Examensarbeit, 2013
70 Seiten, Note: 1,66
1. Definitionen zentraler Begriffe
1.1 Politischer Extremismus
1.2 Ideologische Merkmale des Linksextremismusˈ (Ziele)
1.3 Ideologische Merkmale des Rechtsextremismusˈ(Ziele)
2. Die Protestbewegung
3. Biographische Darstellung
3.1 Mahlers Elternhaus und Kindheit
3.2 Jugend, Studium und erste politische Aktivitäten
3.3 Der Rechtsanwalt
3.4 Mahlers Beteiligungen in der geheimen Novembergesellschaft und dem Republikanischen Club (RC)
3.5 Der Tod Benno Ohnesorgs
3.6 Das Attentat auf Rudi Dutschke
3.7 Die Schlacht am Tegeler Weg
3.8 Kaufhausbrandstiftungen in Brüssel und Frankfurt
3.9 Mahler als Initiator der RAF
3.10 Militärische Ausbildung in Jordanien
3.11 Banküberfall
3.12 Mahlers Rede vor Gericht
3.13 Der Bruch mit der RAF
3.14 Mahlers neue Ideologien?
3.15 Auf freiem Fuß
3.16 Der Rechtsextremist
3.17 Die NPD und das Verbotsverfahren
3.18 Holocaust-Leugner
4. Horst Mahlers ideologische Merkmale
4.1 Horst Mahlers politische Sozialisation
4.2 Antiimperialismus im Vergleich der 60er/70er Jahre und heute
4.3 Antisemitismus im Linksextremismus
4.4 Antisemitismus im Vergleich der 60er/70er Jahre und heute
5. Beantwortung der Forschungsfrage
5.1 Resümee
Diese Arbeit untersucht die politische Biographie von Horst Mahler, um zu ergründen, ob sein scheinbarer Wandel vom linksterroristischen RAF-Mitgründer zum Holocaustleugner und Rechtsextremisten eine echte inhaltliche Transformation darstellt oder ob eine ideologische Kontinuität vorliegt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, anhand biographischer Daten und Schriften Konstanten in Mahlers Denken freizulegen und die Tauglichkeit der traditionellen Links-Rechts-Unterscheidung für die Analyse solcher Ausnahmefälle zu hinterfragen.
3.9 Mahler als Initiator der RAF
Für die schuldig Gesprochenen war klar, dass sie die verbleibende Haftstrafe noch absitzen mussten. Deshalb flüchteten sie zu dritt nach Paris, Söhnlein blieb zurück. Thorwald Proll und Söhnlein begaben sich in Haft und brachen den Kontakt zur Gruppe endgültig ab. Astrid Proll, die jüngere Schwester Prolls, schloss sich Baader und Ensslin an, die gemeinsam durch Italien reisten (vgl. Peters 1991: 60). Während ihres Aufenthaltes suchte sie Horst Mahler auf, der sie dazu überreden konnte, nach Berlin zurückzukehren, um eine Untergrundorganisation aufzubauen (vgl. ebenda). Mahler wird daher als der Initiator der RAF angesehen (vgl. Jander 2006: 381/vgl. Pflieger 2003: 21).
Zuvor hatte Mahler allerdings bei Rudi Dutschke angefragt (vgl. ebenda), dieser lehnte diese Form des Widerstandes jedoch ab, da er den Terrorismus für „eine schwerwiegende Verirrung [hielt], die verhinderte, daß die Gesellschaft sich änderte“ (Dutschke 1998: 341).
Bader und Ensslin trafen im Februar 1970 in Berlin bei Ulrike Meinhof ein. Sie schmiedeten Pläne über Sozialrevolution und waren sich darüber einig, dass sie Waffen bräuchten, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Peter Urbach, der bei diesen Gesprächen dabei war, erklärte sich bereit, diese zu besorgen. Doch keiner der Anwesenden wusste, dass Urbach Mitarbeiter des Berliner Landesamtes für Verfassungsschutz war. Er lockte die Gruppe in eine Falle, worauf es den Beamten gelang, Andreas Baader zu inhaftieren (vgl. Peters 1991: 72f.).
1. Definitionen zentraler Begriffe: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Grundlage, indem es den Begriff des politischen Extremismus sowie spezifische Ideologien des Links- und Rechtsextremismus definiert.
2. Die Protestbewegung: Es wird die gesellschaftliche Situation der 68er-Bewegung und deren Rebellion gegen das "Establishment" dargestellt, die den politischen Nährboden für die Protagonisten der späteren RAF bildete.
3. Biographische Darstellung: Dieses zentrale Kapitel zeichnet den Lebensweg Horst Mahlers nach, von seiner Kindheit in einem nationalsozialistischen Elternhaus über seine Zeit als APO-Anwalt und RAF-Mitgründer bis hin zu seinem Wandel zum Rechtsextremisten.
4. Horst Mahlers ideologische Merkmale: Hier werden Mahlers weltanschauliche Merkmale in verschiedenen Lebensphasen tabellarisch erfasst und auf Kontinuitäten sowie Brüche untersucht.
5. Beantwortung der Forschungsfrage: Das abschließende Kapitel beantwortet die Forschungsfrage und führt ein Resümee, das die These stützt, dass in Mahlers Biographie eine ideologische Kontinuität vorliegt.
Horst Mahler, RAF, Linksextremismus, Rechtsextremismus, 68er-Bewegung, Antisemitismus, Holocaustleugnung, Politische Biographie, Politische Sozialisation, APO, Nationalsozialismus, Extremismusforschung, Ideologievergleich, Antiimperialismus, Politische Radikalisierung.
Die Arbeit untersucht die politische Biographie von Horst Mahler und analysiert seinen Werdegang vom linksextremistischen RAF-Initiator zum rechtsextremen Holocaustleugner.
Die Arbeit behandelt die Protestbewegung der 60er Jahre, die Entstehung der RAF, das Phänomen des politischen Extremismus und die ideologische Entwicklung einer Einzelperson vor dem Hintergrund ihrer Familienbiographie.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob Mahlers politischer Wandel eine echte Transformation darstellt oder ob seine Ideologien über Jahrzehnte hinweg eine tieferliegende Kontinuität aufweisen.
Es wird der biographische Ansatz gewählt, um mittels vorhandenen Quellenmaterials wie Schriften, Interviews und biographischen Daten die Verschränkung zwischen individuellem Erleben und kollektiven Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der 68er-Protestbewegung, die detaillierte biographische Darstellung Mahlers sowie einen systematischen Vergleich seiner politischen Ideologien zu verschiedenen Lebensabschnitten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Horst Mahler, RAF, 68er-Bewegung, Extremismus, Antisemitismus, Holocaustleugnung und politische Sozialisation.
Das Elternhaus wird als erste prägende politische Sozialisationsinstanz gewertet; die Arbeit argumentiert, dass Mahlers nationalsozialistisch geprägte Kindheit die Weichen für sein späteres extrem-ideologisches Weltbild gestellt hat.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die zweidimensionale Rechts-Links-Unterscheidung für komplexe Einzelfälle wie Horst Mahler unzureichend ist, da diese Ideologien heutzutage in seiner Weltanschauung miteinander verschmelzen.
Die Autorin verneint einen echten Wandel und sieht stattdessen eine Kontinuität in Mahlers politischer Biographie; Mahler sei in seine ursprünglichen, durch das Elternhaus geprägten Wurzeln zurückgekehrt.
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