Bachelorarbeit, 2013
29 Seiten, Note: Sehr Gut
Einleitung
1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten
1.1. Gustav Courbets, Der Ursprung der Welt, und die Erziehung des Betrachters zum Voyeur
2. Jeff Koons Verweigerung der Pornografie und das Mysterium der Lust
3. Andrea Fraser – Sex als Ware
4. Resumée
Die Arbeit untersucht die komplexe Wechselbeziehung zwischen Pornografie und Kunst in der zeitgenössischen westlichen Kultur. Ziel ist es, die theoretischen Bedingungen und Präsentationsformen zu erörtern, unter denen pornografische Inhalte in einen künstlerischen Kontext überführt werden können, ohne dabei ihre ästhetische und institutionskritische Relevanz zu verlieren.
1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten
Die Rolle der Pornografie in der zeitgenössischen Kunst und der modernen Gesellschaft bezieht sich unter anderem auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Materie des Fetischismus, der Funktion eines ambivalenten Körperbegriffs, sowie der Konfrontation mit einer weiterentwickelten gesellschaftlichen Doktrin und Tabuisierung, welche nicht nur zur Beständigkeit eines kanonisierten Empfindens einer neuen exhibitionierten Nacktheit unserer Zeit führte, sondern auch zu einer selektiven Betrachtung von Normen und Verhaltensmustern im Umgang mit Nacktheit (Vgl. Muchembled: 2008, S. 290-292.). Es ist jedoch notwendig, eine klare Abgrenzung des verwendeten Begriffs der Pornografie zu bestimmen, da die Thematik in verschiedensten theoretischen Rahmen bearbeitet wird.2 Es soll keine Spezifizierung der später besprochenen Werke vorgenommen werden, die sie als pornografisch oder nicht pornografisch klassifizieren würde, sondern nur Modelle zur Betrachtung des Inhalts dargeboten werden.3 Im Zentrum der Ausführung steht also die Behauptung, dass sich das Verhältnis von Pornografie zu einem selektiv geprägten Verständnis von Nacktheit, anhand von zeitgenössischen Darstellungen, beziehungsweise Präsentationsformen, in ein gesondertes Feld einordnen lässt, welches sich zwangsweise mit Begriffen wie Scham, Obszönität oder pornografischer Ästhetik befassen muss.
Der Begriff der Pornografie beinhaltet diverse Komponenten um einen Geltungsanspruch erheben zu können. Im klassischen Gebrauch verlangt er laut Schroeder eine „Stimulierungstendenz und Anstandsverletzung“(Schröder: 1992, S. 17.), welche sich durch eine unrealistische, verzerrte Darstellung und einer Isolierung von Sexualität kennzeichnet. Die Sexualität wird daher auch selbst reduziert und der Mensch, beziehungsweise der Betrachter, durch seinen animalischen, vom Reiz-Reaktions-Modell geprägten Handlungsspielraum definiert (Vgl. Schröder: 1992, S. 18-19.).4 Man kann daher in der praktischen Pornografie, aufgrund der Herabsetzung des Humanwesens auf seine reine geschlechtliche Begierde, von keiner reflektierten
Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung von Pornografie und Kunst sowie Darstellung der zentralen Forschungsfrage.
1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Pornografie, Nacktheit und Obszönität sowie deren Einordnung in den Kunstkontext.
1.1. Gustav Courbets, Der Ursprung der Welt, und die Erziehung des Betrachters zum Voyeur: Analyse von Courbets Werk als Ausgangspunkt für die Entwicklung des voyeuristischen Blicks in der modernen Malerei.
2. Jeff Koons Verweigerung der Pornografie und das Mysterium der Lust: Untersuchung der Serie Made in Heaven und wie Koons durch Inszenierung und Sublimierung versucht, sich vom Vorwurf der Pornografie zu distanzieren.
3. Andrea Fraser – Sex als Ware: Betrachtung der Videoinstallation Untitled hinsichtlich ihrer institutionskritischen Komponente und der Dekonstruktion des Kunstmarktes.
4. Resumée: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten, pornografische Inhalte künstlerisch zu transformieren.
Pornografie, Kunstgeschichte, Nacktheit, Voyeurismus, Jeff Koons, Andrea Fraser, Gustav Courbet, Institutionskritik, Sexualästhetik, Scham, Obszönität, Made in Heaven, Untitled, Der Ursprung der Welt
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Pornografie zu den Kategorien Nacktheit und Kunst in der zeitgenössischen westlichen Kunstgeschichte.
Zu den zentralen Feldern gehören die Ästhetisierung des Nackten, der voyeuristische Blick des Betrachters, die Rolle von Fetischismus und Scham sowie die Institutionskritik im Kontext von Sex als Handelsware.
Das Ziel ist es, zu analysieren, unter welchen theoretischen Bedingungen und Präsentationsformen pornografische Inhalte in einen künstlerischen Rahmen integriert werden können.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse, die Begriffe der Sexualästhetik mit Fallbeispielen renommierter Künstler (Courbet, Koons, Fraser) verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung und die detaillierte Analyse von Werken, die das Spannungsfeld zwischen pornografischer Darstellung und künstlerischem Anspruch thematisieren.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Pornografie, Institutionskritik, voyeuristischer Betrachter und Sexualästhetik definieren.
Das Werk dient als historischer Ankerpunkt, um die Genese des voyeuristischen Blicks und die Transformation des Betrachters hin zur Rezeption pornografischer Inhalte zu beleuchten.
Koons versucht durch eine bewusste Überinszenierung und die Sakralisierung des Körpers in der Serie "Made in Heaven", den pornografischen Akt als abstraktes, mystisches Element darzustellen und sich damit von der rein triebhaften Pornografie abzugrenzen.
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