Bachelorarbeit, 2013
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Tiergestützte Interventionen
2.1. Theorien über die Grundlagen der positiven Wirkweise der Mensch-Tier-Beziehung
2.1.1. Die Biophilie-Hypothese
2.1.2. Die Du-Evidenz
2.1.3. Die Bindungstheorie
2.2. Fazit
3. Die Mensch-Pferd-Beziehung
3.1. Mensch und Pferd – eine folgenreiche gemeinsame Entwicklungsgeschichte
3.2. Die artspezifischen Besonderheiten des Pferdes
3.3. Therapeutisches Reiten
3.4. Die Besonderheiten des Einsatzes von Pferden in der Heilpädagogischen Förderung
3.4.1. Kommunikation
3.4.2. Interaktion
3.4.3. Der besondere Bewegungsdialog
3.4.4. Ganzheitlichkeit
3.4.5. Wirksame Besonderheiten des therapeutischen Settings bei der HFP
3.5. Fazit
4. Die Autismus-Spektrum-Störung
4.1. Autismus - Der Wandel vom Begriff zum Spektrum
4.2. Die beiden „klassischen“ Autismus-Theorien
4.2.1. Leo Kanner: Frühkindlicher Autismus
4.2.2 Hans Asperger: Autistische Psychopathie im Kindesalter
4.3. Aktuelle Autismus-Theorien
4.3.1. Die gestörte Theory of Mind
4.3.2. Die schwache zentrale Kohärenz
4.3.3. Störungen der exekutiven Dysfunktion
4.3.4. Fazit
4.4. Symptomatik
4.5. Klassifikation
4.6. Zur Therapie und Pädagogik von Kindern mit autistischen Verhaltensweisen
4.6.1. Grundlagen der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit Kindern mit autistischen Verhaltensweisen
5. Fazit zur Bedeutung der Arbeit mit Pferden in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit Kindern mit autistischen Verhaltensweisen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit des Einsatzes von Pferden in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit Kindern mit autistischen Verhaltensweisen, um eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für deren therapeutischen Nutzen zu schaffen.
3.4.1. Kommunikation
Zuerst gilt es, die Kennzeichen von Kommunikation generell herauszustellen, bevor auf die artspezifische Kommunikation des Pferdes und die damit einhergehenden Besonderheiten der HFP eingegangen wird.
Erhard OLBRICH erläutert die grundlegenden Kategorien der Kommunikation in Anlehnung an die Klassifikation durch Watzlawick, Beavin und Jackson: die digitale und die analoge Kommunikation. Die digitale Kommunikation ist beim Menschen die verbale Sprache, die den Zweck hat, Inhalte und Wissen zu vermitteln. Die analoge (nonverbale) Kommunikation beim Menschen nutzt die Mimik, Gestik und Körperhaltung und gilt eher der Darstellung von Gefühlen und Bezogenheit.
„Analoge Kommunikation ist die Sprache der Liebenden,… sie wird immer dann ‚gesprochen‘, wenn intensives Erleben relativ ungebrochen ausgedrückt wird.“
Sie ist die ursprünglichste Art der Kommunikation und drückt nach Watzlawick et. al. immer eine besondere Bezogenheit und tiefe Verbundenheit aus und ist unumgänglich für die Bildung einer tiefgehenden Beziehung.
„Insofern spielt gerade in der frühkindlichen Entwicklung die Förderung und Fähigkeit zu digitaler und analoger Kommunikation eine große Rolle. Erst wenn ein Mensch gelernt hat, sich sowohl seiner Kognitionen als auch seines inneren Erlebens gewahr zu werden, wenn er sowohl seine positiven als auch seine eher problematischen Eigenschaften erkennen, annehmen und mittels analoger Kommunikation zum Ausdruck bringen kann, hat er die Möglichkeit, mit sich kongruent und für andere authentisch zu sein.“
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Reittherapie als unterstützenden Ansatz für Kinder mit Behinderungen ein und problematisiert den fehlenden wissenschaftlichen Konsens bei gleichzeitig wachsender Bedeutung tiergestützter Interventionen.
2. Tiergestützte Interventionen: Es werden grundlegende Theorien wie die Biophilie-Hypothese und die Bindungstheorie erläutert, die den positiven Einfluss von Mensch-Tier-Beziehungen wissenschaftlich begründen sollen.
3. Die Mensch-Pferd-Beziehung: Dieses Kapitel beleuchtet die besonderen Merkmale des Pferdes als Sozialpartner und untersucht die heilpädagogische Förderung (HFP) hinsichtlich Kommunikation, Interaktion und der therapeutischen Dreiecksbeziehung.
4. Die Autismus-Spektrum-Störung: Nach einem historischen Abriss der Autismus-Theorien werden aktuelle Erklärungsmodelle wie die "Theory of Mind" und exekutive Dysfunktionen sowie deren klinische Klassifikation dargelegt.
5. Fazit zur Bedeutung der Arbeit mit Pferden in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit Kindern mit autistischen Verhaltensweisen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Arbeit mit Pferden durch den konkreten Handlungsbezug und das Erleben von Selbstwirksamkeit eine bedeutsame Unterstützung für die Persönlichkeitsentwicklung autistischer Kinder bietet.
Autismus-Spektrum-Störung, Tiergestützte Interventionen, Heilpädagogisches Reiten, Mensch-Pferd-Beziehung, Bindungstheorie, Biophilie-Hypothese, Theory of Mind, Bewegungsdialog, Selbstwahrnehmung, Pädagogik, Therapie, Soziale Interaktion, Ganzheitlichkeit, Persönlichkeitsentwicklung, non-direktive Methode.
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und Bedeutung des Einsatzes von Pferden im Rahmen der heilpädagogischen Arbeit mit autistischen Kindern.
Zentrale Themen sind die Mensch-Tier-Beziehung, die theoretischen Hintergründe des Autismus-Spektrums sowie die praktischen pädagogisch-therapeutischen Möglichkeiten der Pferdegestützten Arbeit.
Das Ziel ist es, den Nutzen der Arbeit mit Pferden für autistische Kinder durch theoretische Erklärungsmodelle zu begründen und deren heilpädagogischen Wert herauszuarbeiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und die Zusammenführung existierender entwicklungspsychologischer sowie heilpädagogischer Theorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Mensch-Tier-Beziehung, die Charakterisierung der Autismus-Spektrum-Störung und die konkrete Darstellung heilpädagogischer Förderung mit Pferden.
Autismus, Heilpädagogik, Reittherapie, Mensch-Pferd-Bindung, Kommunikation, Inklusion und Persönlichkeitsentwicklung.
Pferde kommunizieren primär analog und intuitiv, was autistischen Kindern den Zugang erleichtert, da sie weniger auf die im Autismus-Spektrum oft problematische verbale Ebene angewiesen sind.
Durch das Hinzuziehen des Pferdes als neutrales Medium wird die oft sterile direkte Interaktion zwischen Pädagoge und Kind aufgelockert, was eine fruchtbarere Beziehungsebene schafft.
Der Bewegungsdialog fördert durch Rhythmik und Getragensein nicht nur das Körperbewusstsein und Vertrauen, sondern ähnelt frühkindlichen Bindungserfahrungen, was besonders förderlich für die emotionale Entwicklung ist.
Das Kind soll nicht als Objekt therapeutischer Korrekturen behandelt, sondern als handelndes Individuum respektiert werden, wobei das Pferd als ehrlicher Feedbackgeber dient.
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