Bachelorarbeit, 2011
57 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Familie- Definitionen und Vorstellungen
3. Das schwedische Doppelversorgermodell
3.1. Geschichte der schwedischen Familienpolitik
3.2. Steuermodell
3.3. Elternversicherung
3.4. Kinderbetreuungssituation
3.5. Beispiel: Familie Karlsson aus Schweden
4. Die familienpolitische Situation in Deutschland
4.1. Geschichte der deutschen Familienpolitik
4.2. Steuermodell
4.3. Elternzeit und Elterngeld
4.4. Kinderbetreuungssituation
4.5. Beispiel: Familie Schmidt aus Deutschland
5. Das Doppelversorgermodell- Garant für Geschlechtergleichheit?
5.1. Die „Vätermonate“- zwischen Theorie und Wirklichkeit
5.2. Frauenerwerbstätigkeit
5.3. Staatliche und gesellschaftliche Einflüsse
6. Der Einfluss von Geschlechterrollen
6.1. Woher kommen gesellschaftliche Rollenvorstellungen?
6.2. Rollenunterschiede in Schweden und Deutschland
7. Zusammenfassung und Fazit: Deutschland und Schweden- zwei gegensätzliche Geschlechtermodelle?
Die vorliegende Arbeit untersucht in einem ländervergleichenden Ansatz, inwiefern sich das schwedische "Doppelversorgermodell" in der deutschen Familienpolitik etablieren konnte und welche Rolle gesellschaftliche Rollenverständnisse bei der Akzeptanz und Umsetzung dieses Modells spielen.
3.1. Geschichte der schwedischen Familienpolitik
Deutschland und Schweden gelte, wie eingangs bereits beschrieben, in der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung als optimale Gegensätze und daher für einen Vergleich interessant. Esping-Andersen charakterisiert Deutschland als einen konservativen Wohlfahrtsstaat mit einem „familiären“ Familienmodell, welches die Erwerbstätigkeit von Müttern insgesamt erschwert und somit die Familie als Institution zur sozialen Absicherung in den Vordergrund rückt. Ganz anders hingegen Schweden: das skandinavische Land gilt als „nicht-familiär“ organisiert, da die schwedische Familienpolitik auf dem Idealbild zweier berufstätiger Eltern beruht und kein Partner somit von dem anderen abhängig ist. ‚Nicht-familiär‘ ist die schwedische Familienpolitik auch deswegen, weil sie nicht die Familie als Institution fördert, sondern auf Gleichheit zwischen den Geschlechtern setzt. Das heutige Charakteristikum des so genannten ‚Doppelverdienermodells‘ war jedoch nicht von Anbeginn ein Kennzeichen des schwedischen Wohlfahrtsstaates, gleichwohl das männliche „Familienernährermodell“ in Schweden nie so stark ausgeprägt war wie in Deutschland. Stattdessen gab es in der schwedischen Familienpolitik bereits relativ früh Merkmale eines Individualmodells in dem auch nicht-erwerbstätigen Frauen eigene soziale Rechte zugestanden wurden.
Selbst im schwedischen Ehe- und Familienrecht war die in Deutschland bis 1977 als „Hausfrauenehe“ bekannte Norm nicht im selben Maße abgebildet. Seit 1921 dürfen in Schweden auch verheiratete Frauen uneingeschränkt einer Erwerbstätigkeit außerhalb des Haushaltes nachgehen und bedurften dazu nicht, wie damals in Deutschland, der Zustimmung des Ehemannes.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Familienpolitik im Wandel ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die wissenschaftliche Relevanz des Vergleichs zwischen Deutschland und Schweden.
2. Familie- Definitionen und Vorstellungen: Das Kapitel befasst sich mit der theoretischen Klärung des Familienbegriffs und stellt verschiedene Familienmodelle dar, die als Grundlage für die Untersuchung dienen.
3. Das schwedische Doppelversorgermodell: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Säulen der schwedischen Familienpolitik: Steuermodell, Elternversicherung und Kinderbetreuung, ergänzt durch ein Beispiel zur Verdeutlichung.
4. Die familienpolitische Situation in Deutschland: Es erfolgt eine Analyse der deutschen Familienpolitik, ihrer Geschichte und der aktuellen monetären sowie institutionellen Rahmenbedingungen unter Einbeziehung eines fiktiven Beispiels.
5. Das Doppelversorgermodell- Garant für Geschlechtergleichheit?: Das Kapitel untersucht die Wirksamkeit familienpolitischer Maßnahmen in Deutschland und beleuchtet die Rolle von Vätermonaten sowie Einflüsse auf die Frauenerwerbstätigkeit.
6. Der Einfluss von Geschlechterrollen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Sozialisation und Rollenbildern diskutiert und die unterschiedliche Ausprägung von Geschlechterrollen in Schweden und Deutschland analysiert.
7. Zusammenfassung und Fazit: Deutschland und Schweden- zwei gegensätzliche Geschlechtermodelle?: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Etablierung des Doppelversorgermodells in beiden Ländern.
Familienpolitik, Doppelversorgermodell, Deutschland, Schweden, Elternzeit, Elterngeld, Vätermonate, Geschlechtergerechtigkeit, Frauenerwerbstätigkeit, Wohlfahrtsstaat, Ehegattensplitting, Rollenverständnis, Kinderbetreuung, Sozialisation, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der Familienpolitik in Deutschland und Schweden auseinander und vergleicht beide Staaten hinsichtlich ihrer Ansätze zur Förderung eines gleichberechtigten "Doppelversorgermodells".
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der staatlichen Transferleistungen, der Kinderbetreuungsstrukturen, der steuerlichen Regelungen sowie der Bedeutung gesellschaftlicher Geschlechterrollen für die tatsächliche Lebensrealität von Familien.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern sich in Deutschland bereits ein Doppelversorgermodell nach schwedischem Vorbild etabliert hat und welche Rolle unterschiedliche geschlechtliche Rollenverständnisse bei diesem Prozess spielen.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse ausgewerteter Sekundärliteratur und einer vergleichenden Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen sowie der Nutzung fiktiver Beispielfamilien zur Veranschaulichung der monetären Auswirkungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Familienmodelle, die Analyse der jeweiligen staatlichen Regulierungen (Steuern, Elternzeit, Kinderbetreuung) und die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Implementierung und dem Einfluss von Geschlechterrollen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Doppelversorgermodell, Geschlechtergleichheit, Vätermonate, Teilzeit-Falle und wohlfahrtsstaatlicher Systemvergleich geprägt.
Während Deutschland durch das Ehegattensplitting Anreize für das traditionelle Ernährermodell setzt, fördert das schwedische System der Individualbesteuerung die Erwerbstätigkeit beider Partner unabhängig vom Familienstand.
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit oft stark reduzieren oder unterbrechen und aufgrund institutioneller Hemmnisse sowie traditioneller Rollenmuster nur schwer wieder in eine Vollzeitbeschäftigung zurückkehren können.
Die Vätermonate sollen Väter stärker in die Kinderbetreuung einbinden und den Wandel zu einem neuen Väterverständnis fördern, wobei sich in der Praxis jedoch zeigt, dass diese Auszeiten oft nur kurzzeitig genommen werden und wenig an der grundlegenden Arbeitsteilung ändern.
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