Examensarbeit, 2010
126 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Indikatoren der Volksparteienerosion
2.1 Die Erosion des Wählerfundaments der Volksparteien
2.2 Die Erosion des Mitgliederfundaments der Volksparteien
3. Volksparteienerosion aus makrosoziologischer Erklärungsperspektive
3.1 Theoretische Grundlagen der cleavage und Milieu Theorie
3.2 Sozialstrukturelle Entwicklung in der BRD
3.2.1 Beruf und Wirtschaftssektoren
3.2.2 Konfession und Religion
3.3 Die Entwicklung der Parteipräferenzen in den verschiedenen Gruppen
3.3.1 Die Entwicklung der Parteipräferenz in Abhängigkeit von Stellung im Beruf und Gewerkschaftsmitgliedschaft
3.3.2 Die Entwicklung der Parteipräferenz in Abhängigkeit von Konfession und Religiosität
3.4 Der Erklärungsansatz in der Diskussion
4. Volksparteienerosion aus der Wertewandel Erklärungsperspektive
4.1 Theoretische Grundlagen der Wertewandeltheorie
4.2 Auswirkungen und Verlauf des Wertewandels in der BRD
4.3 Der Erklärungsansatz in der Diskussion
5. Volksparteienerosion aus sozialpsychologischer Erklärungsperspektive
5.1 Theoretische Grundlagen der Determinante der Parteiidentifikation
5.2 Dealignment als Abschwächung von Parteiidentifikation
5.3 Prüfung der Dealignment These
5.3.1 Entwicklung der Parteiidentifikation in der BRD
5.3.2 Kritische Auseinandersetzung mit den Erklärungsansätzen des Dealignments
5.4 Der Erklärungsansatz in der Diskussion
6. Abschließende Betrachtung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die wissenschaftlich diskutierte Krise der deutschen Volksparteien CDU und SPD, mit dem Ziel, die Ursachen für deren langfristigen Erosionsprozess bei Wählerstimmen und Mitgliederzahlen auf Basis der maßgeblichen Literatur kritisch zu analysieren und zu bewerten.
2.1 Die Erosion des Wählerfundaments der Volksparteien
Im folgenden Teilabschnitt soll - anhand von Wahlergebnissen vergangener Bundes- und Landtagswahlen - aufgezeigt werden, inwieweit sich das Wählerverhalten der deutschen Bundesbürger in den letzten sechs Jahrzehnten gegenüber den beiden Volksparteien entwickelt hat.
Betrachtet man die Entwicklung der Stimmenkonzentration auf CDU/CSU und SPD seit Gründung der Bundesrepublik, so fällt auf, dass diese von unterschiedlichen Phasen geprägt ist. Elmar Wiesendahl unterteilt die Entwicklung der Stimmenanteile der Volksparteien in drei Phasen: die „Aufschwungsphase“, die „Hochphase“ und die „Abschwungphase“ (Wiesendahl 1998: 16f.). Die von 1949 bis 1961 zu erkennende Aufschwungphase ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Stimmenkonzentration auf Seiten der Volksparteien. Bei der Bundestagswahl von 1949 konnten sie zusammen 60,2 Prozent aller abgegebenen Stimmen erreichen. Bis zur Bundestagswahl von 1961 stieg der gemeinsame Stimmenanteil von CDU/CSU und SPD um mehr als zwanzig Prozentpunkte auf 81,5 Prozent an. Eine ähnliche Tendenz zeigen die Ergebnisse der Landtagswahlen. Auch hier konnten die beiden Volksparteien im genannten Zeitraum einen stetigen Stimmenzuwachs verzeichnen, sodass deren gemeinsamer Stimmenanteil bei den Landtagswahlen im Wahlzyklus 1957 bis 1961 ebenfalls an die 80-Prozentmarke heranreichte.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt den Erosionsprozess der Volksparteien CDU und SPD anhand von Wahlergebnissen dar und formuliert die Forschungsfrage nach den Ursachen dieser Entwicklung.
2. Indikatoren der Volksparteienerosion: Dieses Kapitel analysiert quantitativ den langfristigen Rückgang bei Wählerstimmen und Parteimitgliedern als zentrale Anzeichen der Volksparteienkrise.
3. Volksparteienerosion aus makrosoziologischer Erklärungsperspektive: Hier wird untersucht, inwieweit der soziale Wandel und die Erosion traditioneller gesellschaftlicher Konfliktlinien (Cleavages) und Milieus den Rückgang der Volksparteien erklären können.
4. Volksparteienerosion aus der Wertewandel Erklärungsperspektive: Dieses Kapitel kritisiert die Theorie des Wertewandels von Ronald Inglehart und diskutiert, ob die Verschiebung von materialistischen zu postmaterialistischen Werten die Krise der Volksparteien plausibel macht.
5. Volksparteienerosion aus sozialpsychologischer Erklärungsperspektive: Hier wird der Prozess des Dealignments – also die Abschwächung langfristiger Parteiidentifikationen – als möglicher Erklärungsfaktor für die Krise analysiert.
6. Abschließende Betrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Krise nicht monokausal, sondern nur durch das Zusammenwirken verschiedener soziologischer und psychologischer Faktoren erklärt werden kann.
Volksparteien, CDU, SPD, Wählererosion, Mitgliederverlust, Cleavage-Theorie, Sozialmilieu, Wertewandel, Postmaterialismus, Parteiidentifikation, Dealignment, Politische Partizipation, Wahlbeteiligung, Strukturwandel, Parteienkrise
Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Krise der beiden deutschen Volksparteien CDU und SPD und analysiert, warum diese über Jahrzehnte hinweg stetig an Wählerzuspruch und Mitgliedern verloren haben.
Zentrale Felder sind der Wählerschwund, der Mitgliederschwund, die Veränderung der Sozialstruktur, gesellschaftliche Wertewandlungsprozesse sowie die abnehmende Bindung der Wähler an die Parteien.
Die Forschungsfrage lautet: Wie kann auf Basis der maßgeblichen Literatur der Erosionsprozess beziehungsweise die Krise der CDU und SPD in der Bundesrepublik Deutschland erklärt werden?
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse in Kombination mit einer empirischen Auswertung von Wahlergebnissen, Mitgliederstatistiken und Daten zur gesellschaftlichen Wertestruktur und Parteibindung.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Perspektiven: die makrosoziologische (Cleavage- und Milieutheorie), die wertewandeltheoretische und die sozialpsychologische (Parteiidentifikation und Dealignment).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Volksparteienerosion, Parteiidentifikation, Cleavages, Wertewandel, Dealignment, Milieuerosion und Wählerbindung definiert.
Die Wiedervereinigung wird als strukturelle Zäsur betrachtet, die insbesondere die Daten zur Konfessionszugehörigkeit, zur Parteienbindung und zur Mitgliederstruktur beeinflusst hat und somit bei der Interpretation der Zeitreihen berücksichtigt werden muss.
Der Autor konstatiert, dass der Mitgliederschwund aufgrund ausbleibender Neueintritte dramatisch ist, da Parteimitglieder wichtige Funktionen erfüllen und die Parteien ohne diesen Nachwuchs drohen, den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren.
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Wirkkraft des Wertewandels in der wissenschaftlichen Literatur oft überschätzt wurde und dieser nur sehr beschränkt als Erklärungsansatz für die Krise dienen kann.
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