Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: Sehr Gut
Einleitung
1. Die Genese des Denkmals für Victor Hugo und die Bedeutung des Fragments in der öffentlichen Auftragsplastik
1.1 Der erste Entwurf
1.2 Der zweite Entwurf
1.3 Die Apotheose von Victor Hugo
1.4 Finale Entwürfe und das vollendete Monument
2. Das Denkmal für Balzac
2.1. Entstehungsgeschichte
3. Resumée
Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Transformation öffentlicher Denkmäler durch Auguste Rodin gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf der Entwicklung seiner Monumente für Victor Hugo und Honoré de Balzac liegt, um den Übergang von klassischen Idealen hin zu einer modernen, individuellen Formsprache zu analysieren.
1.2. Der zweite Entwurf
Die weiterführende Bearbeitung des Hugo Themas veranlasst Rodin dazu, seinen ersten Entwurf von 1885 zu konkretisieren und die Figuren in ihrer Portraithaftigkeit aufzuwerten (Abb. 6). Diese Entwicklung zog sich über fünf Jahre und zeigt Hugo in einer monumentalen Denkerpose, immer flankiert von den Musen der Melancholie, der Meditation und einer Idealgestalt, die von den Wellen getragen werden. Die Kommission war mit diesem Modell nicht zufrieden und forderte von Rodin, seine Skulptur auf Karton lebensgroß abzubilden, damit sie sich die Wirkung der Figur im wirklichen Raum vorstellen konnten.
Daraufhin sprachen sie sich 1890 gegen Rodins Entwurf aus, da es ihm an Klarheit fehlte und dessen Silhouette für die Kommission verschwommen wirkte. Ein besonderes Merkmal dieses Bozzettos ist die Personalisierung des Gesichts und die spezifische Haltung von Hugo. Rodin verweist mit seiner Gesichtsgestaltung auf die bereits erwähnte Hugo Büste von 1883. Das Gesicht weist im Gegensatz zu den restlichen Figuren eine sehr hohe Detailtreue auf und stellt Hugo als steinernen Dichter in seiner gesamten Entschlossenheit und immerwährenden Bereitschaft zur Kontemplation dar.
Für Rodin war es üblich, mit Modellen zu arbeiten und da Hugo im Jahr 1885 verstorben war, musste er stets auf diese Büste, welche nach einer kurzen Sitzung mit Hugo entstanden war, zurückgreifen. In Bezug auf die Haltung überführte Rodin bei seinem zweiten Entwurf den Körper Hugos von einer widerstandslosen Kraftlosigkeit zu einer monumentalen Positionierung. Diese erste Transformation des Victor Hugo Denkmals ist ausschlaggebend für das Endresultat, da sie die Reduktion der dargestellten Figuren einleitet und dem Hauptcharakter eine neugewonnene Wertigkeit einräumt.
Einleitung: Einführung in die Thematik der antikisierenden Darstellungstradition und die Zielsetzung der Arbeit, Rodins Abwendung von klassischen Idealen in der Denkmalplastik zu beleuchten.
1. Die Genese des Denkmals für Victor Hugo und die Bedeutung des Fragments in der öffentlichen Auftragsplastik: Detaillierte Betrachtung der Entstehungsgeschichte des Victor Hugo Denkmals unter Einbeziehung der bürokratischen Hürden und künstlerischen Konflikte.
1.1 Der erste Entwurf: Analyse des ersten Bozzettos und der kompositionellen Anlehnung an klassische und renaissancistische Vorbilder.
1.2 Der zweite Entwurf: Erläuterung der Überarbeitung des Entwurfs hin zu einer monumentalen Denkerpose und der spezifischen Betonung der Portraithaftigkeit.
1.3 Die Apotheose von Victor Hugo: Diskussion der Kommissionsvorgaben und Rodins Reaktion auf die Forderung nach einer Apotheose-Darstellung.
1.4 Finale Entwürfe und das vollendete Monument: Zusammenfassung der letzten Entwicklungsphasen und der Bedeutung der Nacktheit sowie der Sitzpose im Kontext der Zeit.
2. Das Denkmal für Balzac: Untersuchung der Beauftragung und der besonderen Schwierigkeiten bei der Darstellung des verstorbenen Literaten.
2.1. Entstehungsgeschichte: Darstellung des langwierigen Prozesses vom ersten Entwurf bis zum finalen Gipsmodell des Balzac-Monuments.
3. Resumée: Zusammenführende Analyse der künstlerischen Positionen Rodins und dessen Beitrag zur modernen Skulptur durch die Aufbrechung klassischer Konventionen.
Auguste Rodin, Denkmalplastik, Victor Hugo, Honoré de Balzac, Fragment, Klassizismus, Moderne, Skulptur, Denkmal, Entwurf, Transformation, Portraithaftigkeit, Monumentalität, Auftragsplastik, Mythologisierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transformation der öffentlichen Denkmalplastik am Ende des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Monumente von Auguste Rodin für Victor Hugo und Honoré de Balzac.
Im Zentrum stehen die künstlerischen Entwürfe Rodins, die Auseinandersetzung mit Auftraggebern und Kommissionen sowie der Wandel in der ästhetischen Auffassung von Skulptur und Denkmal.
Ziel ist es, zu analysieren, welche Transformationen das Denkmal durchlief und wie sich Rodins Ansatz durch die Abwendung von klassischen, akademischen Idealen hin zu einer individuellen Formsprache entwickelte.
Der Autor nutzt eine kunsthistorische Analyse der Entstehungsgeschichte, vergleicht verschiedene Entwurfstadien (Bozzetti) und bezieht zeitgenössische Kritik sowie historische Kontexte ein.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der einzelnen Entwurfsvarianten für das Hugo-Denkmal sowie die Entstehungsgeschichte des Balzac-Denkmals unter Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen bei der Darstellung verstorbener Persönlichkeiten.
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Rodin, Denkmalplastik, Fragment, Monumentalität, Apotheose und Transformation definieren.
Für Rodin ist das Fragment eine eigenständige Kunstform; die Zerstückelung oder Unvollständigkeit einer Figur dient der Konzentration auf das Wesentliche und der Abkehr vom Naturalismus.
Die Kommission empfand die Entwürfe oft als unklar, die Silhouette als verschwommen und die Formensprache als zu weit von den traditionellen, antikisierenden Idealen des 19. Jahrhunderts entfernt.
Rodin vollzog eine schrittweise Abkehr von der zeitgenössischen Kleidung hin zur Abstraktion oder zur mythologischen Verkleidung (z.B. der Mönchskutte beim Balzac), um die Dargestellten in eine zeitlose, symbolische Sphäre zu heben.
Es verzichtet auf eine rein illustrative Darstellung und strebt stattdessen die Visualisierung geistiger Vorgänge und einer psychologischen Tiefe an, was zu einer monumentalen, fast abstrakten Form führt.
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