Wissenschaftliche Studie, 2010
73 Seiten
1. Einleitung
1.1. Hintergrund/ Motivation
1.2. Erkenntnisinteresse und Recherche
1.3. Vorgehensweise
2. Gesellschaftliche und berufspädagogische Herausforderungen
2.1. Gesellschaftliche Anforderungen
2.2. Rahmenbedingungen
2.3. Lernfeldansatz
2.4. Curricula
3. Berufsbilder Alten- und Heilerziehungspflege
3.1. Altenpflege (-ausbildung)
3.2. Heilerziehungspflege (-ausbildung)
3.3. Zwischenbilanz
4. Pflegerische Handlungskompetenz - Begriffsbestimmungen
4.1. Was ist Pflege?
4.1.1. Deskriptive Annäherungen
4.1.2. Diskursive Annährungen
4.2. Kompetenzbegriff
4.3. Pflegerische Handlungskompetenz
5. Inhaltsanalyse als methodisches Vorgehen
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1. Quantitative Analyse
6.2. Qualitative Analyse Lehrplan Altenpflege
6.3. Qualitative Analyse Lehrplan Heilerziehungspflege
6.4. Vergleich Heilerziehungspflege und Altenpflege
7. Schluss/ Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, eine Arbeitsdefinition für den Begriff „pflegerische Handlungskompetenz“ zu entwickeln und diese als Analysefolie für einen Vergleich der sächsischen Lehrpläne der Altenpflege und der Heilerziehungspflege zu nutzen. Dabei werden berufspädagogische Ansätze mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft, um Parallelen und Unterschiede in der Ausbildung herauszuarbeiten.
1.1. Hintergrund/ Motivation
In einer Zeit, in welcher das Wort „Kompetenzen“ vor allem im erziehungswissenschaftlichen Kontext in aller Munde ist, soll mit der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit der Versuch unternommen werden, sich dem Begriff der „pflegerischen Handlungskompetenz“ anzunähern.
Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen dabei die beiden sächsischen Lehrpläne für die Ausbildungsberufe der Altenpflege sowie der Heilerziehungspflege. Diese Auswahl erfolgte ganz bewusst, da der Autor in seinem Arbeitsfeld mit beiden Berufsbildern und damit auch mit beiden Ausbildungswegen konfrontiert ist.
Einhergehend mit dem sich vollziehenden Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe macht sich eine Neuverortung der Berufsinhalte und –ziele erforderlich. Aufgrund der steigenden Zahl an älterwerdenden behinderten Menschen in der Bundesrepublik scheint eine Neuausrichtung der Heilerziehungspflegeausbildung unumgänglich. Die bislang rein pädagogisch geprägten Zieldimensionen bzw. Inhalte müssen um pflegerische Schwerpunkte ergänzt werden. Insofern zeigt sich bereits in der Praxis, dass ein stetiger Austausch zwischen Altenpfleger- und Heilerziehungspfleger/innen gerade in Bezug auf die Betreuung von älteren Behinderten in institutionalisierten Wohnformen sehr hilfreich sein kann.
Im Hinblick auf Modellversuche, welche sich mit einer Verschränkung der Ausbildungen in der Kranken- und Gesundheitspflege sowie der Altenpflege beschäftigen, lag es nahe, den Fokus auf die Gemeinsamkeiten zwischen der Altenpflege- und Heilerziehungspflegeausbildung zu legen. Im Rahmen der Recherchen zu dieser Arbeit traf man bereits auf einzelne innovative und zukunftsweisende Ausbildungsprojekte, so auch in Form einer integrierten Altenpflege- und Heilerziehungspflegeausbildung (HEPAP).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Kompetenzentwicklung im Pflegebereich und Begründung der Lehrplan-Auswahl für Altenpflege und Heilerziehungspflege.
2. Gesellschaftliche und berufspädagogische Herausforderungen: Erörterung der Rahmenbedingungen wie Lernfeldansatz und Curriculumtheorie unter dem Aspekt aktueller gesellschaftlicher Anforderungen.
3. Berufsbilder Alten- und Heilerziehungspflege: Historische Herleitung und Darstellung der aktuellen Ausbildungssituation in beiden Professionen.
4. Pflegerische Handlungskompetenz - Begriffsbestimmungen: Annäherung an den Begriff der "Pflegerischen Handlungskompetenz" durch Analyse von Pflegeverständnis und Kompetenzbegriff.
5. Inhaltsanalyse als methodisches Vorgehen: Vorstellung des methodischen Designs zur Untersuchung der sächsischen Lehrpläne mittels quantitativer und qualitativer Analyse.
6. Darstellung der Ergebnisse: Auswertung der Lehrpläne im Hinblick auf die entwicklungsfördernden Potenziale der Zielformulierungen für die Handlungskompetenz.
7. Schluss/ Ausblick: Zusammenfassende Reflektion der Ergebnisse und Aufzeigen von Potenzialen für eine stärker handlungsorientierte Ausbildung.
Pflegerische Handlungskompetenz, Altenpflege, Heilerziehungspflege, Lernfeldansatz, Curriculum, Pflegedidaktik, Pflegeprozess, Handlungsorientierung, Berufsfeldanalyse, Kompetenzentwicklung, Sächsische Lehrpläne, Pflegewissenschaft, Theorie-Praxis-Bezug, Fallverstehen, Wissensgesellschaft.
Die Arbeit vergleicht die sächsischen Lehrpläne der Altenpflege und der Heilerziehungspflege im Hinblick darauf, wie diese die Entwicklung einer pflegerischen Handlungskompetenz bei Auszubildenden fördern.
Zentral sind die berufspädagogischen Rahmenbedingungen (Lernfeldkonzept), die historische Genese der beiden Pflegeberufe sowie die wissenschaftstheoretische Herleitung des Begriffs "Pflegerische Handlungskompetenz".
Das Ziel ist es, ein reliables Verständnis von pflegerischer Handlungskompetenz zu erarbeiten und dieses als Grundlage für eine Analyse der Zielformulierungen in den Lehrplänen zu nutzen, um zu prüfen, inwieweit diese den Anforderungen an handlungsorientiertes Lernen gerecht werden.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen Vergleich der Stundenumfänge sowie eine naturalistische, interpretativ-hermeneutische Inhaltsanalyse der Zielformulierungen in den ausgewählten Lernbereichen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu curricularen Konzepten, die historische und aktuelle Entwicklung der Berufsbilder sowie die detaillierte Analyse und Interpretation der Lehrplanziele anhand eines Modells pflegerischer Handlungskompetenz.
Wichtige Begriffe sind pflegerische Handlungskompetenz, Lernfeldansatz, Altenpflege, Heilerziehungspflege, Curriculumentwicklung und Pflegedidaktik.
Obwohl beide Berufe ähnliche Pflegeaspekte abdecken, zeigt die Analyse, dass die Heilerziehungspflege stärker die Aspekte der Bildung und Erziehung integriert, während die Altenpflege im analysierten Lehrplan eher wissensorientiert strukturiert ist.
Das Modell von RAVEN dient als theoretischer Rahmen, der die Handlungskompetenz in ein Zusammenspiel von wissenschaftlicher Kompetenz und hermeneutisch-lebenspraktischer Kompetenz unterteilt und somit die Bewertung der Lehrplanziele ermöglicht.
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