Bachelorarbeit, 2013
73 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung und Problemstellung
2 Einwanderungs- & Grenzsicherungspolitik in der EU
2.1 Wichtige Stationen in der europäischen Einwanderungs- & Grenzsicherungspolitik
2.2 Asylpolitik einzelner EU-Länder am Beispiel Deutschlands
2.3 Folgen für die Migration nach Europa
2.3.1 Migrationsrouten in die Europäische Union
2.3.2 Todesopfer an den Grenzen Europas
3 Migration von Afrika nach Europa
3.1 Migration von Senegal nach Europa
3.2 Die Pirogen-Migration
4 Dakar – Zur Auswahl des Stadtbeispiels
4.1 Der Senegal
5 Methodik
5.1 Diskurstheorie nach Siegfried Jäger
5.2 Die kritische Diskursanalyse
5.3 Die Diskursanalyse in der Politikwissenschaft
5.4 Die Bild- Diskurs-Analyse
5.5 Materialsammlung
6 Bilder Europas in Afrika
6.1 Paradies Europa
6.2 Festung Europa
7 Hypothesen
8 Bilder Europas in den Straßen Dakars
8.1 Der Kampf der Diskurse und der Versuch der Dekonstruktion
8.2 Kollektivsymbol Piroge
8.3 Verinnerlichte Festung Europa
9 Zusammenfassung und Ausblick
10 Bildanhang
Die Arbeit untersucht, wie das Bild von Europa in afrikanischen Großstädten diskursiv konstruiert wird und ob hierbei die Vorstellung eines paradiesischen Sehnsuchtsortes oder einer unüberwindbaren Festung dominiert. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse öffentlicher visueller Darstellungen in Dakar, um die Perspektive der Menschen vor Ort jenseits eurozentrischer Sichtweisen zu erfassen.
3.1 Migration von Senegal nach Europa
In Europa herrscht das weit verbreitete Bild Afrikas als Krisenkontinent, aus dem die Menschen vor allem aufgrund von Kriegen und Umweltkatastrophen fliehen. Dabei sind aber die Gründe für die Emigration aus dem Senegal weitaus vielschichtiger. Traditionell galt der an der Westküste Afrikas gelegene Staat Senegal lange als „Zielland für andere westafrikanische Migranten. Diese Situation hat sich allerdings in der letzten Dekade geändert. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und demographischer Umwälzungen wandern heute zahlreiche Senegalesen nach Europa aus“ (Bunk 2011: S.38). Vor allem das enorme Bevölkerungswachstum kann als einer der Hauptauslöser für den steigenden Migrationsdruck gelten. So hat sich die Bevölkerung „zwischen 1976 und 2008 mehr als verdoppelt“ (ebd.). Lebten 1976 noch rund fünf Millionen Einwohner im Senegal, waren es 2009 schon zwölf Millionen (vgl. ebd.) Heutzutage sind wesentliche Push-Faktoren für die Migration nach Europa vor allem die „wirtschaftlichen und politischen Krisen, die Trockenheit, der Mangel an Ressourcen und die hohe Arbeitslosenquote“ (Assopgoum 2011: S.145). So liegt die Arbeitslosenquote schon über Jahre hinweg bei 48 Prozent (vgl. Bunk 2011: S.40). Migration aus Fluchtgründen spielt hingegen eher eine untergeordnete Rolle. Der Senegal kann als „relativ stabil“ (Assopgoum 2011: S.42) beschrieben werden.
1 Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die allgegenwärtige europäische Thematik im Alltag Dakars ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit nach der Konstruktion des Europabildes.
2 Einwanderungs- & Grenzsicherungspolitik in der EU: Das Kapitel skizziert die zunehmend restriktive Abschottungspolitik der EU und analysiert deren Konsequenzen, insbesondere die Gefährdung der Migranten durch die Verschärfung von Grenzkontrollen.
3 Migration von Afrika nach Europa: Hier werden die Push- und Pull-Faktoren der Migration beleuchtet sowie die Bedeutung von Rücküberweisungen für senegalesische Haushalte und die spezifischen Herausforderungen der Pirogen-Migration erörtert.
4 Dakar – Zur Auswahl des Stadtbeispiels: Das Kapitel begründet die Wahl Dakars als Forschungsort aufgrund der sozialen Gegensätze, der Rolle als Transitknotenpunkt und der kolonialen Prägung.
5 Methodik: Es wird der theoretische und methodische Rahmen der Arbeit, bestehend aus Diskurstheorie, kritischer Diskursanalyse und der spezifischen Bild-Diskurs-Analyse nach Stefan Meier, erläutert.
6 Bilder Europas in Afrika: Dieser Abschnitt thematisiert, wie Medien, Rückkehrer und Touristen das Europabild als Paradies oder Festung beeinflussen und welche kulturellen Folgen die Entfremdung hat.
7 Hypothesen: Basierend auf den Vorüberlegungen werden zwei Hypothesen zur Konstruktion des Europabildes im Kontext von Armut und Migrationspolitik aufgestellt.
8 Bilder Europas in den Straßen Dakars: Das Kernkapitel präsentiert die Analyse der in Dakar gefundenen Bildmaterialien, die Europa maßgeblich als unüberwindbare Festung darstellen.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Diese Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die ethische Verantwortung der Industrienationen angesichts der humanitären Folgen ihrer Migrationspolitik.
10 Bildanhang: Dokumentation des verwendeten Bildmaterials aus Dakar und der medialen Berichterstattung.
Migration, Senegal, Dakar, Festung Europa, Paradies, Diskursanalyse, Bild-Diskurs-Analyse, Pirogen, Grenzsicherungspolitik, Rücküberweisungen, illegale Migration, Abschottung, Konstruktivismus, Bildmedien, Migrationsforschung
Die Arbeit untersucht, wie das Bild von Europa in den Straßen von Dakar (Senegal) öffentlich konstruiert wird und wie sich dieses Bild zwischen den Polen „Paradies“ und „Festung“ bewegt.
Die zentralen Themen umfassen die europäische Migrationspolitik, die Ursachen und Realitäten der irregulären Migration aus dem Senegal sowie die machtvolle Rolle von Bildern in der öffentlichen Kommunikation.
Das Ziel ist es, die „europäische Brille“ abzulegen und zu erforschen, welche Narrative durch öffentliche Wandmalereien und Plakate in Dakar über Europa vermittelt werden.
Die Autorin nutzt die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger sowie eine spezialisierte Bild-Diskurs-Analyse nach Stefan Meier.
Der Hauptteil umfasst eine Analyse der Migrationsfaktoren, die europäische Grenzpolitik, die theoretische Verankerung der Diskursanalyse und eine empirische Bild-Diskurs-Analyse von in Dakar erhobenem Material.
Wichtige Begriffe sind Migration, Senegal, Festung Europa, Paradies, Bild-Diskurs-Analyse und Grenzsicherungspolitik.
Die Pirogen-Migration wird als zentrales Kollektivsymbol untersucht, das im Diskurs den Übergang von einer hoffnungsvollen Reise in ein „Paradies“ hin zu einem lebensgefährlichen Unterfangen in einer „Festung“ markiert.
Sie kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten öffentlichen Darstellungen primär Europa als unüberwindbare Festung inszenieren, um Migranten vor den Gefahren der illegalen Überfahrt zu warnen, jedoch kaum legale Alternativen thematisieren.
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