Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Sprache
2.1 Die Lokalisation des Sprachzentrums
2.2 Beeinträchtigung der Sprachproduktion und der Sprachrezeption
2.2.1 Erworbene Sprach- und Sprechstörungen
2.2.2 Aphasie
2.2.2.1 Ursachen für Aphasien
2.2.3 Die Broca- und die Wernicke-Aphasie
2.2.3.1 Die Broca-Aphasie
2.2.3.1.1 Der Agrammatismus als Leitsymptom der Broca-Aphasie
2.2.3.2 Die Wernicke-Aphasie
2.2.3.2.1 Der Paragrammatismus als Leitsymptom der Wernicke Aphasie
2.3 Aphasie im bilingualen Individuum
3 Die Komposition als Wortbildungsmuster
3.1 Deutsche und französische Komposita im Vergleich
3.2 Typisierung der Komposita
3.2.1 Determinativkomposita (endozentrische Komposita)
3.2.1.1 Possessivkomposita als Untertyp der Determinativkomposita
3.2.2 Kopulativkomposita
3.3 Zusammenfassende Unterschiede der französischen und deutschen Komposita
4 Modelle der Sprachverarbeitung
4.1 Das Logogen-Modell nach Morton (1969)
4.2 Das Zwei-Stufen-Modell nach Levelt (1989)
4.3 Modellvorstellungen zur Kompositaverarbeitung
5 Die Produktion und Perzeption von Komposita beim mono- und beim bilingualen Aphasiker
5.1 Die Verarbeitung von Komposita beim monolingualen Aphasiker
5.1.1 Die Verarbeitung von Komposita beim deutschsprachigen Aphasiker
5.1.1.1 Die Verarbeitung von Nominalkomposita bei Aphasie (A. Lorenz, 2007)
5.1.1.2 The production of nominal compounds in Aphasia (G. Blanken, 2000)
5.1.2 Die Verarbeitung von Komposita beim bilingualen Aphasiker
5.1.2.1 The processing of compound word : A study in Aphasia” (M. Delazer/C. Semenza, 1998)
5.1.3 Zusammenfassung
5.2 Die Verarbeitung von Komposita beim bilingualen Aphasiker
5.2.1 The Bilingual Brain: Bilingual Aphasia (Fabbro, 2001)
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Aspekt der Monolingualität bzw. Bilingualität aphasischer Sprecher die Produktion und Perzeption polymorphematischer Wortstrukturen (Komposita) beeinflusst und ob sich Leistungen in der Kompositaverarbeitung bei diesen Patientengruppen unterscheiden.
2.2.3.1 Die Broca-Aphasie
Die Läsion bei einer Broca-Aphasie betrifft im Wesentlichen das Broca- Sprachzentrum. Dieses befindet sich im Stirnlappen des Gehirns in der Area 44 nach Brodmann. Da die auftretenden Symptome im Wesentlichen den Bereich der Sprachbildung betreffen (das Sprachverständnis stellt sich meist als ungestört dar), also ein Sprachverlust bzgl. der aktiven Sprachproduktion vorliegt, wird die Broca-Aphasie auch als motorische Aphasie bezeichnet.
Grundsätzlich zeigen sich beim Broca-Aphasiker große Sprachanstrengungen hinsichtlich der Spontansprachreaktion. Diese, aus der schlechten Leistung resultierende Verzweiflung des Betroffenen, lässt sich an dessen Gestik und Mimik erkennen.
Neben der Tatsache, dass das spontane Sprechen durch viele Pausen unterbrochen wird und im Ganzen verlangsamt ist, stellt sich auch die Artikulation als mühevoll und undeutlich dar. Insbesondere die fehlerhafte Veränderung der Vokalqualität als auch die unscharfe Artikulation von Konsonanten und Konsonantenfolgen kennzeichnen das Störungsbild des Broca-Aphasikers.
Des Weiteren zeigen sich neben phonematischen Paraphrasien (die Fehlertypen sind Lautersetzung und –auslassung) auch Beeinträchtigungen der Satzintonation sowie häufige Störungen der Prosodie mit Abweichungen in Wort- und Satzakzent.
Eine semantisch falsche Wortwahl und falsche Wortkombinationen (lexikalische Störung) treten nur in seltenen Fällen auf. Der Gesamtwortschatz ist eher beschränkt und es werden in erster Linie hochfrequentierte Wörter verwendet. Dieser Sachverhalt, zusammen mit dem Agrammatismus, der im Folgenden beschrieben wird, tragen zu der Ausdrucksarmut der Sprache von Broca-Aphasikern bei (vgl. Huber 1983: 10).
1 Einleitung: Stellt die Fragestellung und den strukturellen Aufbau der Arbeit dar, die den Einfluss von Aphasie auf die Kompositaverarbeitung thematisiert.
2 Sprache: Vermittelt Grundlagen zur Anatomie der Sprachzentren, zu Aphasieformen sowie zu den besonderen klinischen Aspekten der Aphasie im bilingualen Individuum.
3 Die Komposition als Wortbildungsmuster: Analysiert theoretische Definitionen, die Typisierung (Determinativ-, Possessiv-, Kopulativkomposita) und sprachliche Unterschiede zwischen dem Deutschen und Französischen.
4 Modelle der Sprachverarbeitung: Erläutert kognitive Modelle wie das Logogen-Modell und das Zwei-Stufen-Modell zur Veranschaulichung von Sprachrezeption und -produktion.
5 Die Produktion und Perzeption von Komposita beim mono- und beim bilingualen Aphasiker: Untersucht anhand konkreter Fallstudien die Fehlerprofile und Verarbeitungsstrategien von Aphasikern bei nominalen Komposita.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen, die für einen morphem-basierten Abruf polymorphematischer Strukturen beim Aphasiker sprechen, und reflektiert den derzeitigen Forschungsstand.
Aphasie, Broca-Aphasie, Wernicke-Aphasie, Komposition, Komposita, Wortbildung, Sprachverarbeitung, Mentales Lexikon, Agrammatismus, Paragrammatismus, Semantische Transparenz, Nominalkomposita, Morphem, Bilingualität, Sprachproduktion
Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenspiel von Aphasie und sprachlicher Identität (Monolingualität vs. Bilingualität) im Hinblick auf die Verarbeitung komplexer Wortstrukturen.
Neben der Definition und Klassifikation von Aphasie-Syndromen stehen die linguistische Analyse der Komposition sowie kognitive Modelle der Sprachverarbeitung im Vordergrund.
Es soll geklärt werden, ob sich die Produktion und Perzeption von Komposita zwischen monolingualen und bilingualen aphasischen Sprechern unterscheidet und ob diese Wörter als Ganzes oder dekomponiert gespeichert sind.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Fallstudien zur nominalen Kompositaverarbeitung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Sprachstörungen und Wortbildungsregeln sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion von vier Studien zu diesem Themenbereich.
Wichtige Begriffe sind Aphasie, Komposita, morphem-basierter Abruf, semantische Transparenz und psycholinguistische Verarbeitungsmodelle.
Die Broca-Aphasie zeichnet sich primär durch Agrammatismus und stockende, mühsame Sprachproduktion bei relativ erhaltenem Verständnis aus, während die Wernicke-Aphasie durch flüssige, aber paragrammatische Produktion und Wortverständnisprobleme gekennzeichnet ist.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die semantische Transparenz einen erheblichen Einfluss hat, wobei transparente Komposita häufiger zu morphem-basierten Fehlern führen, was für eine Dekomposition im mentalen Lexikon spricht.
Sie postuliert, dass das Gehirn komplexe Komposita nicht als Ganzworteinträge abruft, sondern in ihre Einzelbestandteile (Morpheme) zerlegt und diese separat verarbeitet.
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