Masterarbeit, 2011
105 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Ziele der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Stand der BID-Forschung
2.1. Internationaler Forschungsstand
2.2. Nationaler Forschungsstand
3. Das BID-Modell in Deutschland
3.1. Der Ursprung des Modells
3.2. Der Aufbau des Modells
3.2.1. Initialphase
3.2.2. Konkretisierungsphase
3.2.3. Entscheidungsphase
3.2.4. Umsetzungsphase
4. BIDs in Bremen
4.1. Das Gebiet: „Viertel“
4.2. Das BID im „Viertel“
5. Die Akteure
5.1. Die Rolle der Eigentümer
5.2. Die Eigentümer im „Viertel“
5.3. Die öffentliche Hand
6. Hypothesen
7. Eigentümerbefragung
7.1. Methodisches Vorgehen – erster Teil
7.1.1. Explorative Interviews
7.1.2. Ergebnisse der explorativen Interviews
7.2. Methodisches Vorgehen – zweiter Teil
7.2.1. Schriftliche Befragung
7.2.2. Ergebnisse der schriftlichen Befragung
7.2.2.1. Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse
7.2.2.2. Hypothesen- Überprüfung
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Rolle der Immobilieneigentümer im Business Improvement District (BID) im Bremer „Viertel“. Ziel ist es, die spezifischen Faktoren zu identifizieren, die Eigentümer zur Teilnahme an einem solchen zwangsgebundenen Zusammenschluss bewegen, und dabei die Wirksamkeit sowie Akzeptanz dieses Modells aus Sicht der Beteiligten kritisch zu beleuchten.
3.1. Der Ursprung des Modells
Das BID-Modell hat seinen Ursprung, wie bereits erwähnt, nicht in Deutschland. Der folgende Unterpunkt widmet sich daher dem Weg der Implementierung nach Deutschland, dem Ursprung des Konzepts und dem Verlauf bis heute.
Das Konzept Business Improvement District kommt ursprünglich aus Kanada. Schon in den 1960er Jahren ist das Konzept in einem unter Attraktivitätsverlust stehenden Stadtteil von Toronto gegründet worden. Dort ansässige Geschäftsleute verfassten einen Antrag an die Stadt, der die Forderung nach einem Gesetz beinhaltetet, welches die „Möglichkeit der Erhebung einer Abgabe für Immobilienbesitzer vorsah“ (Pütz 2008: 9). So ist 1971 das erste BID „Bloor West Village Business Improvement Area“ geschaffen worden. Diese innerstädtische Einkaufstraße umfasste etwa einen Kilometer. Durch die Eröffnung einer U-Bahnlinie im Zentrum, verringerte sich die Anzahl der Kunden, was zur Folge hatte, dass der Ladenleerstand zunahm und in Folge dessen die Mieteinnahmen und Umsätze zurückgingen. Schließlich prägten Verwahrlosung und Geschäftsleerstände das „Bloor West Village. Durch die Errichtung zusätzlicher Einkaufszentren entstand für die noch übrig gebliebenen Geschäfte eine weitere Bedrohung. Vor diesem Hintergrund schloss sich eine Gruppe von Geschäftsleuten zusammen, um die für sie bedrohliche Entwicklung zu stoppen. So ist das Gesetz „über Erhebung einer kommunalen Abgabe“ erlassen worden, in der alle ansässigen Eigentümer verpflichtet worden sind diese zu zahlen, sofern „sich eine Mehrheit für eine solche Zahlung aussprechen würde“ (Rettig 2008: 6f.). Eine Mehrheit ließ sich schnell finden und ein gewählter Vorstand des Gebiets verwaltete die Abgaben für die geplanten Maßnahmen. Das Geld ist daraufhin für gemeinsam beschlossene Maßnahmen, die die Attraktivität des Stadtteils erhöhen, eingesetzt worden.
Wenige Jahre später fand das Konzept in den Vereinigten Staaten in einem sehr schnellen Tempo viele Nachahmer.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der privatisierten Stadtentwicklung und der Einführung von Business Improvement Districts (BID) in Deutschland sowie im Bremer „Viertel“ ein.
2. Stand der BID-Forschung: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den internationalen und nationalen Forschungsstand zur BID-Thematik und stellt wichtige Autoren und Erkenntnisse vor.
3. Das BID-Modell in Deutschland: Es wird der Ursprung des BID-Konzepts sowie dessen Aufbau und die verschiedenen Phasen der Entwicklung erläutert.
4. BIDs in Bremen: Hier werden die spezifischen Rahmenbedingungen und die Anwendung des BID-Modells in Bremen beleuchtet, mit Fokus auf das „Ansgari-Quartier“ und das „Viertel“.
5. Die Akteure: Dieser Teil befasst sich mit der zentralen Rolle der Eigentümer im Kontext von Public Private Partnerships sowie der spezifischen Situation im Bremer „Viertel“.
6. Hypothesen: Die Arbeit stellt hier verschiedene Arbeitshypothesen auf, die als theoretische Basis für die empirische Analyse dienen.
7. Eigentümerbefragung: Dieses Kapitel widmet sich der methodischen Erhebung, unterteilt in qualitative explorative Interviews und eine quantitative schriftliche Befragung der Eigentümer.
8. Fazit: Die Ergebnisse der gesamten Untersuchung werden hier zusammengefasst, wobei die Kritikpunkte der Eigentümer sowie die Grenzen des BID-Modells im „Viertel“ abschließend bewertet werden.
9. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendeten Quellen und Internetquellen aufgeführt.
Business Improvement District, BID, Stadtentwicklung, Eigentümer, Bremen, Viertel, Public Private Partnership, Immobilieneigentümer, Standortaufwertung, Gentrifizierung, Immobilienwerte, Beteiligung, Umgehung von Trittbrettfahrern, Interessenheterogenität, empirische Untersuchung.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Immobilieneigentümer im Business Improvement District (BID) im Bremer „Viertel“. Sie analysiert, welche Motive Eigentümer zur Beteiligung an diesem Konzept bewegen und wie diese das BID im „Viertel“ bewerten.
Zu den zentralen Themen gehören die Stadtentwicklung durch private Akteure, die Funktionsweise von BIDs als Public Private Partnership, die Rolle von Immobilieneigentümern und die spezifische Situation im Bremer „Viertel“.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, welche Faktoren die Eigentümer im Bremer „Viertel“ veranlassen, sich am BID zu beteiligen, und inwieweit das Modell die Erwartungen der Eigentümer hinsichtlich der Sicherung ihrer Immobilienwerte erfüllt.
Es handelt sich um eine empirische Analyse, die zweistufig angelegt ist: Zunächst wurden qualitative, explorative Interviews mit Eigentümern geführt, gefolgt von einer standardisierten, quantitativen schriftlichen Befragung aller erreichbaren Eigentümer.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des BID-Modells, die Historie und den Status quo des BIDs im Bremer „Viertel“ sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Daten zu Eigentümereinstellungen, Kenntnisstand und Maßnahmenbewertung.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Business Improvement District (BID), Stadtentwicklung, Immobilienwerte, Interessenheterogenität, Eigentümer, Bremer „Viertel“ und empirische Sozialforschung beschreiben.
Die unterschiedlichen Interessen von Wohnungsnutzern, Geschäftsinhabern, Gastronomen und Immobilienverwaltungen erschweren die Konsensfindung erheblich, was das BID im „Viertel“ vor große organisatorische Herausforderungen stellt.
Kritikpunkte sind insbesondere der als undemokratisch wahrgenommene Abstimmungsmodus, der zu große Zuschnitt des Gebiets, die mangelnde professionelle Kommunikation und das Empfinden, dass das BID-Konzept auf den bereits florierenden Standort nicht sinnvoll anwendbar ist.
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