Examensarbeit, 2013
65 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung: Geschichte der Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland im Wandel der Ernährermodelle
2 Frauen und Karriere im Deutschland des 21. Jahrhunderts
2.1 Frauen in Führungspositionen – Zahlen und Fakten
2.2 Gründe für den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen
2.2.1 Geschlechterstereotypen und Geschlechtsrollenorientierung
2.2.2 Vereinbarkeit von Karriere und Kindern – Die doppelte Vergesellschaftung von Frauen
2.2.3 Einfluss von Partnerschaft auf die Karriere
2.2.4 Statistische Diskriminierung
2.2.5 Zugang zu informellen Netzwerken
2.2.6 Innerbetriebliche Segmentation
2.3 Zwischenfazit
3 Politische Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen
3.1 Gleichstellungspolitik in der EU und Deutschland
3.2 Lösung Frauenquote? – Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Verhandlungen in der EU und in Deutschland
3.3 Vorbild Norwegen?
3.4 Alternative Maßnahmen zur Erhöhung der Quote von Frauen in Führungspositionen
4 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Einführung einer verbindlichen Frauenquote in Deutschland eine geeignete Maßnahme darstellt, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen, und welche weiteren politischen Instrumente hierfür erforderlich sind.
2.2.1 Geschlechterstereotypen und Geschlechtsrollenorientierung
Geschlecht ist zum einen ein biologisches Merkmal („Sex“), zum anderen aber auch ein soziales Merkmal („Gender“), welches in der Gesellschaft kontinuierlich durch ein „Doing Gender“ konstruiert wird (vgl. Binder 2007: 50; vgl. Busch/Holst 2012: 83). Die Unterscheidung zwischen Mann und Frau basiert in ihrer Ursprünglichkeit auf den differierenden, biologischen Merkmalen beider Geschlechter. Die biologische Geschlechtszugehörigkeit einer Person aktiviert jedoch bei anderen Personen eine entsprechende Außenperspektive, welche geprägt ist durch kognitive Strukturen, die sozial geteiltes Wissen über die charakteristischen Merkmale von Frauen und Männern enthalten (vgl. Eckes 2004: 165; vgl. Abele 2002a: 51). Diese kognitiven Strukturen und Eigenschaftszuschreibungen werden als Geschlechterstereotype bezeichnet (vgl. Eckes 2004: 165).
Stereotype sind, allgemein ausgedrückt, Verhaltenserwartungen an eine Person, die einer bestimmten sozialen Gruppe – in unserem Falle einem bestimmten Geschlecht – angehören (vgl. Brettschneider 2008: 66). Sie sind ein beständiges menschliches Phänomen, geben Orientierung und Sicherheit und werden auch benutzt, um bestehende soziale Rollenzuschreibungen zu rechtfertigen (vgl. ebd.). Geschlechtsstereotype in Bezug auf Führung beinhalten für Frauen z. B. die Attribute sanft, einfühlsam, abhängig, emotional und reaktiv und für Männer die Attribute dominant, unabhängig, rational, selbstsicher, emotionsarm und konkurrenzfreudig (vgl. ebd.: 67). Mit dem Berufsbild „Manager“ werden immer noch hauptsächlich männliche Attribute verbunden, woran sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas geändert hat (vgl. ebd.).
1 Einleitung: Geschichte der Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland im Wandel der Ernährermodelle: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Erwerbsbiografien von Frauen nach und beleuchtet die Entwicklung vom bürgerlichen Ernährermodell bis zu modernen Familienmodellen.
2 Frauen und Karriere im Deutschland des 21. Jahrhunderts: Hier wird der Status quo der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen belegt und theoretisch durch betriebliche sowie sozialpolitische Faktoren wie Rollenbilder und Diskriminierung erklärt.
3 Politische Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen: Das Kapitel analysiert Pro- und Contra-Argumente für eine Frauenquote, bewertet das norwegische Modell sowie aktuelle deutsche und europäische Gesetzesinitiativen.
4 Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert, dass eine Frauenquote als „exogener Schock“ notwendig ist, um festgefahrene Pfadabhängigkeiten zu durchbrechen, jedoch zwingend von flankierenden familienpolitischen Maßnahmen begleitet werden muss.
Frauenquote, Führungspositionen, Deutschland, Gleichstellungspolitik, Geschlechterstereotype, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbsunterbrechung, gläserne Decke, Männerbünde, Mentoring, Norwegen, Karriereplanung, Arbeitszeitmodelle, Diskriminierung, Pfadabhängigkeit.
Die Arbeit untersucht die Problematik der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen in deutschen Unternehmen und analysiert, ob eine gesetzliche Frauenquote als wirksames Instrument zur Förderung der Gleichberechtigung dienen kann.
Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung der Erwerbsmodelle, die soziologischen Gründe für den geringen Frauenanteil im Management (z. B. Geschlechterstereotype) und die aktuelle politische Debatte um verpflichtende Quoten.
Die zentrale Frage lautet, ob die Einführung einer Frauenquote in Deutschland eine sinnvolle und effektive Maßnahme ist, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.
Es handelt sich um eine literatur- und forschungsbasierte Analyse, die bestehende Studien, Statistiken (z.B. vom Statistischen Bundesamt, IAB) sowie rechtliche Rahmenbedingungen und internationale Vergleiche (Norwegen-Modell) auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Ursachenanalyse (betriebliche Faktoren wie Diskriminierung und informelle Netzwerke) und eine detaillierte Diskussion politischer Instrumente, insbesondere der Frauenquote.
Zentrale Begriffe sind Frauenquote, Führungspositionen, gläserne Decke, Geschlechterstereotype, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie politische Gleichstellungsmaßnahmen.
Norwegen dient als weltweit erster Vorreiter für eine gesetzliche Geschlechterquote als Vergleichsobjekt, um die Wirksamkeit und mögliche Probleme bei der Umsetzung solcher Vorgaben zu erörtern.
Die Autorin sieht in sogenannten Männerbünden und informellen Netzwerken ein signifikantes Hindernis für den Aufstieg von Frauen, da diese Strukturen Machträume sichern und Frauen den Zugang zu entscheidenden Karrierewegen erschweren.
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