Masterarbeit, 2009
57 Seiten, Note: 1,5
1. Herausforderungen im eigenen Haushalt
1.1. Problemstellungen
1.2. Reaktionen und Lösungsstrategien der Klientel
1.3. Zu erwartende Herausforderungen
2. Hintergründe und aktuelle Entwicklungen
2.1. Die soziale Situation
2.1.1. Seelische Behinderungen
2.1.2. Die Korrelation von Armut, Gesundheit und Arbeitslosigkeit
2.1.3. Ambulantisierung - Selbstbestimmt in den eigenen Haushalt
2.2. Kompetenz im privaten Haushalt
2.2.1. Verbraucherkompetenz - Defizite und steigende Anforderungen
2.2.2. Finanzkompetenz und ihre Bedeutung für den privaten Haushalt
2.2.3. Vermittlung von Finanzkompetenz
3. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten
3.1. Haltgebende Pädagogik
3.2. Lösungsorientierte Beratung
3.3. Basiskompetenz Finanzen
3.3.1. Geld und Finanzdienstleistungen
3.3.2. Wohnen
3.3.3. Ernährung und Gesundheit
3.3.4. Handy, Festnetz und Internet
3.4. Nachhaltige Lebensplanung
4. Konzepte und deren Umsetzung
4.1. Seminar zur Vorbereitung auf das betreute Wohnen
4.2. Starterpaket Finanzen – Ein Leitfaden
4.3. Schulungen zur Vermittlung von Finanzkompetenz
5. Thesen für die weitere Forschung
6. Fazit
6.1. Rahmenbedingungen des betreuten Wohnens
6.2. Fallbeispiele
6.2.1. Mandy Müller (geistige Behinderung)
6.2.2. Stefan Stenzel (Sucht)
6.2.3. Hildegard Hennig (psychisch Krank)
6.2.4. Fritz Falkenberg (besondere soziale Schwierigkeiten)
6.3. Projektplanung für die Umsetzung der Konzepte
Diese Arbeit untersucht, ob und wie die Vermittlung von Finanzkompetenz als präventives Mittel gegen Armut im Kontext des betreuten Wohnens für Menschen mit Behinderung eingesetzt werden kann, um deren Lebensqualität nachhaltig zu erhöhen.
1.1. Problemstellungen
Es scheint, als habe sich eine bestimmte Nische aufgetan, in der die Klientel ihre spezifische Lebenswelt in der Gesellschaft gestaltet. Nicht durch Arbeit, sondern durch das Ausfüllen von Anträgen kann Geld erlangt werden. Für Arbeit gibt es lediglich geringfügige Entlohnung, sei es über Maßnahmen der Arbeitsagentur oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Dies hat die Konsequenz, dass die notwendige Versorgung und die Beschaffung von Bedarfs gütern durch den entsprechenden Markt abgedeckt werden. Möbel gibt es ebenso bei Disco untern oder Wohlfahrtsverbänden wie Nahrungsmittel. POCO, KIK, Möbelbörsen oder die Ta feln sind gern genutzte Anbieter dieses spezifischen Marktes.
Wohnungen in bestimmten Straßen oder Stadtteilen werden zunehmend zu einer Kaltmiete angeboten, die den Regelsätzen von ALG II und Grundsicherung entspricht. Menschen, die auf eine günstige Wohnung angewiesen sind, siedeln sich hier an. Dem Bedarf dieser Men schen folgen die entsprechenden Anbieter günstiger Leistungen und Produkte. Vertreter von Telefon- und Rundfunkanbietern klingeln kontinuierlich an den Türen dieser Wohnungen, um Verträge mit scheinbar lukrativen Angeboten abzuschließen.
Es ist von existentieller Bedeutung, dass eine gebrauchte Waschmaschine für weniger als 50,- € zu erhalten ist, ein Kühlschrank noch günstiger. Eine entsprechende Abwrackprämie für Kühlschränke, die älter als 15 Jahre sind, hätte bei dieser Zielgruppe großen Anklang gefun den, der Umwelt und dem Portemonnaie dieser Personen nachhaltig geholfen. Aus den Kon junktur-Programmen der Bundesregierung ziehen sie kaum Nutzen. Die Zielgruppe hierfür ist eine andere. Für die Klientel des betreuten Wohnens ist es jedoch kaum möglich aktuelle Ge schehnisse und politische Entscheidungen nachzuvollziehen. Ihr Interesse liegt nicht im Be reich der Politik, sondern in der eigenen Existenzsicherung. Das ist ihr Versuch zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ihr alltägliches Thema der Korrelation von Krankheit, Armut und Arbeitslosigkeit fand nicht einmal im dritten Armutsbericht der Bundesregierung Beachtung.
1. Herausforderungen im eigenen Haushalt: Dieses Kapitel beleuchtet die prekäre Lebenssituation der Zielgruppe, die häufig von Armut und Arbeitslosigkeit geprägt ist, sowie die Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden und Finanzdienstleistern.
2. Hintergründe und aktuelle Entwicklungen: Es wird die soziale Lage von Menschen mit seelischen und geistigen Behinderungen analysiert, wobei die Korrelation zwischen Armut, Gesundheit und Arbeitslosigkeit hervorgehoben wird.
3. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten: Dieser Teil führt pädagogische Methoden wie die haltgebende Pädagogik und lösungsorientierte Beratung ein, um Basiskompetenzen im Bereich Finanzen zu stärken.
4. Konzepte und deren Umsetzung: Hier werden konkrete Praxisansätze wie das Seminar zur Vorbereitung auf das betreute Wohnen und ein Leitfaden zur Finanzkompetenz vorgestellt.
5. Thesen für die weitere Forschung: Es werden zentrale Hypothesen aufgestellt, die zur weiteren wissenschaftlichen Untersuchung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen anregen sollen.
6. Fazit: Die Autorin resümiert, dass die Vermittlung von Finanzkompetenz ein notwendiges, aber bisher vernachlässigtes Instrument der Armutsprävention im betreuten Wohnen darstellt.
Finanzkompetenz, Betreutes Wohnen, Armutsprävention, Menschen mit Behinderung, Verbraucherbildung, Haltgebende Pädagogik, Lösungsorientierte Beratung, Existenzsicherung, Sozialgesetzbuch, Nachhaltige Lebensplanung, Überschuldung, Soziale Teilhabe, Empowerment, Haushaltsführung, Finanzdienstleistungen.
Die Arbeit untersucht, inwiefern die gezielte Vermittlung von Finanzkompetenz als Mittel zur Prävention von Armut und Überschuldung bei Menschen im betreuten Wohnen eingesetzt werden kann.
Die zentralen Felder sind die soziale Situation der Klientel, die Bedeutung von Verbraucher- und Finanzkompetenz sowie die Anwendung pädagogischer Interventionsmöglichkeiten wie haltgebende Pädagogik und lösungsorientierte Beratung.
Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, welches Mitarbeitern des betreuten Wohnens ermöglicht, die Finanzkompetenz ihrer Klienten zu stärken und damit deren Teilhabe und Lebensqualität zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Aufarbeitung relevanter aktueller Entwicklungen in der Behindertenhilfe sowie der Entwicklung praxisorientierter Konzepte für die Arbeit mit der Zielgruppe.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebenswelt und Schwierigkeiten der Klienten, eine theoretische Herleitung von pädagogischen Methoden zur Kompetenzvermittlung sowie die konkrete Darstellung von Schulungs- und Beratungsprojekten.
Wichtige Begriffe sind Finanzkompetenz, Betreutes Wohnen, Armutsprävention, haltgebende Pädagogik und Verbraucherbildung.
Die Wunderfrage aus der lösungsorientierten Beratung wird als Technik vorgestellt, um Klienten zu ermutigen, positive Zukunftsphantasien zu entwickeln und konkrete Schritte zur Problemlösung zu identifizieren.
Aufgrund der komplexen Anforderungen im Alltag, einer oft geringen finanziellen Basis und der massiven Werbung durch Finanzdienstleister besteht ein hohes Risiko für Überschuldung und existenzielle Krisen, die ohne entsprechende Kompetenzen schwer zu bewältigen sind.
Das Konzept ist darauf ausgerichtet, die individuellen Bedürfnisse der Klienten zu berücksichtigen, wobei die Vermittlung von Inhalten über intensivere, begleitende Schulungen und persönliche Beratung an die jeweilige Kompetenzstufe angepasst wird.
Sie dient als Basis, um durch eine vertrauensvolle, wertschätzende Beziehung emotionale Sicherheit zu schaffen, ohne die eine kognitive Aneignung von Finanz- oder Alltagskompetenzen bei traumatisierten oder belasteten Klienten oft nicht möglich ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

