Masterarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Aus der Perspektive des Geschichtsschreibers – Kontrafaktische Geschichte
2.1. Terminologie
2.2. Kontrafaktische Geschichte in der Geschichtswissenschaft
2.3. Kontrafaktische Geschichte in der Geschichtsdidaktik
3. Aus der Perspektive des Dichters: Parahistorische Literatur
3.1. Überblick
3.2. Gattungseinordnung
3.3. Analyseschema
3.4. Analyse ausgewählter Werke
3.4.1. Robert Harris – Fatherland
3.4.2. Christian von Ditfurth – Der 21. Juli
3.4.3. Thomas Ziegler – Stimmen der Nacht
3.4.4. Christoph Ransmayr – Morbus Kitahara
3.4.5. Christian Kracht – Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
3.5. Parahistorische Literatur in der Deutschdidaktik
4. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Genre der alternativweltgeschichtlichen Literatur im Zeitraum von 1990 bis 2010 unterteilt in geschichtswissenschaftliche Perspektiven und literaturtheoretische Analysen. Das Ziel ist es, das Phänomen der kontrafaktischen sowie parahistorischen Literatur zu definieren und den Nutzen sowie die didaktischen Möglichkeiten für den Schulunterricht herauszuarbeiten, wobei der Fokus auf deutschsprachigen Autoren liegt.
3.4.1. Robert Harris – Fatherland
1972 brachte der niederländische Autor Harry Mulisch unter dem Titel Die Zukunft von gestern. Betrachtungen über einen ungeschriebenen Roman einen Bericht heraus, der von seinem gescheiterten Versuch handelte, einen Roman unter der parahistorischen Prämisse zu schreiben, dass Hitler den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätte. Was Mulisch nach mehr zehn Jahren Arbeit schließlich abbrach, brachte 1992 der Engländer Robert Harris fertig. Das Romandebut des Journalisten ist ein Kriminalroman, der in einer parahistorischen Welt spielt, in der die Nationalsozialisten den Krieg gewonnen haben und nun Europa beherrschen. Im Jahr 1964 kurz vor dem 75. Geburtstag Hitlers decken ein Ermittler namens Xavier March und eine amerikanische Journalistin namens Charlotte Maguire eine Mordserie auf, die zu den Hintermännern der Wannsee-Konferenz und damit zur bislang geheim gebliebenen Vernichtung der Juden führt.
Nach Dursts Schema der Verfremdungssequenz sähe die parahistorische Entwicklung in Fatherland folgendermaßen aus:
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Thema, die Gliederung und den Forschungsstand dar und führt in die wissenschaftliche Fragestellung der Arbeit ein.
2. Aus der Perspektive des Geschichtsschreibers – Kontrafaktische Geschichte: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der kontrafaktischen Geschichtsbetrachtung, ihre Akzeptanz in der Historik und ihren Nutzen als Gedankenexperiment.
3. Aus der Perspektive des Dichters: Parahistorische Literatur: Hier wird das literarische Genre des alternativweltgeschichtlichen Romans definiert, methodisch eingegrenzt und exemplarisch anhand von fünf Werken detailliert analysiert.
4. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige transmediale Forschungsmöglichkeiten sowie die didaktische Einbindung des Themas.
Alternativweltgeschichte, Kontrafaktische Geschichte, Parahistorische Literatur, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Literaturtheorie, Didaktik, Geschichtsunterricht, Morgenthau-Plan, Robert Harris, Christian von Ditfurth, Thomas Ziegler, Christoph Ransmayr, Christian Kracht, Uchronie.
Die Arbeit untersucht parahistorische und kontrafaktische Literatur, die sich mit alternativen Geschichtsverläufen – insbesondere bezogen auf den Nationalsozialismus – beschäftigt.
Die Arbeit gliedert sich in eine geschichtswissenschaftliche Fundierung des kontrafaktischen Gedankenspiels und eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Romane.
Das Ziel ist die Analyse von fünf spezifischen Romanen, um deren parahistorische Konsistenz zu prüfen und didaktische Konzepte für den Deutschunterricht zu entwickeln.
Es wird das Analyseschema von Uwe Durst angewandt, das auf Sequenztheorien von Roland Barthes basiert, um die historischen Abweichungen in den Romanen zu visualisieren.
Der Hauptteil analysiert Romane von Robert Harris, Christian von Ditfurth, Thomas Ziegler, Christoph Ransmayr und Christian Kracht hinsichtlich ihrer Wendepunkte und Struktur.
Kernbegriffe sind Alternativweltgeschichte, Parahistorik, Uchronie, Kontrafaktik, Nationalsozialismus und Literaturdidaktik.
Der Morgenthau-Plan dient als häufiges, geschichtsveränderndes Element, das in verschiedenen Romanen dazu genutzt wird, die deutsche Deindustrialisierung und einen veränderten Kriegsverlauf zu konstruieren.
Es bietet hervorragende Möglichkeiten, die Kompetenzbereiche Lesen und Schreiben zu verknüpfen, insbesondere durch die Einladung zu kreativen Schreibanlässen und die Irritation gewohnter historischer Narrative.
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