Masterarbeit, 2013
72 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Erstspracherwerb
2.1 Erwerbshypothesen zum Erstspracherwerb
2.1.1 Der behavioristische Ansatz: Spracherwerb als Konditionierung
2.1.2 Der nativistische Ansatz: Spracherwerb durch Universalgrammatik
2.1.3 Der interaktionistische Ansatz: Spracherwerb durch kommunikative Handlungsstrukturen
3 Zweitspracherwerb
3.1 Definitionen von Zwei-/Mehrsprachigkeit
3.2 Formen des Zweitspracherwerbs
3.3 Erwerbshypothesen zum Zweitspracherwerb
3.3.1 Die Kontrastivhypothese
3.3.2 Die Identitätshypothese
3.3.3 `Interlanguage`-Hypothese
3.4 Erst- und Zweitspracherwerb im Vergleich
3.4.1 Monolingualer und bilingualer Erstspracherwerb im Vergleich
3.4.2 Erstspracherwerb und erwachsener Zweitspracherwerb im Vergleich
4 Zweisprachigkeit und Sprachwechsel
4.1 Die Rolle des Code-Switchings innerhalb der verschiedenen Sprachwechseltypen
4.1.1 Grenzen von Code-Switching (`linguistic constraints`)
4.1.1.1 `equivalence constraint` und `free morpheme constraint` (Poplack/Sankoff)
4.1.1.2 `Government constraint` (Di Scullio/Muysken/Sing)
4.1.1.3 Functional Head Constraint (Belazi, Rubin)
4.1.1.4 `ML-Hypothese` (Myers-Scotton)
4.1.1.5 Die abweichende Position von McSwan
4.2.1 Interne und externe Faktoren kindlichen bilingualen Code-Switchings
5 Bilingualer, deutsch-französischer Unterricht und Code-Switching
5.1 Bilingualer Unterricht in Nordrhein-Westfalen
5.2 Der bilinguale, deutsch-französische Sachfachunterricht im Gymnasium „Kreuzgasse“ in Köln
5.3 Eigene Beobachtungen
5.3.1 Problemstellung und Vorgehen
5.3.2 Vorstellung der beiden Schulklassen
5.3.3 Typen des Code-Switchings im bilingualen, deutsch-französischen Sachfachunterricht (Erdkunde/Geschichte)
5.3.4 Überprüfung der Hypothesen zur Funktion des Code-Switchings im bilingualen, deutsch-französischen Sachfachunterricht
5.3.4.1 Code-Switching ist ein Zeichen mangelnder Sprachkompetenz
5.3.4.2 Code-Switching ist eine Strategie zur Erläuterung und Wiederholung
5.3.4.3 Code-Switching erfolgt beim Wechsel der Diskussionsteilnehmer
5.3.4.4 Disziplinarische Maßnahmen erfordern häufig einen Wechsel in die Muttersprache
5.3.4.5 In Gruppen- und Partnerphasen kommt es häufig zu einem Sprachwechsel
5.4 Der Einfluss von Code-Switching auf den bilingualen, deutsch-französischen Spracherwerb
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Code-Switchings (CS) im bilingualen, deutsch-französischen Sachfachunterricht. Ziel ist es, neben der theoretischen Einordnung des Erst- und Zweitspracherwerbs, verschiedene Funktionen und Einflussfaktoren des Sprachwechsels bei bilingualen Schülern zu analysieren und Hypothesen zum Auftreten von CS in der Unterrichtspraxis zu überprüfen.
4.1.1.1 `equivalence constraint` und `free morpheme constraint` (Poplack/Sankoff)
Als Begründerin der Erforschung der Syntax von CS ist Poplack anzusehen. Gemeinsam mit Sankoff formulierte sie zwei constraints, mit dem Ziel den Sprachwechsel in der bilingualen Konversation erklären zu können. Das `Equivalence Constraint` verdeutlicht Poplack an einem Beispiel:
(4) I told him that so that he would bring it fast (engl.)
(Yo) le dije eso pa´que (él) la trajera ligero (span.)
I told him eso pa´que la trajera ligero (CS)
(vgl. Poplack 1980: 586)
Demnach ist ein Sprachwechsel sowohl zwischen „I“ und „told him“ als auch zwischen „told him“ und „that“ erlaubt, da die Konstituenten rechts und links der benannten Stellen im Englischen und Spanischen gleich angeordnet sind.
Da die Abfolge Verb/Objektpronomen („told him“ und „le dije“) in den beiden Sprachen nicht übereinstimmt, sind Sprachwechsel zwischen „told“ und „him“ ausgeschlossen. Folglich ist ein Sprachwechsel nur dann möglich, wenn die syntaktischen Regeln in beiden Sprachen übereinstimmen.
Als Ergänzung dieser Restriktion, die in den Folgejahren aufgrund ihrer Beschränkung auf die lineare Satzfolge und nicht auf die zugrundeliegende grammatische Struktur kritisiert und durch einige Gegenbeispiele widerlegt wurde, formulierten Sankoff und Poplack das `free morpheme constraint`.
„Codes may be switched after any constituent in discourse provided that constituent is not a bound morpheme.“ ( Poplack 1980: 585f.)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Mehrsprachigkeitsforschung ein und stellt die Untersuchung des Code-Switchings im deutsch-französischen Sachfachunterricht vor.
2 Erstspracherwerb: Dieses Kapitel erläutert klassische Spracherwerbshypothesen wie den Behaviorismus, den Nativismus und den Interaktionismus als theoretische Basis.
3 Zweitspracherwerb: Hier werden Definitionen von Zweisprachigkeit sowie zentrale Hypothesen des Zweitspracherwerbs, wie die Kontrastiv- und Identitätshypothese, gegenübergestellt.
4 Zweisprachigkeit und Sprachwechsel: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Formen und syntaktische Theorien zum Phänomen des Code-Switchings sowie externe Einflussfaktoren.
5 Bilingualer, deutsch-französische Unterricht und Code-Switching: Der Hauptteil präsentiert eigene Beobachtungen in Schulklassen und überprüft verschiedene Hypothesen zur Funktion des Sprachwechsels im Unterricht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von Code-Switching als unterstützende Strategie im Spracherwerbsprozess.
Code-Switching, Sprachwechsel, bilingualer Unterricht, Zweitspracherwerb, Erstspracherwerb, Interlanguage, Universalgrammatik, Sachfachunterricht, Sprachkontakt, Sprachkompetenz, Mehrsprachigkeit, Interaktion, Sprachbalance, Sprachdominanz, Sprachkontaktphänomene
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und der praktischen Anwendung von Code-Switching (Sprachwechsel) im Kontext des bilingualen, deutsch-französischen Unterrichts.
Die zentralen Felder sind der Erst- und Zweitspracherwerb, die linguistische Analyse von Code-Switching-Regeln sowie die empirische Beobachtung des Sprachgebrauchs von Schülern in bilingualen Klassenzimmern.
Das Ziel ist die Gegenüberstellung von L1- und L2-Erwerb sowie die Aufdeckung von Funktionen und Mustern des Code-Switchings bei bilingualen Lernenden.
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung ergänzt durch eine eigene empirische Hospitationsstudie in zwei Schulklassen, deren Sprachdaten qualitativ analysiert wurden.
Im Hauptteil werden syntaktische Theorien zum Code-Switching diskutiert und durch eine eigene Fallstudie im Sachfachunterricht (Erdkunde/Geschichte) auf ihre praktische Relevanz überprüft.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Code-Switching, Zweisprachigkeit, bilingualer Unterricht, Interlanguage und Spracherwerbshypothesen.
Häufig geschieht dies bei fehlenden Vokabeln in der Zielsprache, zur Erleichterung von Erklärungen oder bei der Kommunikation innerhalb von Gruppen- und Partnerphasen.
Ja, Beobachtungen zeigen, dass Lehrkräfte in Situationen, in denen Ruhe hergestellt werden soll, häufig auf die Muttersprache der Schüler zurückgreifen, um schneller und effektiver zu kommunizieren.
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