Masterarbeit, 2012
92 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung in die Thematik
2. Allgemeine Vorgehensweise
3. Definitionen und Abgrenzungen
3.1. Schwierigkeiten einer Religionsdefinition
3.2. Der Blockbuster
3.3. Narrative Grundgestaltung von Film und Religion
3.4. Filmrezeption
4. Parallelen zwischen populärem Film und Religion
4.1. Sinnvermittlung
4.2. Symbole
4.3. Mythos
5. „Der Herr der Ringe“ – Ein Beispiel für Sinndeutung und Religion im populären Film?
5.1. Grundlagen für eine Filmanalyse aus religiöser Perspektive
5.2. Hintergrundinformationen zu Buch und Film
5.3. Die Trilogie – Kurzzusammenfassung
5.4. Parallelen zwischen „Der Herr der Ringe“ und Religion
5.4.1. Sinnvermittlung
5.4.2. Symbole
5.4.3. Mythos
5.5. Interpretationsansatz
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand zum Thema Religion und Film zu belegen, dass populäre Blockbuster wie Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“ zentrale Themen der christlichen Religion enthalten und als moderne Sinnressourcen fungieren können.
3.1. Schwierigkeiten einer Religionsdefinition
Für die Aufdeckung religiöser Elemente im Film spielt der zu Grunde gelegte Religionsbegriff insofern eine wichtige Rolle, als dass das jeweils vorausgesetzte Verständnis von Religion zu unterschiedlichen Zielsetzungen und Analysemethoden führt.
Religion oder Religiös-sein, was genau wird in der heutigen Zeit eigentlich darunter verstanden? In unserer Gesellschaft wird der Religionsbegriff nicht selten auf offensichtlich religiöse Formen und Riten reduziert und erfreut sich dabei vermeintlich großer Evidenz. Erst eine genauere Betrachtung dieses Begriffes zeigt, dass sich verschiedene Schwierigkeiten mit einer Definition von Religion verbinden. Probleme bei der Bestimmung des Religionsbegriffes liegen zunächst darin, dass dieser charakteristisch für die abendländische Welt ist. Religion ist kein Ausdruck, von dem angenommen werden kann, dass auch nicht-europäische Kulturen und Sprachen diesen zur Selbstbezeichnung für das nehmen, was westlichen Auffassungen von Religion entspricht. In zahlreichen außereuropäischen Kulturen gibt es keine semantische oder inhaltliche Entsprechung des Religionsbegriffs.
Auch ein Versuch der Ableitung des Terminus Religion aus dem Lateinischen erweist sich aufgrund seiner verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten als nicht aufschlussreich. Debatten darüber, ob Religion von „‚relegere‘ = wieder zusammennehmen, von ‚religere‘ = rücksichtsvoll beachten, oder von ‚religare‘ = anbinden, festbinden“ abzuleiten ist, verdeutlichen diese Problematik. „Relegere“ beispielsweise legt in Anlehnung an das römische Rechtsbewusstsein den Akzent hauptsächlich auf die Pflicht zu kultisch-ritueller Verehrung, während das Wort „religare“ im christlich gefärbten Kontext das Verhältnis zwischen Gott und Mensch hervorhebt. Die semantische Unschärfe des Religionsbegriffes, die in zahlreichen Bedeutungsumwandlungen im Laufe der ca. 2000-jährigen Geschichte von Religion begründet liegt, zeigt, dass es keine objektiv gültige Definition gibt. Zugleich verweist die komplexe Begriffsgeschichte auf spezifische, historisch-kulturelle Entstehungskontexte dieses Terminus.
1. Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet den Säkularisierungsprozess und die wachsende Bedeutung audiovisueller Medien für die religiöse Sozialisation der Gegenwart.
2. Allgemeine Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert den dreiteiligen Aufbau der Masterarbeit, bestehend aus Grundlagenbereich, theoretischer Analyse und angewandter Filmanalyse.
3. Definitionen und Abgrenzungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Religion, Blockbuster, Narration und Filmrezeption wissenschaftlich definiert und voneinander abgegrenzt.
4. Parallelen zwischen populärem Film und Religion: Dieses Kapitel arbeitet Sinnvermittlung, Symbole und Mythen als zentrale Schnittpunkte zwischen filmischen Erzählungen und religiösen Traditionen heraus.
5. „Der Herr der Ringe“ – Ein Beispiel für Sinndeutung und Religion im populären Film?: Der Hauptteil wendet die erarbeiteten theoretischen Aspekte auf die Filmtrilogie an und untersucht diese auf implizite religiöse Strukturen.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das Potenzial des Mainstreamfilms als populäre Religionsform heute.
Religion, Film, Der Herr der Ringe, Blockbuster, Säkularisierung, Sinnvermittlung, Symbol, Mythos, Filmanalyse, Religionswissenschaft, Filmrezeption, narrative Ethik, Medientheorie, Transzendenz, populäre Filmkultur.
Die Arbeit untersucht die religiösen Tendenzen in der modernen populären Filmkultur am Beispiel der „Der Herr der Ringe“-Trilogie.
Die Themen umfassen die Verflechtungen von Medien und Religion, die Bedeutung von Narrativen sowie die Analyse religiöser Symbole und Mythen im Film.
Das Ziel ist es zu belegen, dass erfolgreiche populäre Filme wie die Ringtrilogie grundlegende religiöse und existenzielle Sinnfragen thematisieren.
Es wird eine hermeneutisch orientierte Filmanalyse angewandt, die auf der Reflexion des aktuellen Forschungsstandes zu Religion und Film basiert.
Im Hauptteil werden Sinnvermittlung, Symbole und Mythen in „Der Herr der Ringe“ systematisch aus einer religionswissenschaftlichen Perspektive untersucht.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Säkularisierung, Sinnstiftung, symbolischer Subtext, Heldenreise und implizite Religion charakterisiert.
Er dient als Paradebeispiel für ein Werk, das zwar keine explizite religiöse Lehre verbreitet, aber dennoch christlich geprägte Werte und Mythen transportiert.
Während ein Zeichen lediglich auf etwas hinweist, animiert ein Symbol das Individuum zur Vorstellung eines tieferen, meist nicht rational definierbaren Sinnzusammenhangs.
Die Heldenreise wird als universelles dramaturigisches Grundmuster nach Joseph Campbell und Christopher Vogler identifiziert, das moderne Filme mit biblisch-christlichen Erzählstrukturen verbindet.
Die Autorin äußert sich hierzu differenziert: Während Filme religiöse Funktionen übernehmen können, wird die Bezeichnung als reiner „Religionsersatz“ kritisch hinterfragt.
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