Bachelorarbeit, 2012
70 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE ZUGÄNGE: DAS KRIMI-GENRE, SEINE FUNKTION UND GESCHICHTE
ALLGEMEINE MERKMALE DES KRIMIS
DIE GESCHICHTE DES FERNSEHKRIMIS
ZU DEN KONZEPTEN DER AMERIKANISIERUNG UND WESTERNISIERUNG DEUTSCHER KULTUR
ÄUßERLICHER REALISMUS ALS STILMITTEL EINES FIKTIONALEN GENRES
ZUSAMMENFASSUNG
3 METHODIK UND ERHEBUNG
ANALYSEMETHODEN
DAS UNTERSUCHUNGSMATERIAL: DIE KRIMINALFERNSEHREIHE »TATORT«
DIE GRUNDGESAMTHEIT UND DIE AUSWAHLGESAMTHEIT
DIE STICHPROBE
4 ERGEBNISSE
EMPIRISCHE ERGEBNISSE
AMERIKANISCHE ABBILDUNGSMODELLE
DEUTSCHE ABBILDUNGSMODELLE
Traditionelle Darstellung
Moderne Darstellung
Hybride Darstellung
5 SCHLUSS
ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der visuellen Darstellung von Leichen in der Pathologie der deutschen Krimireihe "Tatort" im Vergleich zu zeitgenössischen US-Krimiserien. Dabei wird analysiert, wie sich filmische Kodierungen über die Zeit gewandelt haben und inwiefern diese Veränderungen Rückschlüsse auf den gesellschaftlichen Umgang mit Tod sowie den Einfluss internationaler Produktionsmuster auf das deutsche Fernsehen zulassen.
Traditionelle Darstellung
Dieser Darstellungstyp trat am häufigsten in den 70er und 80er Jahren auf. Er repräsentiert damit den frühesten im Untersuchungsmaterial festgestellten Typus und wurde deshalb mit dem Begriff »traditionelle Darstellung« betitelt (Abb. 4).
Abbildung 4 zeigt drei Körper in einem gut von Tageslicht ausgeleuchtetem, mit überwiegend weißen, in ordentlicher Konfiguration zueinander stehenden Gegenständen eingerichtetem, ebenfalls weiß gekacheltem Raum. Zwei der Körper bilden stehend zwei vertikale Bildachsen, der dritte Körper bildet eine horizontale, schräg durch den Raum verlaufende Bildachse. Die männliche Person am linken Bildrand ist besonders dunkel gekleidet, während die weibliche Person auffällig grün und blau gefärbte Kleidung trägt. Die dritte Person unterscheidet sich nicht nur durch ihre Lage im Raum von den beiden anderen. Sie ist zudem unbekleidet, wodurch sie eindeutig als männliche Person zu identifizieren ist. Folgt man dem ersten Bildeindruck, ist der Status des liegenden Körpers als tot nicht eindeutig auszumachen. Es ist lediglich etwas befremdlich, dass zwei bekleideten Personen in einem hell erleuchteten Raum eine unbekleidete gegenüberliegt.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema, die Relevanz des Tatorts als Untersuchungsgegenstand sowie Darlegung der zentralen Forschungsfragen zur visuellen Kodierung von Leichen.
2 THEORETISCHE ZUGÄNGE: DAS KRIMI-GENRE, SEINE FUNKTION UND GESCHICHTE: Untersuchung der historischen Entwicklung des Krimis, seiner Funktion als "Ventil" sowie theoretische Einordnung der Begriffe Amerikanisierung und Realismus.
3 METHODIK UND ERHEBUNG: Darstellung der verwendeten Analysemethoden (Symbolanalyse) und des Vorgehens bei der Materialerhebung (Stichprobe aus Tatort-Folgen).
4 ERGEBNISSE: Detaillierte empirische Auswertung und Typisierung der gefundenen Leichendarstellungen (traditionell, modern, hybrid) inklusive Vergleich zu US-Produktionen.
5 SCHLUSS: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich soziologischer Debatten über Medientheorie und gesellschaftlichen Wandel.
Tatort, Fernsehkrimi, Leichendarstellung, Pathologie, Bildanalyse, struktural-hermeneutische Symbolanalyse, Medienkultur, Amerikanisierung, Hybridisierung, Forensik, Genreanpassung, visuelle Kodierung, Thanatosoziologie, Unterhaltungsfunktion, Gesellschaftliche Realität
Die Bachelorarbeit analysiert die visuelle Inszenierung von Leichen in der Pathologie innerhalb der deutschen Krimireihe "Tatort" im Verlauf ihrer vierzigjährigen Geschichte.
Im Zentrum stehen der ästhetische Wandel der Leichendarstellung, der Einfluss amerikanischer Krimistrukturen auf das deutsche Fernsehen und die soziologische Funktion dieser Bilder.
Es soll geklärt werden, wie sich visuelle Kodierungen verändert haben und ob diese Entwicklungen als Ausdruck einer "Amerikanisierung" oder als lokale "Hybridisierung" gedeutet werden können.
Der Autor nutzt die struktural-hermeneutische Symbolanalyse nach Müller-Doohm, um Screenshots signifikanter Szenen in einem Dreischritt (Deskription, Rekonstruktion, Interpretation) auszuwerten.
Neben einer theoretischen Einordnung des Krimigenres werden die empirischen Ergebnisse präsentiert und in drei spezifische Typen von Leichendarstellungen unterteilt.
Die zentralen Begriffe sind "Tatort", "visuelle Kodierung", "Amerikanisierung", "Hybridisierung" und "Thanatosoziologie".
Der Münsteraner Tatort dient als späte Kontrastfolie, da er durch die Rolle von Professor Börne die forensische Arbeit explizit in die Erzählstruktur integriert und US-Vorbilder stärker reflektiert.
Laut Autor liegt dies an einem Modus der Selbstzensur bei öffentlich-rechtlichen Sendern, da zu explizite Gewaltdarstellungen mit dem bestehenden Sinnsystem des deutschen Publikums brechen würden.
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