Bachelorarbeit, 2013
66 Seiten, Note: 1,15
1 Einleitung
1.1 Kennen Sie Jean–Luc Godard?
1.2 Begründung des Themas und Vorgehen
2 Das moderne Zeitalter
2.1 Das moderne Selbstverständnis des Menschen
2.2 Die Krise des modernen Selbstverständnisses
3 Repräsentation im Film
3.1 Was ist Repräsentation?
3.2 Repräsentation von Realität im klassischen Erzählkino, dem italienischen Neorealismus und dem Film Noir
4 Jean–Luc Godard und die Krise der Moderne
4.1 Jean–Luc Godard, die jungen Kritiker der Cahiers du cinéma und die Nouvelle Vague
4.2 Repräsentation und Realität bei Godard
4.3 Eine Frage der Ethik: Mise-en-scène und Montage
4.4 Subjektivismus
4.5 Subjekt und Objekt bei Godard
4.6 Distanzierung und Partizipation des Zuschauers
4.7 Godard und die Genres/Dokumentation und Fiktion
4.8 Godard und die Kunst– und Kulturgeschichte
4.9 Politik bei Godard
4.10 Die Sprache bei Godard: Die Wörter, die zu den Bildern führen
4.11 Godard und das Publikum
5 Alphaville
5.1 Godard über Alphaville
5.2 Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution
5.3 Alphaville und die klassische Erzählstruktur
5.4 Alphaville und der Diskurs der Moderne
5.5 Alphaville und die Macht der Sprache
5.6 Alphaville und Pop Art
5.7 Alphaville und die Rationalität/Irrationalität/Logik
5.8 Alphaville und der Film im Film
5.9 Alphaville und die Kulturgeschichte
5.10 Alphaville und die Politik
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich in Jean-Luc Godards frühen Filmen Aspekte postmoderner Theoriebildung widerspiegeln, mit besonderem Fokus auf der Krise des modernen Subjektverständnisses und der Dezentralisierung des Subjekts. Am Beispiel des Films "Alphaville" wird analysiert, wie Godard durch den bewussten Einsatz von Sprache und eine spezifische filmische Ästhetik die klassischen Erzählkonventionen dekonstruiert, um das Kino als Ort kritischer Reflexion zu etablieren.
4.4 Subjektivismus
Die vollständig objektive Darstellung der Realität ist ein unmögliches Unterfangen ist, da Realität von der Kamera, die sie rahmt, geformt wird und die Entscheidung was sie rahmt von Godard (subjektiv) getroffen wird (vgl. Madan, 2010, S. 1). Aufgrund dessen ist Godard zu der Überzeugung gelangt, dass man wenn man Filme macht lediglich seiner eigenen subjektiven Interpretation von Wirklichkeit treu sein kann.
”Es ist viel Subjektivität, in dem was ich mache und ich versuche diese Subjektivität etwas objektiv, wenn sie so wollen, wiederzugeben. Was objektiv ist weiß ich nicht genau. Ich finde objektiv ist, um ein einfaches Beispiel zu geben, die Leinwand, die ist flach, das ist objektiv. Ein Saal, in den man schaut, man kann sich als Subjekt sehen, das ein Objekt betrachtet, das wiederum anderes Subjektives reflektiert.“ (vgl. Godard, 1981, S. 54)
Diese Einstellung verbindet Godard mit einigen Erkenntnissen der Sprachphilosophie, insbesondere jenen des Strukturalismus, wie sie im zweiten Kapitel dargestellt wurden. Dabei ist insbesondere die Einsicht von Bedeutung, dass auf Grund der Vielzahl der Diskurse in denen wir uns bewegen und der subjektiven Repräsentation mithilfe der Sprache, kein objektiver Diskurs existiere. Eine objektive Wirklichkeit ist somit jeweils nur die Wirklichkeit ihres jeweiligen Diskurses. Die Anerkennung dieser Theorie treibt Godard dazu seinen eigenen subjektiven filmischen Diskurs zu entwickeln und diesen als solchen auch darzustellen.
Obwohl Godard in seinen Filmen einige Einflusse der modernen Erkenntnis- und Sprachphilosophie, welche ich in Kapitel 2 präsentiert habe, anzunehmen scheint, in deren Zusammenhang die Auffassung einer zunehmenden Dezentralisierung des Subjektes entstanden ist, kämpft er jedoch in seinen Filmen gegen den Untergang des Subjektivismus. Ähnlich wie Freud, der hoffte mit seiner Psychoanalyse das Subjekt retten zu können indem er das Es analysiert und aus dem unbewussten Zustand in den bewussten Zustand hervorholt, versucht Jean–Luc Godard die Subjektivität
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, Jean-Luc Godards komplexes Werk zu erschließen, und begründet das Ziel der Arbeit, die Krise des modernen Subjekts in "Alphaville" zu untersuchen.
2 Das moderne Zeitalter: Das Kapitel bietet einen Überblick über erkenntnistheoretische Veränderungen, die das moderne Selbstverständnis prägten, und erläutert die darauf folgende "Krise der Moderne".
3 Repräsentation im Film: Hier wird die Entwicklung der klassischen Erzählstruktur und deren Infragestellung durch den italienischen Neorealismus und den Film Noir als Vorläufer einer kritischen Repräsentation dargestellt.
4 Jean–Luc Godard und die Krise der Moderne: Dieses Kapitel charakterisiert Godards Arbeitsweise, sein Verhältnis zu Sprache, Montage und Politik sowie seinen Versuch, das Kino als Ort kritischer Reflexion anstelle naiver Mimesis zu definieren.
5 Alphaville: In diesem Hauptteil wird "Alphaville" detailliert analysiert, wobei besonders die Macht der Sprache, der Diskurs der Moderne, Pop-Art-Elemente und der politische Kontext des Films untersucht werden.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt, dass Godard in "Alphaville" verschiedene Diskurse experimentell verbindet, um das Subjekt im Sinne einer humanistischen Hoffnung auf Reflexion zu retten.
Jean-Luc Godard, Alphaville, Nouvelle Vague, Krise der Moderne, Dezentralisierung des Subjekts, Repräsentation, Film Noir, Strukturalismus, Sprachphilosophie, Montage, Politische Ästhetik, Postmoderne, Filmgeschichte, Dokumentation und Fiktion.
Die Arbeit untersucht Godards Auseinandersetzung mit der Moderne und der Krise des modernen Subjekts. Dabei liegt der Fokus darauf, wie der Filmemacher diese philosophischen Themen in seinem Werk, speziell im Film "Alphaville", filmisch umsetzt.
Zentrale Themen sind die Dezentralisierung des Subjekts, die Macht der Sprache im Film, die Dekonstruktion klassischer Erzählstrukturen und die Verflechtung von politischer Stellungnahme mit ästhetischer Experimentierfreude.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Godard die "Krise der Repräsentation" und die "Krise des Subjekts" der Moderne filmisch reflektiert und ob er das Subjekt durch einen kritisch-reflexiven Diskurs vor der Auflösung bewahren kann.
Es handelt sich um eine kultur- und filmhistorische Untersuchung, die moderne erkenntnistheoretische und sprachphilosophische Theorien (u.a. von Freud, Saussure, Foucault) auf Godards filmische Praxis anwendet.
Der Hauptteil analysiert Godards Montagetechnik, seinen Umgang mit dem Subjektivismus, die bewusste Distanzierung des Zuschauers sowie die spezifische Rolle der Sprache und intertextueller Verweise in "Alphaville".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nouvelle Vague, strukturalistischer Diskurs, Mise-en-scène, Montage, politische Ästhetik und die Reflexion von Realität als Konstrukt charakterisiert.
Sprache fungiert in "Alphaville" als Herrschaftsinstrument, das von der technokratischen Macht (Alpha 60) genutzt wird, um die Bewohner zu kontrollieren und ihr Bewusstsein einzuschränken. Godard thematisiert dies, um die Macht der Sprache als Konstrukteur von Realität kritisch zu hinterfragen.
Das Überleben der Hauptfigur Lemmy dient der Autorin als Beleg dafür, dass Godard trotz der theoretischen Anerkennung der Dezentralisierung des Subjekts an einer humanistischen Position festhält, die das Subjekt durch Reflexion zu retten versucht.
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