Bachelorarbeit, 2013
103 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Gliederung der Arbeit
2. Definitorische Grundlegungen
2.1. Kultur
2.2. Interkulturalität in Abgrenzung zu Multi- und Transkulturalität
2.3. Religion
2.4. Konflikt
2.5. Interkultureller Konflikt
3. Ein dialektisches Wechselspiel: Zum Verhältnis von Kultur, Religion und Konflikt
3.1. Metaperspektiven des aktuellen sozialwissenschaftlichen Diskurs
3.1.1. Die primordialistische Perspektive
3.1.2. Die instrumentalistische Perspektive
3.1.3. Die konstruktivistische Perspektive
3.2. Das Verhältnis von Kultur und Religion
3.3. Kultur und Religion in Konfliktsituationen
3.3.1. Der Ansatz der „Cultural Variability“
3.3.2. Der Ansatz des „Need for Cognitive Closure - NFC“
3.3.3. Der Einfluss von Stress auf Konfliktsituationen
3.3.4. Kulturalisierung und Religiosierung
3.3.4.1. Die Attributionstheorie
3.3.4.2. Der Social Identity Approach
3.3.5. Vorurteile und Stereotype
4. interkulturelle Mediation als Handlungskonzept der Konflikttransformation
4.1. Mediation und ihr implizites Universalitätspostulat
4.2. interkulturelle Mediation perspektivenreflexiv
4.3. Bisherige interkulturelle Mediationsmodelle
4.3.1. Das klassische 5-Phasen Modell
4.3.2. Die Ethno Mediation
4.3.3. Das Mediationsmodell nach Augsburger
4.3.4. Das „Elective Model“ nach Lederach
4.3.5. Die spontane Laienmediation nach Busch
4.3.6. Das kultursynergetische Modell nach Mayer
5. Methoden der interkulturellen Mediation in Konflikten mit religiöser Dimension
5.1. Die Debatte um methodisches oder spontanes Vorgehen
5.2. religiös politisches Dolmetschen nach Aroua
5.3. kunstbasiertes Arbeiten nach LeBaron
5.4. Diapraxis nach Rasmussen
5.5. kulturell balancierte Co-Mediation nach Mason und Kassam
6. Resümee und Ausblick
6.1. Resümee
6.2. Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern interkulturelle Mediation als Modell zur Konflikttransformation in Konflikten mit religiöser Dimension in Deutschland angewendet werden kann. Sie erforscht, wie Kultur und Religion Konfliktsituationen beeinflussen und welche interdisziplinären Methoden geeignet sind, um diese deeskalierend zu bearbeiten.
3.1.1. Die primordialistische Perspektive
Spätestens mit dem Einsturz des World Trade Centers am 11.September 2001, verbreitete sich Huntingtons These des „clash of civilizations“ (dt. „Der Kampf der Kulturen“), erstmals in Foreign Affairs, 1993 veröffentlicht auch außerhalb der akademischen Welt wie ein Lauffeuer. Heute ist sie gar Bestandteil der politischen und feuilletonistischen Sprache geworden und Religion im selben Zug vom (vermeintlichen) Privatissimum zum Politikum avanciert.
Die Primordialisten, bzw. Ihre Anhänger wie Samuel P. Huntington, Bassam Tibi oder Gilles Kepel nehmen in ihrer Perspektive grundlegende Gedanken des Multikulturalismus auf, wenn sie nach Ende des Kalten Krieges eine neue Ära konstatieren, in welcher Allianzbildungen und Konfliktlinien im vorherrschenden Machtvakuum nicht mehr vorrangig politisch-ideologischen (bspw. Nationalismen des 19. und 20. Jh.) oder wirtschaftlichen Interessen folgen, sondern sich entlang als homogen gesehenen kulturell-religiöser Überlieferungen/Zivilisationen („cultural entities“) neu formieren. „An Stelle von Blöcken wie in Zeiten des Kalten Krieges, treten kulturelle Gemeinschaften.“ Diese Zivilisationen werden als urwüchsig und ursprünglich angesehen und mit ihnen ihre kulturell-religiöse Überlieferung. Sie sind Huntington zufolge unterschieden durch: “history, language, culture, tradition and, most important, religion.“
Den Primordialisten nach, gibt es weltweit die drei großen Zivilisationen des christlich-westlichen Kulturkreises, des islamischen und des, von China angeführten konfuzianisch-asiatischen Kulturkreises. Diese drei konkurrieren nun wiederum um die Unterstützung fünf kleinerer. Zu ihnen zählen der japanische-, der hinduistische Kulturkreises in Indien, der orthodoxe -, der lateinamerikanische-, sowie der afrikanische Kulturkreis.
1. Einleitung: Stellt das Problem der steigenden interkulturellen Konflikte in Deutschland dar und definiert das Ziel, interkulturelle Mediation als Lösungsansatz zu erforschen.
2. Definitorische Grundlegungen: Erarbeitet ein Verständnis von Kultur, Religion und Konflikt als dynamische und verflochtene Phänomene.
3. Ein dialektisches Wechselspiel: Zum Verhältnis von Kultur, Religion und Konflikt: Analysiert verschiedene sozialwissenschaftliche Perspektiven auf das Zusammenspiel von Kultur, Religion und Konflikt sowie deren Einfluss auf Stress und Identität.
4. interkulturelle Mediation als Handlungskonzept der Konflikttransformation: Untersucht die Anwendbarkeit klassischer und interkultureller Mediationsmodelle kritisch.
5. Methoden der interkulturellen Mediation in Konflikten mit religiöser Dimension: Stellt konkrete methodische Ansätze vor, die über das reine Kommunikationsverständnis hinausgehen.
6. Resümee und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere Einbeziehung der religiösen Dimension in die Forschung und Praxis interkultureller Mediation.
Interkulturelle Mediation, Konflikttransformation, Religion, Kultur, Identität, Interreligiöse Arbeit, Konflikteskalation, Konstruktivismus, Soziale Identität, Methoden der Mediation, Diversität, Interkulturelle Kompetenz, Friedensarbeit.
Die Arbeit untersucht, wie Mediation erfolgreich eingesetzt werden kann, um interkulturelle Konflikte zu bewältigen, die eine religiöse Komponente aufweisen.
Die zentralen Themen sind das komplexe Verhältnis von Kultur und Religion, die Dynamik von Konflikten in interkulturellen Settings und die Anpassung von Mediationsmethoden an diese Gegebenheiten.
Das Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand der interkulturellen Mediation für den deutschen Kontext aufzubereiten und Methoden zu diskutieren, die religiöse Identitäten als Friedensressourcen und nicht nur als Konfliktursachen begreifen.
Die Autorin wählt einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche, religionssoziologische und konflikttheoretische Perspektiven integriert, um deduktive und induktive Mediationsmodelle zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert theoretische Perspektiven auf Konflikte, stellt verschiedene Mediationsmodelle vor und diskutiert praktische Methoden wie das religiös-politische Dolmetschen oder kunstbasierte Zugänge.
Begriffe wie interkulturelle Mediation, Konflikttransformation, soziale Identität, Konstruktivismus und kultursynergetische Modelle beschreiben den Kern der Untersuchung.
Sie beschreiben die problematische Tendenz, Konflikte primär auf kulturelle oder religiöse Unterschiede zu reduzieren, anstatt ihre sozio-ökonomischen oder situativen Ursachen zu betrachten.
Sie differenziert zwischen dem Primordialismus (Konflikte als „Kampf der Kulturen“), dem Instrumentalismus (Religion als bewusst eingesetztes politisches Instrument) und dem Konstruktivismus (Konflikte als soziale Konstruktionen).
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