Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Wandel der Familie
2.1 Vom ganzen Haus zur modernen Kleinfamilie
2.2 Wandel der Frau
3. Die Scheidung
3.1 Scheidung und ihre Folgen
3.2 Parental Alienation Syndrome
3.3 Ausdehnung der Partnerkrise auf die Elternschaft
3.4 Chancen sehen
4. Kollisionen
4.1 Kollisionen der Erwartungen
4.2 Kollisionen der Bilder und Sehnsüchte
5. Liebe, Identität und beschädigte Identität
5.1 Die romantische Liebe
5.2 Liebessemantik in der Ehegattenbeziehung und Eltern-Kind-Beziehung
5.2.1 Normativitätsforderung
5.2.2 Reziprozitätsnorm
5.2.3 Monopolanspruch der Liebe
5.3 Liebe und Identität
5.4 Scheidung beschädigt die Identität
6. Bewältigungsversuche der Kinder in der Scheidungssituation
6.1 Bewältigungsversuche der Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren
6.2 Bewältigungsversuche der Kinder im Alter von 2,5 bis 6 Jahren
6.3 Bewältigungsversuche der Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren
6.4 Bewältigungsversuche der Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren
6.5 Bewältigungsversuche der Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren
6.6 Reagieren Jungen anders als Mädchen?
7. Von der Scheidung in die Patchwork-Familie
8. Konfliktursachen in Patchwork-Familien
8.1 Neuer Partner – neues Glück?
8.2 Asymmetrische Elternschaft
8.3 Leibliche und soziale Elternschaft
8.4 Der abwesende leibliche Elternteil: Der unsichtbar anwesende Dritte
8.4.1 Warum beide Eltern wichtig für das Kind sind
8.5 Stiefmütter
8.6 Stiefväter
9. Fazit: Was wird aus den Kindern?
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die spezifischen Konfliktursachen innerhalb von Patchwork-Familien unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf die betroffenen Kinder. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Kinder die Scheidungssituation und die nachfolgende Neuformatierung ihrer Familienkonstellation erleben und verarbeiten.
3.2 Parental Alienation Syndrome
Der Begriff Parental Alienation Syndrome wurde von Richard Gardner, einem klinischen Professor für Kinderpsychiatrie am College of Physicians and Surgeons der Columbia Universität in New York City, im Jahr 1985 das erste Mal eingeführt. In Deutschland fand der Begriff erst 1998 Erwähnung und wurde eingehend von U. Kodjoe und P. Koeppel behandelt. Was ist dieses elterliche Entfremdungssyndrom genau?
PAS bedeutet die kompromisslose Zuwendung eines Kindes zu einem – dem guten, geliebten – Elternteil und die ebenso kompromisslose Abwendung vom anderen – dem bösen, gehassten – Elternteil und tritt auf im Kontext von Sorgerechts- und Umgangskonflikten der Eltern.
Man geht davon aus, dass kein Kindesmissbrauch bzw. keine Vernachlässigung des Kindes vorgelegen hat. Der Elternteil, der abgelehnt wird, wird zum Feindbild erklärt.
Bei der Entfremdung setzt der beeinflussende Elternteil das Kind unter Missbrauch seiner meist uneingeschränkten Einfluss- und Verfügungsmacht – bewusst oder unbewusst – einer gezielten Manipulation aus, die vom anderen ein unzutreffend negatives, realitätsverzerrtes Bild erzeugt [...].
1. Einleitung: Die Arbeit leitet in die Thematik der Patchwork-Familie als Fortsetzungsfamilie ein und skizziert den soziologischen Hintergrund sowie die Relevanz der Scheidungsfolgen für das Kindeswohl.
2. Wandel der Familie: Es wird der Übergang vom vorindustriellen "ganzen Haus" zur modernen bürgerlichen Kleinfamilie sowie der geschichtliche Wandel der Frauenrolle und deren Auswirkung auf die Institution Ehe beleuchtet.
3. Die Scheidung: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen und sozialen Aspekte von Ehescheidungen, das Phänomen des "Parental Alienation Syndrome" sowie die emotionale Dynamik zwischen Eltern und Kindern nach der Trennung.
4. Kollisionen: Fokus liegt auf den psychologischen Konflikten der Ehepartner, insbesondere durch unerfüllte Erwartungshaltungen sowie die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Idealbildern und der Lebensrealität.
5. Liebe, Identität und beschädigte Identität: Hier wird der Zusammenhang von romantischer Liebe als zentralem Fundament moderner Ehen und der daraus resultierenden Identitätsbeschädigung bei Scheitern der Beziehung erörtert.
6. Bewältigungsversuche der Kinder in der Scheidungssituation: Eine detaillierte Analyse, wie Kinder unterschiedlicher Altersgruppen, von Kleinkindern bis hin zu Jugendlichen, auf die Trennung der Eltern reagieren und diese verarbeiten.
7. Von der Scheidung in die Patchwork-Familie: Das Kapitel definiert die Patchwork-Familie als neue, komplexe Lebensform, die aus einer vorangegangenen Trennung hervorgeht und eine Neuorganisation der Familienbeziehungen erfordert.
8. Konfliktursachen in Patchwork-Familien: Es werden die spezifischen Belastungen wie asymmetrische Elternschaft, der Umgang mit abwesenden leiblichen Elternteilen sowie die Rolle von Stiefmüttern und Stiefvätern analysiert.
9. Fazit: Was wird aus den Kindern?: Die abschließende Zusammenfassung betont, dass die erfolgreiche Integration in einer Patchwork-Familie Zeit und kooperatives Handeln der Eltern erfordert, um das Kindeswohl langfristig zu sichern.
Patchwork-Familie, Scheidung, Elternschaft, Kindeswohl, Parental Alienation Syndrome, Identität, Liebessemantik, Sozialer Wandel, Stiefeltern, Trennungsfolgen, Familienkonflikte, Loyalitätskonflikt, Bewältigungsstrategien, Moderne Lebensformen, Erziehung
Die Arbeit beschäftigt sich mit den soziologischen und psychologischen Ursachen von Konflikten in Patchwork-Familien und deren Auswirkungen auf die betroffenen Kinder.
Neben dem gesellschaftlichen Wandel der Familienstruktur stehen die Auswirkungen von Scheidungen, die elterliche Liebessemantik und die spezifischen Herausforderungen in der Patchwork-Familie im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Kinder die Zerrissenheit zwischen getrennten Eltern bewältigen und welche Voraussetzungen für ein gelingendes Familienleben in einer neu geformten Konstellation notwendig sind.
Es handelt sich um eine soziologische Literaturarbeit, die verschiedene theoretische Konzepte und empirische Studien zur Familienforschung zusammenführt und analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Familienwandels, die psychologische Dynamik der Scheidung, die Entwicklung von Kindern in der Scheidungssituation sowie spezifische Konfliktursachen wie die Stiefelternrolle.
Zentrale Begriffe sind Patchwork-Familie, Scheidungsfolgen, Kindeswohl, Parental Alienation Syndrome und Identitätsentwicklung.
Es beschreibt einen Zustand, in dem ein Kind durch gezielte elterliche Manipulation dazu gebracht wird, einen Elternteil kompromisslos abzulehnen und den anderen zu idealisieren.
Laut der Arbeit tragen Stiefmütter häufig eine höhere Last bei der Verantwortung für das emotionale Familienklima und leiden unter unrealistischen Erwartungen an sich selbst sowie an der Beziehung zu den Stiefkindern.
Während Jungen häufiger zu aggressivem oder verhaltensgestörtem Verhalten neigen, ziehen sich Mädchen eher zurück und zeigen sich passiver in der Bewältigung der Situation.
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