Magisterarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
Einleitung
Teil I: Thematische und methodische Grundlagen
1. Erläuterung der thematischen Grundlagen
1.1 Beschreibung der Ausgangslage
1.2 Der Kampf um die Aufmerksamkeit des Konsumenten
1.3 Emotionale Erlebniswerte als Differenzierungsmerkmal
1.3.1 Der fachliche Diskurs
1.3.2 Abgrenzung des Begriffs "emotionale Werbung"
1.4 Liebe und Konsum
1.4.1 Pluralität des Liebesbegriffs
1.4.2 Liebe als konstantes Ideal
2. Erläuterung der methodischen Grundlagen
2.1 Grundbegriffe der Semiotik
2.2 Semantische Räume und Narrativität
2.3 Begriffsbestimmung "Mehrwert"
2.4 Produkte als Botschaften
Teil II: Kategorisierung und Spotinterpretationen
1. Zur Auswahl der Kategorien
1.1 Erotische Liebe
1.1.1 Spotinterpretation Niederegger: „Antrag“
1.2 Nächstenliebe und Selbstliebe
1.2.1 Spotinterpretation Landliebe: „Grießpudding“
1.3 Abstrakte Liebe
1.3.1 Spotinterpretation Mini: „Hotel“
2. Spotinterpretationen
2.1 Ramazzotti: „Wunschbrunnen“
2.2 I love Milka: „Alpenhütte“
2.3 Pfanni: „Feldküche“
2.4 Oil of Olaz: „Amino-Peptit-Komplex“
2.5 Volkswagen: „Lyrik”
2.6 McDonald’s: „Musikvideo”
Teil III: Auswertung
1. Auswertung des Bereichs erotische Liebe
1.1 Wertstrategien bei Niederegger und Milka
1.2 Wertstrategien bei Ramazzotti
1.3 Bedeutung der Raummodelle in den drei Spots
2. Auswertung des Bereichs Nächstenliebe und Selbstliebe
2.1 Wertstrategien bei Landliebe, Pfanni und Oil of Olaz
2.1.1 Prime Value
2.1.2 Labor Value
2.1.3 Symbolic Value
3. Auswertung des Bereichs abstrakte Liebe
3.1 Wertstrategien bei Volkswagen und McDonald’s
3.2 Wertstrategien bei Mini
3.3 Wertstrategien bei Ramazzotti
Schlußbemerkungen
Die Arbeit analysiert das Phänomen, dass in der zeitgenössischen Werbung vermehrt mit Liebes- und Sympathiebekenntnissen gearbeitet wird, um Marken emotional aufzuladen und eine engere Verbindung zum Konsumenten herzustellen. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Liebesbegriffe (erotisch, abstrakt, Nächsten- und Selbstliebe) werbestrategisch genutzt werden.
1.1.1 Spotinterpretation: Niederegger „Antrag“
Die Bedeutungsvermittlung innerhalb des Spots geht weit über die Simplizität des einen Handlungsakts hinaus. Dies wird vor allem auf der verbalen sowie der gesamtinszenatorischen Ebene deutlich.
Die beiden Protagonisten sitzen sich an einem Eßtisch gegenüber. Sie befinden sich in einem privaten Raum, ein Wohnzimmer, was der Handlung eine gewisse Intimität verleiht. Beide tragen Abendgarderobe, und der Tisch ist mit einem Kerzenleuchter feierlich geschmückt. Dies sind Hinweise dafür, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen Abend, sondern einen besonderen Anlaß handelt. Die Rede, die direkt mit der ersten Einstellung beginnt, läßt auch keinen Zweifel an der Feierlichkeit der Situation. Das Marzipanherz wird dabei nicht direkt übergeben, sondern der Spot baut vorerst Spannung auf.
Dies passiert, indem der Mann das Herz zunächst in seiner Handinnenfläche verbirgt, während sie gespannt erwartet, was er ihr wohl schenken möge. Auch auf sprachlicher Ebene zögert der Protagonist diese Auflösung hinaus, indem er auf den Inhalt seiner Hände mit „es“ referiert: „Mein Großvater hat es meiner Großmutter geschenkt, meine Mutter bekam es von meinem Vater und ich schenke es dir“ (E. 1-7). Erst danach öffnet er die Hände und offenbart das Marzipanherz. Hätte die Frau, so wie es die Gesamtinszenierung dieser Schenkung suggeriert, z.B. ein wertvolles Familienerbstück, wie einen Fingerring, erwartet, wäre sie erwartungsgemäß über den Erhalt einer einzelnen Praline enttäuscht gewesen. Da sie aber im Gegenteil freudig reagiert, läßt sich folglich schließen, daß beide die Feierlichkeit dieser Übergabe für angemessen halten.
1. Erläuterung der thematischen Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert die Ausgangslage der zunehmenden emotionalen Ansprache in der Werbung und definiert den Begriff "emotionale Werbung" sowie den Kontext zwischen Liebe und Konsum.
2. Erläuterung der methodischen Grundlagen: Hier werden die semiotischen und narrativen Werkzeuge eingeführt, die zur Analyse der Werbespots in den späteren Teilen der Arbeit dienen.
1. Zur Auswahl der Kategorien: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien für die Auswahl und Unterteilung der Werbespots in die Kategorien erotische Liebe, Nächsten- und Selbstliebe sowie abstrakte Liebe.
2. Spotinterpretationen: In diesem Teil werden ausgewählte TV-Werbespots (u.a. Ramazzotti, Milka, Pfanni) detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Werbesprache und Bildgestaltung interpretiert.
1. Auswertung des Bereichs erotische Liebe: Das Kapitel vergleicht Wertstrategien bei Produkten wie Niederegger und Milka und analysiert die Funktion von Raummodellen in der erotischen Inszenierung.
2. Auswertung des Bereichs Nächstenliebe und Selbstliebe: Hier wird die Inszenierung von "Natürlichkeit" bei Marken wie Landliebe oder Oil of Olaz untersucht und der Einsatz von Prime-, Labor- und Symbolic Value analysiert.
3. Auswertung des Bereichs abstrakte Liebe: Der Fokus liegt auf der Analyse von Marken, die Liebe als Abstraktum einsetzen, wie Volkswagen, Mini und McDonald’s, wobei die Ablösung vom eigentlichen Produkt thematisiert wird.
Liebeserklärung, Werbung, Emotional Branding, Markenpositionierung, Semiotik, Konsumentenbindung, Wertstrategien, Werbespot, Konsumgesellschaft, Symbolik, narrative Struktur, Mehrwert, Identitätsstiftung, Produktkommunikation, Liebesbegriff.
Die Arbeit befasst sich mit der Beobachtung, dass in der aktuellen Werbelandschaft das Wort "Liebe" inflationär für Markenclaims verwendet wird, und untersucht, wie diese emotionale Ansprache funktioniert.
Zentrale Themen sind die emotionale Aufladung von Marken, die semiotische Analyse von Werbespots sowie die Frage, wie "Liebe" als Werbemittel zur Differenzierung in gesättigten Märkten eingesetzt wird.
Ziel ist es, die aktuellen Entwicklungen der emotionalen Konsumentenansprache zu analysieren und zu prüfen, inwieweit die durch Markenclaims suggerierte Verbindung von Liebe und Konsum auch inhaltlich durch die Werbespots eingelöst wird.
Es wird eine strukturale Textanalyse angewendet, die auf semiotischen Grundbegriffen basiert, wobei insbesondere Film- und Bildanalysen (Kamera, Ton, Mise en Scène) im Vordergrund stehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einführung, die Kategorisierung verschiedener Liebesarten in der Werbung und die konkrete Auswertung von Fallbeispielen aus verschiedenen Branchen wie Lebensmittel, Kosmetik und Automobil.
Die wichtigsten Begriffe sind "Emotional Branding", "Semiotik", "Werbespot", "Liebesbegriff" und "Mehrwert".
Viele Marken, insbesondere im Lebensmittelbereich (Landliebe, Pfanni), nutzen die Opposition "natürlich" vs. "industriell", um durch eine vorindustrielle Inszenierung Vertrauen und eine "liebevolle" Herstellung zu suggerieren.
Abstrakte Liebe ist hier nicht personen- oder objektgebunden, sondern meist als Lebensgefühl oder "Seelenlandschaft" inszeniert, wobei die Emotion oft losgelöst vom funktionalen Produktnutzen auftritt (z.B. bei Volkswagen oder McDonald’s).
Sie dient in der Werbung als Distinktionsmerkmal: "Industriell" wird mit Massenware und Lieblosigkeit assoziiert, während "natürlich" mit Individualität, Gesundheit und Liebe besetzt wird, was dem Produkt einen semantischen Mehrwert verleiht.
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