Diplomarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 14
1. Einleitende Bemerkungen
2. Humankapitaltheorie
2.1 Entstehung und Entwicklung
2.2 Leitgedanken
2.3 Politik und Humankapitaltheorie
3. Gesellschaftliche Entwicklungen
3.1 Die Wissensgesellschaft
3.1.1 Konzept der Wissensgesellschaft
3.1.2 Kritik der Wissensgesellschaft
3.2 Anforderungen an den Einzelnen und Neuausrichtung des Bildungsverständnisses
3.3 Entwicklungen im Hochschulsystem
3.3.1 Bachelor- und Masterisierung
3.3.2 Studiengebühren
4. Entwicklungen in Europa und Deutschland
4.1 Der Bologna-Prozess
4.2 Der Hochschulpakt 2020
5. Exzellenzinitiative
5.1 Ziele und Beweggründe
5.2 Förderlinien und Ergebnisse
5.2.1 Bemerkungen genereller Art
5.2.2 Graduiertenschulen
5.2.3 Exzellenzcluster
5.2.4 Zukunftskonzepte
5.3 Volkswirtschaftliche Analyse
6. Schlussbemerkungen
Die Diplomarbeit untersucht das hochschulpolitische Konzept der Exzellenzinitiative vor dem Hintergrund eines globalen Strukturwandels. Ziel ist es, die Ziele, Instrumente und ökonomischen Auswirkungen dieses Programms unter Anwendung der Humankapitaltheorie kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen, ob die Initiative den Anforderungen einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft gerecht wird.
2. Humankapitaltheorie
Die Humankapitaltheorie stellt den inhaltlichen Kern einer verhältnismäßig jungen volkswirtschaftlichen Teildisziplin dar, nämlich der Bildungsökonomie. Sie entstand zu Beginn der 1960er Jahre und untersucht den Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau eines Individuums und dessen Einkommensverhältnissen. Basierend auf dieser mikroökonomischen Betrachtung befasst sich der makroökonomische Part dieser Theorie mit der Frage, ob und inwieweit Investitionen in Bildung das Wirtschaftswachstum und damit einhergehend den Wohlstand einer Gesellschaft beeinflussen.
Wenngleich die Humankapitaltheorie ihre genaue wissenschaftliche Entwicklung und Ausformung in den 1960er Jahren erfuhr, so sind bereits bei Adam Smith erste humankapitaltheoretische Ansätze auffindbar: „der Arbeitslohn schwankt je nach der Leichtigkeit und Wohlfeilheit, oder der Schwierigkeit und Kostspieligkeit, das Geschäft zu erlernen. Wenn eine kostspielige Maschine errichtet ist, wird die durch sie gelieferte ungemein umfangreiche Arbeit das für ihre Herstellung bis zu ihrer Abnutzung ausgelegte Kapital wenigstens mit den gewöhnlichen Gewinnen wieder ersetzen müssen. Ein Mensch, der mit viel Arbeit und Zeit zu einem der Geschäfte erzogen wurde, die ungewöhnliche Fertigkeit und Geschicklichkeit einfordern, kann mit einer solchen kostspieligen Maschine verglichen werden. Die erlernte Arbeit wird, wie zu erwarten ist, ihm über dem üblichen Lohn für gemeine Arbeit alle Kosten seiner Erziehung wenigstens mit dem gewöhnlichen Gewinn eines gleich wertvollen Kapitals wieder ersetzen.“
1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die Genese der Exzellenzinitiative und Einordnung in den Kontext nationaler Bildungsreformen sowie der Qualifizierungsinitiative.
2. Humankapitaltheorie: Theoretische Grundlegung der Arbeit, welche Bildung als Investition in Produktivitätssteigerung und ökonomisches Wachstum begreift.
3. Gesellschaftliche Entwicklungen: Darstellung des Strukturwandels von der Industrie- zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und der daraus resultierenden Anforderungen an Bildung.
4. Entwicklungen in Europa und Deutschland: Analyse des Bologna-Prozesses und des Hochschulpakts 2020 als Maßnahmen zur Internationalisierung und Kapazitätserweiterung.
5. Exzellenzinitiative: Zentrale ökonomische Analyse der Ziele, Förderlinien und Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf die deutsche Hochschullandschaft.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des deutschen Hochschulsystems im globalen Wettbewerb.
Exzellenzinitiative, Humankapitaltheorie, Wissensgesellschaft, Bildungsökonomie, Bologna-Prozess, Hochschulpakt 2020, Hochschulreform, Investitionen in Bildung, Innovationsfähigkeit, Fachwissen, Wissensvorsprung, Graduiertenschulen, Exzellenzcluster, Zukunftskonzepte, Standortwettbewerb.
Die Arbeit analysiert das Konzept der Exzellenzinitiative aus volkswirtschaftlicher Sicht und untersucht dessen Wirksamkeit für den Wissenschaftsstandort Deutschland.
Zentrale Themen sind die Humankapitaltheorie, der gesellschaftliche Wandel zur Wissensgesellschaft sowie politische Reformvorhaben wie der Bologna-Prozess.
Ziel ist es, die ökonomischen Motive hinter der Exzellenzinitiative zu identifizieren und zu prüfen, ob diese das deutsche Hochschulsystem international konkurrenzfähiger machen.
Der Verfasser nutzt eine ökonomische Analyse, basierend auf humankapitaltheoretischen Ansätzen, um staatliche Bildungs- und Forschungsförderungen kritisch zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Humankapital), die sozioökonomische Rahmenbedingungen, die Bologna-Reformen und eine tiefgehende Analyse der drei Förderlinien der Exzellenzinitiative.
Wichtige Begriffe sind Wissensgesellschaft, Humankapital, Exzellenzinitiative, Innovation, Globalisierung und Wettbewerbsfähigkeit.
Der Autor steht der Umstellung grundsätzlich positiv gegenüber, sofern sie zur Studienzeitverkürzung führt, kritisiert jedoch die Eile und die Gefahr einer Entwertung des Bachelors.
Ja, Studiengebühren werden als Mittel zur Finanzierung diskutiert, wobei der Autor ihre Einführung unter der Bedingung staatlicher Kreditprogramme positiv bewertet.
Der Autor plädiert dafür, Spitzenforschung gezielter zu fördern, und sieht in der Abkehr vom reinen Egalitarismus hin zu einem "Differenzierungsparadigma" eine notwendige Anpassung an globale Wettbewerbsbedingungen.
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