Bachelorarbeit, 2013
34 Seiten
Einleitung
1. Inhalt und Aufbau von RGV
2. Methodische Voraussetzungen und Begriffsklärung
2.1. Zwei Welten-Lehre
2.2. Rigorismus
2.3. Anlagen zum Guten
2.4. Hang zum Bösen
3. Der Hang zum Bösen als Suchtmodell des Bösen
4. Die Thesen und Annahmen des Suchtmodells
4.1. Der Mensch ist in der ursprünglichen Entscheidungssituation frei
4.2. Der Mensch hat sich für eine böse Maxime entschieden
4.3. Der Mensch hat nach seiner Fehlentscheidung einen beschränkten Freiheitsspielraum
4.4. Die Beschränkung des Freiheitsspielraums ist derart, dass die Restfreiheit nicht ausreicht, um sich gegen das Böse zu entscheiden
5. Abschließender Befund
Diese Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Interpretation von Immanuel Kants Konzept des "Hangs zum Bösen" durch Christoph Horn auseinander. Das primäre Ziel ist es, das von Horn vorgeschlagene "Suchtmodell der menschlichen Bosheit" zu rekonstruieren und seine Plausibilität im Vergleich zur originalen Kantischen Position zu prüfen, insbesondere in Bezug auf die moralische Verantwortung des Menschen.
4.3. Der Mensch hat nach seiner Fehlentscheidung einen beschränkten Freiheitsspielraum
Dieser Annahme zufolge hat der Mensch durch eine grundlegende Fehlentscheidung nur noch einen beschränkten Freiheitsspielraum, da er durch diese Fehlentscheidung seine „erste Natur zu einer schlechteren zweiten Natur“ degenerieren lässt, innerhalb derer er nicht mehr die Freiheit hat „sich für die Moral zu entscheiden“. „Alle freien Entscheidungen bewegen sich fortan nur noch im Rahmen eines prinzipiell unmoralischen Charakters“. Anhand dieser Annahme kann man besonders gut erkennen, warum Horns Suchtmodell den Namen Suchtmodell trägt: das Suchtmodell der menschlichen Bosheit trägt seinen Namen nicht darum, weil der Mensch – einmal in Kontakt mit dem Bösen geraten – nach diesem Erstkontakt unausweichlich das Böse will, ja gleichsam süchtig nach ihm ist.
Es trägt den Namen Suchtmodell, weil der Mensch nach seiner selbstverschuldeten Fehlentscheidung keine Freiheit mehr hat, sich gegen die durch den Erstkontakt entstandene Neigung zu entscheiden. Spritzt sich ein Mensch z. B. Heroin, so hat er sich die erste Injektion aus freier Willkür bei vollem Bewusstsein dessen, was er da tut, verabreicht. In allen darauf folgenden Entscheidungssituationen, in denen sich die Frage stellt, ob er Heroin nehmen soll oder nicht, ist dieser Mensch nicht mehr frei, weil ihn die durch die erste Injektion entstandene Neigung zum Heroinrausch dahingehend treibt, sich für statt gegen eine weitere Spritze zu entscheiden. Der Heroinsüchtige hat somit aufgrund der ersten Spritze einen Teil seiner Entscheidungsfreiheit verloren.
Einleitung: Einführung in Christoph Horns Kommentar zu Kants Werk sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfrage und der Thesen des Suchtmodells.
1. Inhalt und Aufbau von RGV: Überblick über die Struktur von Kants "Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" und die Einordnung der anthropologischen Frage nach der Radikalität des Bösen.
2. Methodische Voraussetzungen und Begriffsklärung: Erläuterung der Zwei-Welten-Lehre, des Rigorismus sowie der Anlagen zum Guten und des Hangs zum Bösen als Grundlagen für die weitere Untersuchung.
3. Der Hang zum Bösen als Suchtmodell des Bösen: Diskussion des "Wahl-Problems" der natürlichen Merkmale und Horns Interpretation des subjektiven Grundes als "zweite Natur".
4. Die Thesen und Annahmen des Suchtmodells: Detaillierte Prüfung der vier zentralen Annahmen des Suchtmodells hinsichtlich ihrer Plausibilität und Konsistenz mit Kants Theorie.
5. Abschließender Befund: Fazit der Untersuchung, das die erste These des Modells als weitgehend plausibel bewertet, während die zweite aufgrund ihrer fatalistischen Konsequenzen kritisch hinterfragt wird.
Immanuel Kant, RGV, Hang zum Bösen, Suchtmodell, moralische Freiheit, subjektiver Grund, Fehlentscheidung, zweite Natur, Rigorismus, Freiheitsspielraum, Verantwortung, moralische Besserung, Neigung, Willkür, Pflicht.
Die Arbeit untersucht Christoph Horns Interpretation von Kants Theorie des "Hangs zum Bösen" in der Schrift "Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". Dabei steht die Analyse des sogenannten "Suchtmodells" der Bosheit im Vordergrund.
Zentrale Themen sind die moralische Freiheit des Menschen, die Konsequenzen von Fehlentscheidungen für den Charakter ("zweite Natur") und die Frage der moralischen Verantwortung bei Handlungen.
Das Ziel ist es, das Suchtmodell zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit es eine plausible Interpretation von Kants Position darstellt und ob es die moralische Verantwortung des Akteurs korrekt abbildet.
Die Autorin/der Autor wendet ein dreigeteiltes Schema an: Rekonstruktion von Kants Position, Gegenüberstellung mit Horns Interpretation und schließlich der Vergleich beider Positionen zur Beurteilung der Plausibilität.
Der Hauptteil analysiert schrittweise die vier Thesen des Suchtmodells (Freiheit in der Ursprungssituation, böse Maxime, beschränkter Freiheitsspielraum und Unfähigkeit zur Umkehr) unter Einbeziehung von Kants Texten.
Die zentralen Begriffe umfassen Kants Moralphilosophie, den Hang zum Bösen, das Suchtmodell, moralische Freiheit, Verantwortung und die methodischen Voraussetzungen wie Rigorismus und Zwei-Welten-Lehre.
Während das Suchtmodell davon ausgeht, dass der Akteur durch eine Fehlentscheidung seine Freiheit weitgehend verliert (ähnlich einer Sucht), behält der Akteur im Angewohnheiten-Modell die volle Freiheit und die Fähigkeit zur Reflexion und Korrektur seiner Handlungen.
Das Wahl-Problem thematisiert den Widerspruch, wie ein Mensch als "natürlich" böse gelten kann, wenn er gleichzeitig frei sein muss, um für seine Handlungen verantwortlich zu sein. Die Arbeit untersucht, ob Horn dieses Problem durch sein Suchtmodell erfolgreich auflösen kann.
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