Studienarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Forschungsthema
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
2 Grundlagen zu den Begriffen Qualität, Risiko, Beschwerde und Fehler
2.1 Qualität im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens
2.2 Risiko
2.3 Beschwerde
2.4 Dimensionen des Fehlerbegriffes
2.4.1 Definitionen von Fehlern
2.4.2 Fehlerentstehungstheorien
2.4.3 Fehlervorstufen
2.4.4 Fehlerklassifikation
2.4.5 Fehlerursachen
2.4.6 Fehlerauswirkungen
2.4.7 Fehlerkultur
2.4.8 Fehlermanagement
2.4.9 Fehlermeldesysteme
3 Grundlagen zum Bezugsobjekt Behindertenhilfe
3.1 Spezifische Aufgabenstellung und Dienstleistungsangebote
3.2 Eingliederungshilfe
3.3 Finanzierung
3.4 Der Klient im Kontext der Behindertenhilfe
3.5 Paradigmenwechsel
3.6 Lebensqualität als zentraler Qualitätsbegriff
4 Qualitätsstandards in Einrichtungen der Behindertenhilfe
4.1 Gesetzliche Grundlagen
4.2 Qualitätsmaßstäbe
4.3 Konzeptionen und Leistungsvereinbarungen
4.4 Überprüfung der Qualitätsstandards
4.4.1 Interne Überprüfung
4.4.2 Externe Überprüfung
5 Mögliche Fehler in Einrichtungen der Behindertenhilfe
5.1 Fehlerkultur
5.2 Spezifische Fehler
5.2.1 Subjektiv erlebte Mängel und Fehler
5.2.2 Objektiv festzustellende Mängel und Fehler
5.3 Fehlerursachen
5.4 Auswirkungen von Fehlern in der Behindertenhilfe
5.4.1 Klienten als zentrale Betroffenengruppe
5.4.2 Angehörige und gesetzliche Betreuer als Betroffenengruppe
5.4.3 Einrichtungsmitarbeiter als Betroffenengruppe
5.4.4 Auswirkungen auf der Einrichtungsebene
5.4.5 Auswirkungen auf externe Anspruchsgruppen
5.5 Fehlererkennung
5.5.1 Klientenzufriedenheit
5.5.2 Ideen- und Beschwerdemanagement
6 Bedingungen für ein konstruktives Fehlermanagement in Einrichtungen der Behindertenhilfe
6.1 Fehlerkultureller Wandelprozess
6.1.1 Initialisierung
6.1.2 Konzeptionalisierung
6.1.3 Mobilisierung
6.1.4 Umsetzung
6.1.5 Verstetigung
6.2 Von der Fehlerkultur zur Sicherheitskultur
7 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
8 Ausblick
Die Studienarbeit untersucht das Phänomen Fehler und die Bedeutung einer konstruktiven Fehlerkultur in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe, um daraus Ansätze für ein systematisches Fehlermanagement abzuleiten, das die Versorgungsqualität und Lebensqualität der Klienten erhöht.
2.4.2 Fehlerentstehungstheorien
Die große Bandbreite der Fehlerdefinitionen hat folglich auch Auswirkungen auf die Theoriebildung der Fehlerentstehung und damit auf die Beantwortung der Frage der Fehlerursachen.
Unter Einbeziehung der bestehenden Fehlertheorien und der dahinterliegenden Annahmen zu Natur und Gründen menschlicher Fehlleistungen stellt Löber einen detaillierten Überblick der Fehlerentstehungsperspektiven dar und charakterisiert sie in kognitive, ergonomisch-systemische, psychosoziale, verhaltensorientierte, medizinische, organisatorische und integrative Perspektiven der Fehlerentstehung. Letztgenannte integrative Perspektive versucht die Stärken aller Modelle aufzugreifen und ein universelles Modell zu entwerfen. Dieses Modell der Unfallverursachung von James Reason besitzt wissenschaftlich eine hohe Anerkennung und Akzeptanz und wird nachfolgend beschrieben.
Menschliche Fehler werden im Rahmen dieses Modells „nicht zwangsweise als falsche Handlung, sondern als Konsequenz eines unzulänglich gestalteten sozio-technologischen Systems angesehen“. Als Grundannahme des Modells nach Reason dient die Differenzierung in aktive Fehler und latente fehlerbegünstigende Bedingungen. Aktive Fehler werden hierbei als unmittelbar vom Menschen verursachte Fehler verstanden, deren Auswirkungen meist direkt erfahrbar sind. Latente Bedingungen sind vielfach auf systemischer Ebene versteckt, und der Zusammenhang mit dem bestehenden Kontrollmechanismus eines Systems ist meist nicht offensichtlich erkennbar. Treffen diese latenten Bedingungen (wie z.B. ungünstige Umstände, unzureichendes Wissen, fehlerhafte Zustände) aber auf auslösende Faktoren wie z.B. auf aktive Fehler, kann dies zu Systemunfällen führen, wenn dadurch systemimmanente Sicherungsebenen durchdrungen werden. D.h. einem auslösenden offensichtlichen Faktor gehen mehrere Fehlervorstufen und Fehlerbedingungen voraus. Diese Kombination ist als „Swiss Cheese Modell“ nach Reason bekannt geworden und wird in der Abbildung 1 dargestellt:
1 Einleitung: Einführung in die Unvermeidbarkeit von Fehlern in sozialen Berufen und die Notwendigkeit eines systematischen Fehlermanagements als Wettbewerbsvorteil.
2 Grundlagen zu den Begriffen Qualität, Risiko, Beschwerde und Fehler: Theoretische Fundierung der zentralen Begriffe und Vorstellung gängiger Modelle zur Fehleranalyse und Entstehung.
3 Grundlagen zum Bezugsobjekt Behindertenhilfe: Darstellung der spezifischen Rahmenbedingungen, des Paradigmenwechsels und der Bedeutung von Lebensqualität in der Behindertenhilfe.
4 Qualitätsstandards in Einrichtungen der Behindertenhilfe: Erläuterung der gesetzlichen Vorgaben, Qualitätsmaßstäbe und der Methoden zur internen sowie externen Qualitätsüberprüfung.
5 Mögliche Fehler in Einrichtungen der Behindertenhilfe: Detaillierte Betrachtung spezifischer Fehlerformen, deren Ursachen und Auswirkungen auf Klienten und Institutionen.
6 Bedingungen für ein konstruktives Fehlermanagement in Einrichtungen der Behindertenhilfe: Aufzeigen eines Wandelprozesses zur Implementierung einer Sicherheitskultur innerhalb der Einrichtung.
7 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse: Synthese der Erkenntnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
8 Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung zum Handlungsbedarf und zur zukünftigen Bedeutung einer fehlerkulturellen Entwicklung in der Behindertenhilfe.
Fehlerkultur, Fehlermanagement, Behindertenhilfe, Qualitätssicherung, Lebensqualität, Risikomanagement, Patientensicherheit, Eingliederungshilfe, Heimaufsicht, Sozialwesen, Fehlerentstehung, Sicherheitskultur, Beschwerdemanagement, Inklusion, Paradigmenwechsel
Die Arbeit analysiert den Umgang mit Fehlern in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und entwickelt Konzepte für ein konstruktives Fehlermanagement.
Im Zentrum stehen die Verknüpfung von Qualitätssicherung mit Fehlerkultur, die spezifischen Rahmenbedingungen der Behindertenhilfe und die Auswirkungen von Fehlern auf Klienten.
Das Ziel ist es, Bedingungen für einen konstruktiven fehlerkulturellen Wandel in Wohneinrichtungen zu identifizieren, um Fehler zu reduzieren und die Lebensqualität der Bewohner zu fördern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Forschungsergebnisse aus dem medizinisch-pflegerischen Kontext und überträgt diese auf die Strukturen der Behindertenhilfe.
Der Hauptteil befasst sich mit den Dimensionen des Fehlerbegriffs, der Analyse spezifischer Fehlerursachen, der Rolle der Heimaufsicht und den Phasen eines fehlerkulturellen Wandlungsprozesses.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fehlerkultur, Behindertenhilfe, Lebensqualität, Fehlermanagement und Qualitätsstandards geprägt.
Es dient dazu zu verstehen, dass Fehler oft nicht nur durch einzelne Personen, sondern durch latente systemische Mängel entstehen, was ein gezieltes Fehlermanagement auf Organisationsebene notwendig macht.
Objektive Mängel (z. B. Hygiene) lassen sich durch externe Prüfungen gut feststellen, während subjektive Mängel (z. B. mangelnde Wertschätzung) subtil sind und oft nur schwer durch externe Audits erfasst werden können.
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