Bachelorarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. IDENTITÄTSKONZEPTE IM SCHLAGLICHT DES GESELLSCHAFTLICHEN WANDELS
2.1 IDENTITÄTSKONSTRUKTIONEN- VERSUCH EINER EINORDNUNG UND BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.2 G. H. MEAD UND IDENTITÄT ALS SPIEGEL SOZIALER PROZESSE
2.3 E. H. ERIKSON UND DAS ENTWICKLUNGSMODELL DER ACHT PHASEN DES MENSCHEN
2.4 MEAD UND ERIKSON IN DER GEGENÜBERSTELLUNG
2.5 IDENTITÄT IN DER POSTMODERNE
3. WEIBLICHE IDENTITÄT UND POSTMODERNE
3.1 FRAUEN ALS PROTAGONISTINNEN DES GESELLSCHAFTLICHEN WANDELS
3.2 WEIBLICHE LEBENSENTWÜRFE ZWISCHEN TRADITION UND (POST-)MODERNE
3.3 WEIBLICHE IDENTITÄT IM KONTEXT POSTMODERNER KÖRPERBILDER
4. SCHLUSSFOLGERUNG
Die Arbeit untersucht, wie Frauen in postmodernen Gesellschaften angesichts des Wandels traditioneller Leitbilder und der Pluralisierung von Lebensmodellen Identität aushandeln. Dabei wird analysiert, inwieweit klassische Identitätstheorien (Mead, Erikson) auf die moderne weibliche Lebenssituation anwendbar sind und welche Rolle Erwerbsarbeit, Familie und mediale Körperbilder bei diesem Prozess spielen.
3.3 Weibliche Identität im Kontext postmoderner Körperbilder
Ein weiterer Aspekt postmoderner Gesellschaften stellt meines Erachtens die Veränderung der Zugehörigkeitsdimensionen dar, wobei übergeordnete Sinnsysteme wie etwa die der Religion oder die bindende Zugehörigkeit zu einem sozialen oder kulturellen System an Bedeutung und Identifikationspotenzial verlieren. Erikson (1966, S.96) verweist im Rahmen seiner Identitätstheorie auf das Element der „Ideologie“ (ebd.), das insbesondere im Rahmen der Adoleszenz eine bedeutende Dimension darstellt im Hinblick auf eine Orientierung, vermittelt durch soziale Institutionen, die Jugendliche in Auseinandersetzung mit ideologischen Werten und Weltbildern gewinnen. Im Zuge von Pluralisierung und Globalisierung sind Individuen mit einer Unübersichtlichkeit und Unsicherheit konfrontiert, die sich auch im Hinblick auf die von Erikson genannten Ideologien zeigt. Hall (1994, S.217) bemerkt dazu, dass zentrierte und ‚geschlossene‘ Identitäten, die sich auf eine nationale Kultur beziehen, zunehmend zerstreut werden, dass eine Pluralisierung von Identitäten stattfindet, die mit einer enormen Vielfalt an Möglichkeiten und Positionen der Identifikation einhergeht17.
Die Auflösung traditioneller Leitbilder bringt nach Keupp (1994, S.336) auch neue Identitätszwänge und rigide Formen der Identifikation mit sich. Vor diesem Hintergrund verweist die Erziehungswissenschaftlerin Ingeborg Stahr (2000, S.82) darauf, dass die Orientierung an rigiden Formen von Leitbildern ihren Ausdruck finden kann in der Flucht zu Rechtsradikalismus, Sucht oder etwa Idealen wie das eines „vollmobilen, permanent leistungsfähigen Einzelindividuums“ (ebd.) oder eines „immer schlanken, jugendlichen Körpers“ (ebd.). Nach Stahr (ebd.) stellt die Veränderung der Bedeutung des Körpers eines der auffälligsten Phänomene des gesellschaftlichen Wandels dar, wobei sie anmerkt, dass die Zugehörigkeit zu einer Schicht oder sozialen Gruppe kein uneingeschränktes Unterscheidungsmerkmal bildet, sondern dass „die greifbaren Aspekte des Körpers und des körperlichen Selbst zum vorrangigen Mittel der Unterscheidung und Identitätspräsentation“ (ebd., S.82) geworden sind.
1. EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert den Wandel weiblicher Identitätsherstellung unter den Bedingungen einer individualisierten und pluralisierten Postmoderne.
2. IDENTITÄTSKONZEPTE IM SCHLAGLICHT DES GESELLSCHAFTLICHEN WANDELS: Es werden die Identitätstheorien von G. H. Mead und E. H. Erikson vorgestellt und in den historischen Kontext der Moderne sowie den Diskurs der Postmoderne eingeordnet.
3. WEIBLICHE IDENTITÄT UND POSTMODERNE: Dieser Teil analysiert die spezifischen Anforderungen an Frauen im Spannungsfeld zwischen Erwerbsarbeit, Familie und der zunehmenden Bedeutung des Körpers als Identitätsmedium.
4. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit resümiert, dass Identität für Frauen in der Postmoderne zu einem komplexen, unsicheren Aushandlungsprozess geworden ist, der zwischen Freiheit und neuen Abhängigkeiten oszilliert.
Weibliche Identität, Postmoderne, Identitätsarbeit, Gesellschaftlicher Wandel, G. H. Mead, E. H. Erikson, Erwerbsarbeit, Familie, Körperbilder, Individualisierung, Körpertechnologien, Selbstkonstruktion, Gender, Sozialisation, Rollenkonfusion.
Die Arbeit untersucht, wie sich weibliche Identitätskonzepte in der Postmoderne angesichts gesellschaftlicher Transformationsprozesse und des Wegfalls traditioneller Leitbilder verändern.
Die Schwerpunkte liegen auf Identitätstheorien, dem gesellschaftlichen Wandel, der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie sowie der zunehmenden Rolle körperbezogener Identitätskonstruktionen.
Ziel ist es zu ergründen, wie Frauen heute Identität herstellen und aushandeln müssen und inwiefern klassische Identitätstheorien dieses moderne Spannungsfeld erklären können.
Die Autorin wählt einen theoretisch-analytischen Ansatz, der existierende sozialpsychologische Identitätstheorien und soziologische Diskurse zur Postmoderne synthetisiert.
Im Hauptteil werden die Theorien von Mead und Erikson gegenübergestellt, weibliche Lebensentwürfe zwischen Tradition und Postmoderne analysiert und der Körper als "Präsentationsplattform" untersucht.
Wichtige Begriffe sind Identitätsarbeit, Postmoderne, doppelte Lebensführung, Individualisierung, Körperbilder und der Aushandlungsprozess zwischen Selbst- und Fremdbildern.
Während Erikson die psychische Kontinuität und Integration über Lebensphasen hinweg betont, legt Mead den Fokus auf den interaktionalen Prozess der Rollenübernahme im sozialen Spiegel des Anderen.
In der Postmoderne dient der Körper zunehmend als Medium zur sozialen Positionierung, da er zum einen als "Projekt" gestaltet werden kann und zum anderen über mediale Bilder normative Erwartungen an Weiblichkeit (z.B. Jugendlichkeit) vermittelt.
Dies bezieht sich auf das Phänomen, dass junge Frauen trotz erlangter Freiheiten und Bildungszugänge in Beziehungen weiterhin oft an traditionellen Rollenbildern festhalten oder diese in modernisierter Form reproduzieren.
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