Bachelorarbeit, 2012
59 Seiten, Note: 2,3
1. BilMoG – Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung
1.1 Grundlegende Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers
1.2 Spezielle Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers bei der Bewertung von Finanzinstrumenten
2. Einführung der Fair-Value-Bewertung für Finanzinstrumente
2.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach HGB
2.2 Bewertung von Finanzinstrumenten
2.2.1 Gesetzliche Regelung vor dem BilMoG
2.2.2 Gesetzliche Neuregelung
3. Vergleich zu IFRS
3.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach IFRS
3.1.1 Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss
3.1.2 Available for Sale Financial Assets
3.1.3 Held to Maturity Investments
3.1.4 Loans and Receivables
3.2 Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS
3.3 Überschneidungen und Abweichungen zum HGB
4. Wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Bewertungsvorschrift
4.1 Positive Auswirkungen der Fair-Value-Konzeption
4.2 Negative Auswirkungen der Fair-Value-Konzeption
4.3 Mögliche Konsequenzen in Boomzeiten der Wirtschaft
4.4 Mögliche Konsequenzen in Krisenzeiten der Wirtschaft
5. Fazit und Ausblick
5.1 Fair Value - mehr Fluch als Segen
5.2 Vorschläge für die Anwendung des Fair Value in Maßen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Bewertung von Finanzinstrumenten im deutschen Handelsrecht und setzt diese in Bezug zu den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit der durch das BilMoG eingeleitete Paradigmenwechsel – weg vom reinen Anschaffungskostenprinzip hin zur Fair-Value-Bewertung – sinnvoll ist und welche Konsequenzen dieser für die Unternehmen sowie für das deutsche Bilanzwesen hat.
2.2.2 Gesetzliche Neuregelung
Die Neugestaltung der handelsrechtlichen Vorschriften ist bei allen Geschäftsjahren, die nach dem 31.12.2008 beginnen, heranzuziehen. Grundsätzlich hat der Gesetzgeber zwei unterschiedliche Rechtsbestimmungen veranlasst. Für Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, im Folgenden als Nicht-Banken zusammengefasst, findet der Gesetzestext unter § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB Anwendung, welcher laut § 340a Abs. 2 HGB auch für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute gelten würde. Indes sind Banken verpflichtet, sich an die Regelung nach § 340e Abs. 3 HGB zu halten. Gemäß BilMoG haben Nicht-Banken das „Full Fair Value-Konzept“ anzusetzen, sofern die in Kapitel 2.1. definierten Voraussetzungen für zu Handelszwecken erworbene Finanzinstrumente erfüllt sind. Dagegen sieht die Reform weder ein „Full Fair Value-Konzept“ noch ein „Imparitätisches Fair Value-Konzept“ für Banken vor, weil Finanzinstitute abzüglich vom Fair Value einen Risikoabschlag abzuführen haben.
Die Anwendung der Zeitwertbilanzierung unterliegt der Voraussetzung des Going-Concern-Prinzips (§ 252 Abs. 1 Satz 2 HGB). Demgemäß hegt das Unternehmen weder die Intention noch ist es gezwungen, dessen Vermögensgegenstände zu liquidieren, den Geschäftsbetrieb einzuschränken oder Geschäftsverträge zu unvorteilhaften Konditionen abzuschließen. Somit wird verhindert, dass der Fair Value auf Basis von notgedrungenen Verkäufen, Zwangsgeschäften oder unfreiwilligen Liquidationen ermittelt wird. Nichtsdestotrotz liefert der beizulegende Zeitwert dennoch eine Aussage über die Kreditwürdigkeit des Finanzinstruments und damit auch des emittierenden Unternehmens.
BilMoG – Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe des Gesetzgebers für die Reform und die Ziele der Modernisierung, insbesondere im Hinblick auf eine stärkere internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse.
Einführung der Fair-Value-Bewertung für Finanzinstrumente: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und die Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach HGB sowie die spezifischen Regelungen zur Bewertung detailliert dargestellt.
Vergleich zu IFRS: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Definitionen, Kategorien und Bewertungsansätze von Finanzinstrumenten zwischen HGB und IFRS.
Wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Bewertungsvorschrift: Dieses Kapitel analysiert die Chancen und Gefahren der Fair-Value-Bewertung und beleuchtet die Folgen für Unternehmen in Boom- und Krisenzeiten.
Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet das Fair-Value-Konzept kritisch und unterbreitet Vorschläge für eine moderatere Anwendung dieser Bewertungsmethode im deutschen Recht.
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG, Finanzinstrumente, Fair Value, beizulegender Zeitwert, HGB, IFRS, Anschaffungskostenprinzip, Vorsichtsprinzip, Handelsbestand, Zeitwertbilanzierung, Risikoabschlag, Finanzkrise, Unternehmensbewertung
Die Arbeit befasst sich mit der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz eingeführten Fair-Value-Bewertung von Finanzinstrumenten und vergleicht diese mit den internationalen Standards (IFRS).
Schwerpunkte sind die gesetzlichen Änderungen durch das BilMoG, die Klassifizierung von Finanzinstrumenten, der Vergleich mit IFRS sowie die wirtschaftlichen Folgen für Banken und Industrieunternehmen.
Ziel ist es, das Ausmaß der Annäherung des deutschen Handelsrechts an die IFRS zu beleuchten und zu hinterfragen, ob die Fair-Value-Bewertung in der Praxis tatsächlich vorteilhaft ist.
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und analytische Arbeit, die auf Basis von Gesetzesauslegungen, Literaturstudien und praxisorientierten Fallbeispielen erstellt wurde.
Im Hauptteil werden die konkreten Bewertungsvorschriften vor und nach dem BilMoG erläutert, ein detaillierter Vergleich mit den IFRS-Kategorien angestellt und die Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzen untersucht.
Zentrale Begriffe sind BilMoG, Fair Value, Finanzinstrumente, Zeitwertbilanzierung und die Auswirkungen auf das Vorsichtsprinzip.
Nicht-Banken folgen primär einem Full-Fair-Value-Konzept unter bestimmten Voraussetzungen, während Banken zusätzliche Risikoabschläge vornehmen müssen und einen Sonderposten für Bankrisiken bilden.
Da der Fair Value auf Marktpreisen basiert, führt er in Hochkonjunkturphasen zu Zuschreibungen und in Krisenzeiten zu Abschreibungen, was die konjunkturellen Schwankungen in der Bilanz verstärkt.
Das Vorsichtsprinzip wird als Eckpfeiler des HGB verteidigt; die Arbeit analysiert, wie die Fair-Value-Bewertung dieses Prinzip aufweicht und welche Risiken dies für den Gläubigerschutz birgt.
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