Bachelorarbeit, 2013
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Sensitivität im Handeln pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen
2.1. Sensitivität in der Eltern-Kind-Interaktion
2.1.1. Die Entwicklung der Bindungstheorie
2.1.2. John Bowlbys Konzeption von Bindung
2.1.3. Die Fremde Situation
2.2. Sensitivität in der Fachkraft-Kind-Interaktion
2.2.1. Das Konzept der Sensitiven Responsivität
2.2.2. Die Strategien der intuitiven Didaktik und deren reflexive Nutzung
2.2.2.1. Der trianguläre Blickkontakt
2.2.2.2. Einüben von Dialogregeln
2.2.2.3. Spannung ab-/ aufbauen mit der Stimme
2.2.2.4. Intonationsmarkierungen
2.2.2.5. Transmodal spiegeln
2.2.2.6. Musikalisch interagieren
2.3. Zwischenfazit
3. Zusammenhang zwischen dem Handeln der pädagogischen Fachkräfte und den Raumbedingungen
3.1. Pädagogische Arbeit in Räumen
3.2. Pädagogische Arbeit im Außengelände
3.3. Raumbedingungen, die das Handeln pädagogischer Fachkräfte unterstützen
3.4. Zwischenfazit
4. Teilnehmende Beobachtung in einer Kindertageseinrichtung
4.1. Der Marihøna Kindergarten
4.2. Teilnehmende Beobachtung
4.3. Datenerhebung mit Videotechnik
4.4. Probleme bei der Durchführung
5. Auswertung der Videoaufzeichnungen
5.1. Videoaufzeichnungen sichten
5.2. Operationalisierung
5.3. Transkription der ausgewählten Sequenzen
5.4. Beschreibung der Szenen
5.4.1. Beschreibung der Szenen im Gebäude
5.4.1.1. Beschreibung Szene 24
5.4.1.2. Beschreibung Szene 8
5.4.1.3. Beschreibung Szene 15
5.4.2. Beschreibung der Szenen im Außengelände
5.4.2.1. Beschreibung Szene 17
5.4.2.2. Beschreibung Szene 22
5.4.2.3. Beschreibung Szene 18
5.5. Probleme bei der Auswertung
6. Diskussion der Ergebnisse der Videoanalyse
7. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das Raumsetting – also der Unterschied zwischen der Interaktion im Kindergartengebäude und im Außengelände – Auswirkungen auf die pädagogische Qualität der Interaktion zwischen Fachkräften und Kindern hat und ob im Außengelände potenziell qualitätvollere Interaktionen stattfinden.
1. Einleitung
In der täglichen Praxis im Kindergarten ist mir immer wieder aufgefallen, dass das Außengelände der Einrichtungen von den pädagogischen Fachkräften als ,Extra‘-Raum, der nicht in das gesamte pädagogische Konzept einer Institution einbezogen, sondern für bestimmte eng begrenzte Aktivitäten genutzt wird, betrachtet wird. So kann ich aus meiner eigenen Erfahrung berichten, dass ich es oft erlebt habe, dass das Außengelände nur zu einem bestimmten Zeitpunkt am Vormittag und ab einer bestimmten Uhrzeit am Nachmittag genutzt wird - wenn (laut der pädagogischen Fachkräfte) die Wetterbedingungen dies zugelassen haben. Weitere persönliche Erfahrungen zeigen, dass sich die Begleitung der kindlichen Aktivitäten durch die pädagogischen Fachkräfte im Gegensatz zum Kindergartengebäude im Außengelände stark reduziert. Dies wird mit der zu gewährleistenden Aufsichtspflicht und der im Außengelände stattfindenden Phase des ,Freispiels‘ der Kinder gerechtfertigt. Eine solche Argumentation ist natürlich völlig unzulässig, da die pädagogischen Fachkräfte Freispielphasen natürlich auch im Kindergartengebäude, und nicht nur im Außengelände, zu initiieren haben.
Weiterhin bedeutet Freispielphase der Kinder auch nicht, dass sich die pädagogischen Fachkräfte an dieser Stelle zurückziehen, um mit KollegInnen (im schlechtesten Falle über private Themen) ins Gespräch zu kommen oder um die Kinder zu beaufsichtigen (Aufsichtspflicht gewährleisten). Vielmehr müssen die Fachkräfte diese Phasen nutzen, um in solchen Momenten zwei der zentralen Aufgaben ihrer Arbeit in den Fokus zu rücken, nämlich die Begleitung und die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Bildungsprozesse. Österreicher (2012, 180) führt weitere zeitlich-organisatorische Aspekte an, die von den Fachkräften als Gründe genannt werden, das Außengelände nicht zu nutzen. Hierzu zählen z.B. Personalnot, die bereits erwähnten ungünstigen Wetterbedingungen und Programmpunkte, „die aufgrund eines bestimmten Bildungsverständnisses als wichtiger angesehen werden“ (Österreicher 2012, 180).
1. Einleitung: Beschreibt die Beobachtung, dass das Außengelände in vielen Kitas untergenutzt wird, und leitet die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses des Raumsettings auf die Interaktionsqualität ab.
2. Die Bedeutung von Sensitivität im Handeln pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie sowie die Konzepte zur feinfühligen Interaktion und intuitiven Didaktik im professionellen Kontext.
3. Zusammenhang zwischen dem Handeln der pädagogischen Fachkräfte und den Raumbedingungen: Analysiert, wie verschiedene Raumstrukturen, wie etwa die Offene Arbeit, das pädagogische Handeln und die Bildungsangebote beeinflussen.
4. Teilnehmende Beobachtung in einer Kindertageseinrichtung: Dokumentiert die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung mittels Videotechnik im Marihøna Kindergarten in Norwegen.
5. Auswertung der Videoaufzeichnungen: Beschreibt den Prozess der Kategorisierung, Transkription und qualitativen Analyse der gefilmten Interaktionsszenen.
6. Diskussion der Ergebnisse der Videoanalyse: Fasst die Ergebnisse der Codierungen zusammen und diskutiert das Interaktionsverhalten vor dem Hintergrund der theoretischen Konzepte.
7. Fazit: Zieht ein resümierendes Fazit zu den Erkenntnissen über die Interaktionsqualität im Innen- und Außenbereich und gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Bindungstheorie, Sensitive Responsivität, Feinfühligkeit, Raumsetting, pädagogische Fachkraft, Interaktionsverhalten, Kindertageseinrichtung, Videoanalyse, intuitive Didaktik, Freispiel, Bildungsräume, Partizipation, Beziehungsgestaltung, Beobachtung, Außengelände.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des Raumsettings – Innenraum versus Außengelände – auf die Qualität der Interaktion zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern in Kindertageseinrichtungen.
Die zentralen Themen sind Bindungstheorie, das Konzept der feinfühligen Interaktion (Sensitive Responsivität), Raumkonzepte in Kitas sowie die videobasierte Analyse von Alltagssituationen.
Ziel ist es zu klären, ob pädagogische Fachkräfte im Außengelände qualitativ anders interagieren als im Kindergartengebäude und ob eine Umgebung für die Interaktionsqualität entscheidend ist.
Die Arbeit nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung kombiniert mit einer qualitativen Videoanalyse, bei der Interaktionen anhand von Indikatoren (wie Blickkontakt oder nonverbale Impulse) codiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Bindung und Interaktion, die Analyse des Einflusses von Räumen auf Bildungsprozesse und eine empirische Videoauswertung aus einer norwegischen Kita.
Die wichtigsten Begriffe sind Sensitive Responsivität, Bindungstheorie, pädagogisches Handeln, Raumsetting und Videoanalyse.
Der norwegische Kindergarten diente als Modell, da dort der Tagesablauf wetter- und tageszeitunabhängig sowohl im Innen- als auch im Außenbereich stattfindet, was den Vergleich der beiden Settings ermöglichte.
Die Analyse zeigt, dass die Qualität der Interaktion weniger vom Raumsetting an sich abhängt, sondern primär von der Beziehungsgestaltungskompetenz und der professionellen Haltung der einzelnen pädagogischen Fachkraft.
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