Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Definition der Migration
2.1.1. Die Push-Pull-Theorie
2.1.2. Push-Pull-Faktoren
2.2. Soziale Sicherung
2.3. Umlage- vs. Kapitaldeckungsverfahren
3. Das gegenwärtige System der sozialen Sicherung in der VR China
3.1. Soziale Sicherung in städtischen Gebieten
3.1.1. Rentenversicherung
3.1.2. Krankenversicherung
3.1.3. Arbeitslosenversicherung
3.2. Soziale Sicherung in ländlichen Gebieten
3.2.1. Altersvorsorge
3.2.2. Medizinische Versorgung
4. Herausforderungen und Maßnahmen zur Reduktion der Migration
4.1. Gründe für die Wanderbewegung
4.2. Problematik der Wanderbewegung
4.3. Auswirkungen auf die soziale Sicherung
5. Aktuelle Maßnahmen und mögliche Lösungsansätze
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das chinesische System der sozialen Sicherung und analysiert die Fragestellung, inwiefern eine modernisierte Ausgestaltung dieses Systems dazu beitragen kann, die massive Stadt-Land-Migration in China zu reduzieren. Dabei werden die bestehenden Disparitäten zwischen städtischer und ländlicher Absicherung als wesentliche Migrationsfaktoren identifiziert.
2.1.1. Die Push-Pull-Theorie
Basierend auf den Laws of Migration von E. G. Ravenstein, versucht Everett S. Lee mit seiner Arbeit A Theory of Migration ein allgemeines Erklärungsschema der Migration zu entwickeln, in die eine Vielzahl von räumlichen Bewegungen eingeordnet werden kann. Seine Arbeit beinhaltet dabei nicht nur die traditionellen Aspekte des Push-Pull-Modells, wie Distanz und ökonomische Faktoren, die abstoßend (push) am Herkunftsort bzw. anziehend (pull) am Bestimmungsort wirken, sondern erweitert die bis dato makroökonomische Theoriebildung durch eine individualistische Interpretation des Push-Pull-Paradigmas. Laut Lee können die Faktoren, die in die Entscheidung zu wandern und in den Wanderungsprozess eingehen, in vier Kategorien zusammengefasst werden:
1. Faktoren in Verbindung mit dem Herkunftsgebiet
2. Faktoren in Verbindung mit dem Zielgebiet
3. Intervenierende Hindernisse
4. Persönliche Faktoren.
Die ersten beiden Faktoren spiegeln den Push-Pull-Gedanken wider: "In every area there are countless factors which act to hold people within the area or attract people to it, and there are others which tend to repel them. […] There are others […], to which people are essentially indifferent". Faktoren, die anziehend wirken, sind mit (+), und Faktoren, die abstoßend wirken, sind mit (-) gekennzeichnet. Einzelne Faktoren, denen Menschen gegenüber indifferent verhalten, sind im Diagramm als (0) abgebildet.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas und die damit einhergehende Stadt-Land-Migration sowie die Relevanz des sozialen Sicherungssystems für diese Wanderbewegungen.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe der Migration sowie Konzepte der sozialen Sicherung und verschiedene Finanzierungsverfahren (Umlage- vs. Kapitaldeckungsverfahren) definiert.
3. Das gegenwärtige System der sozialen Sicherung in der VR China: Dieses Kapitel detailliert das bestehende System, unterteilt in die städtische soziale Sicherung und die ländliche Absicherung.
4. Herausforderungen und Maßnahmen zur Reduktion der Migration: Hier werden die Gründe und Probleme der Wanderbewegung analysiert und deren Rückwirkungen auf die soziale Sicherung beleuchtet.
5. Aktuelle Maßnahmen und mögliche Lösungsansätze: Die Autorin diskutiert hier Reformansätze der chinesischen Regierung, um soziale Ungleichheiten zu reduzieren und das System zu harmonisieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Trennung der Sicherungssysteme bestehen bleibt und die soziale Stabilität durch diese Disparitäten gefährdet sein könnte.
China, Soziale Sicherung, Migration, Wanderbewegung, Hukou-System, Push-Pull-Theorie, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Sozialprinzip, Individualprinzip, Stadt-Land-Disparität, Arbeitsmarkt, Urbanisierung, Reformpolitik.
Die Arbeit analysiert das chinesische System der sozialen Sicherung und dessen Auswirkungen auf die binnenstaatliche Migration zwischen ländlichen und städtischen Gebieten.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Unterschiede in der Renten- und Gesundheitsvorsorge, die Bedeutung des Hukou-Status sowie auf die ökonomischen Motive von Wanderarbeitern.
Das Ziel ist zu klären, ob eine moderne und einheitlichere soziale Absicherung in China dazu beitragen kann, den Migrationsdruck vom Land in die Städte zu mindern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung offizieller statistischer Daten und politischer Dokumente zur Sozialpolitik in China.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Migrationsmodelle, die detaillierte Analyse der städtischen und ländlichen Sicherungssysteme und die Diskussion der Auswirkungen dieser Systeme auf die Wanderbewegung.
Wichtige Begriffe sind Migration, Hukou, Soziale Sicherung, China, Push-Pull-Faktoren, Rentenversicherung und ländliche Entwicklung.
Das Hukou-System schließt Wanderarbeiter häufig vom städtischen Sozialsystem aus, was zu prekären Arbeits- und Lebensbedingungen führt und den Zugang zu formalen Arbeitsplätzen erschwert.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein modernes Sozialsicherungssystem allein die Migration in China nicht stoppen kann, solange die Push-Faktoren auf dem Land nicht effektiv reduziert werden.
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