser Risiken.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie außerbilanzielle Geschäfte besser in die Rechnungslegung einbezogen werden können, um dem Bilanzleser die Identifikation und Bewertung von Unternehmensrisiken zu erleichtern.
Der Autor nutzt eine dreiphasige Vorgehensweise: Darstellung der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, kritische Analyse der bestehenden Praxis und Erarbeitung eines theoretischen, fristigkeitsorientierten Ansatzes auf Basis ökonometrischer Prognoseprinzipien.
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten und Bilanzierungspraktiken nach HGB und IFRS definiert, anschließend Kritikpunkte an der gegenwärtigen Praxis erörtert und schließlich ein Kategorisierungsmodell basierend auf Laufzeitbändern vorgestellt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie außerbilanzielle Geschäfte, Risikodarstellung, Rechnungslegung, IFRS, HGB, bilanzpolitische Gestaltung und Prognoseverfahren charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass die Prognosegenauigkeit mit zunehmendem Prognosehorizont abnimmt, weshalb bei langlaufenden Geschäften eine qualitative Erläuterung im Anhang sinnvoller ist als eine quantitativ fehleranfällige Rückstellungsbildung.
Es handelt sich um einen vom Autor entwickelten tabellarischen Ansatz, der Laufzeitbänder und Veränderungen der Verpflichtungen transparent darstellt, um die Komplexität der bisherigen Anhangangaben zu reduzieren.
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