Bachelorarbeit, 2011
31 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Grundproblem des Moral Hazard
3. Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten
3.1 Anreizkompatible Entlohnungssysteme bei Hidden Action
3.2 Entlohnungs- und Budgetsysteme bei Hidden Information
4. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie durch das Controlling Anreizsysteme gestaltet werden können, um opportunistisches Verhalten bei Informationsasymmetrien innerhalb von dezentralen Unternehmensstrukturen zu vermeiden. Im Zentrum steht die theoretische Betrachtung von Prinzipal-Agenten-Beziehungen und die daraus resultierenden Anforderungen an Entlohnungs- und Budgetierungssysteme.
3. Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten
An dieser Stelle wird nun näher auf Entlohnungsmöglichkeiten unter Problemstellungen bei Hidden Action eingegangen. Das Grundproblem hierbei gestaltet sich wie folgt: Der Agent wählt nach Vertragsabschluss ein Anstrengungsniveau e, das der Prinzipal nicht beobachten kann. Die Möglichkeit durch eine kostspielige Elektronikanlage die Aktionen des Agenten überwachen zu lassen, wird hierbei nicht berücksichtigt. Danach treten andere Größen auf, die in diesem Fall zusammen als eintretende Umweltsituationen θ beschrieben werden. θ unterliegt hierbei einer Wahrscheinlichkeitsverteilung. Während die Wahl von e durch den Agenten steuerbar ist, ist das Eintreten von θ weder durch Agent noch durch Prinzipal beeinflussbar und auch der Agent besitzt bei Wahl von e keine genaue Kenntnis über θ. Die Produktionstechnologie T generiert aus dieser Umweltsituation zusammen mit e ein Ergebnis x = x(e, θ). Dabei ergeben sich vielfältige Interpretationsmöglichkeiten für x, so dass situationsabhängig Interpretationen als Output, Gewinne, Net-Present-Value, Erlöse oder als negative Größe auch Kosten möglich sind. Die Interpretation von x als finanzielle Größe ist jedoch die in der Literatur vorherrschende Variante. Das Ergebnis x stellt hierbei das sog. Kontrollobjekt dar, weil es beobachtbar und kontrahierbar ist, d.h. ein Dritter, wie ein Gericht, kann die Information auch beobachten. Aufgrund dieser Kontrahierbarkeit könnte man eine von dem Ergebnis abhängige Entlohnung w(∙) im Vertrag zwischen Prinzipal und Agent festsetzen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik von Zielkonflikten durch Informationsasymmetrien in dezentralen Unternehmen ein und definiert das Ziel, Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten zu analysieren.
2. Das Grundproblem des Moral Hazard: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Moral-Hazard-Begriffs und charakterisiert die Prinzipal-Agenten-Situation sowie die Unterscheidung zwischen Hidden Action und Hidden Information.
3. Anreizsysteme zur Vermeidung von opportunistischem Verhalten: Das Kapitel analysiert mathematische Modelle zur Gestaltung von Entlohnungs- und Budgetsystemen, um den Agenten zu einer für den Prinzipal optimalen Handlungsweise zu motivieren.
3.1 Anreizkompatible Entlohnungssysteme bei Hidden Action: Hierbei werden Entlohnungsmechanismen für Situationen untersucht, in denen der Prinzipal die Anstrengung des Agenten nicht beobachten kann, jedoch das Ergebnis kontrahierbar ist.
3.2 Entlohnungs- und Budgetsysteme bei Hidden Information: Es erfolgt die Übertragung der Problematik auf Kostensituationen, in denen der Manager einen Informationsvorsprung über Umweltzustände besitzt, und es werden partizipative Budgetlösungen abgeleitet.
4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass PA-Modelle zwar grundlegende Erkenntnisse für das Controlling liefern, jedoch oft zu abstrakt sind und um verhaltensorientierte Aspekte erweitert werden sollten.
Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Modell, Controlling, Anreizsysteme, Hidden Action, Hidden Information, Informationsasymmetrie, Agency-Kosten, Entlohnungssysteme, Budgetierung, Risikoteilung, opportunistisches Verhalten, Arbeitsanstrengung, second best-Lösung, Offenlegungsprinzip.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Herausforderungen, die durch Informationsasymmetrien zwischen Führungskräften (Prinzipale) und Mitarbeitern (Agenten) in dezentralen Unternehmen entstehen, und wie das Controlling diesen durch Anreizsysteme begegnen kann.
Zentrale Themen sind die Modellierung von Moral Hazard in Form von "Hidden Action" (unbeobachtbare Handlungen) und "Hidden Information" (privater Wissensvorsprung) sowie deren Lösung durch mathematisch fundierte Anreiz- und Budgetierungssysteme.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Controlling-Instrumente gestaltet werden müssen, damit Anreizsysteme den Agenten dazu bewegen, trotz eigener Nutzenmaximierungsbestrebungen im Sinne des Prinzipals zu handeln.
Die Arbeit nutzt überwiegend theoretische Prinzipal-Agenten-Modelle, ergänzt durch mathematische Herleitungen mittels Lagrange-Optimierung, um die theoretische Problematik präzise abzubilden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Entlohnungssystemen bei unkontrollierbarer Arbeitsleistung (Hidden Action) und in die Untersuchung von Budgetierungssystemen bei Informationsvorsprüngen des Managers bezüglich Kostenstrukturen (Hidden Information).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Theorie, Agency-Kosten, Anreizkompatibilität und Informationsasymmetrie charakterisiert.
Die "first best"-Lösung beschreibt den optimalen Zustand bei symmetrischer Information. Da dies in der Realität meist nicht gegeben ist, bezeichnet die "second best"-Lösung das Ergebnis unter Informationsasymmetrie; die Differenz zu ersterer Lösung wird als Agency-Kosten definiert.
Die Berichterstattung ermöglicht es der Zentrale, Informationen über Umweltzustände zu erhalten, die ihr sonst verborgen blieben. Durch das Offenlegungsprinzip wird sichergestellt, dass der Manager einen Anreiz hat, wahrheitsgemäß über diese Zustände zu berichten.
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