Magisterarbeit, 2009
120 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Gesellschaftliche und Soziologische Relevanz des Themas
1.3 Überblick über die nachfolgenden Kapitel
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Ausgewählte Theorien über soziale Ungleichheit
2.1.1 Kingsley Davis und Wilbert E. Moore: Die funktionale Begründung sozialer Ungleichheit
2.1.2 Stefan Hradil: Soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Exklusion
2.1.3 Weitere theoretische Ansätze
2.2 Zusammenfassung und Folgerungen
2.3 Sozialstruktur und Eliterekrutierung
2.3.1 Rainer Geißler: ausgewählte Aspekte der Sozialstruktur Deutschlands
2.3.2 Michael Hartmann: Eliten in Deutschland
2.3.3 Ursula Hoffmann-Lange: Eliterekrutierung und soziodemographische Korrelate des Elitestatus
2.4 Zusammenfassung und Folgerungen
2.5 Gesamtbilanz
3 Eigene Untersuchung
3.1 Problemaufriss und Fragestellung
3.2 Konzeptionelle Verortung und operationales Modell
3.2.1 Die Fachzugehörigkeit
3.2.2 Die Geschlechtszugehörigkeit
3.2.3 Die Bildungsherkunft
3.2.4 Die geographische Verortung
3.3 Datenbasis
4 Empirische Befunde
4.1 Das subjektive Gesellschaftsbild der Studierenden
4.2 Die strukturellen Zusammenhänge
4.3 Das subjektive Gesellschaftsbild und die Verflechtung mit soziodemographischen Merkmalen
4.3.1 Verflechtungen mit der geographischen Verortung
4.3.2 Verflechtungen mit der Bildungsherkunft
4.3.3 Verflechtungen mit der Geschlechtszugehörigkeit
4.3.4 Veflechtungen mit der Fachgruppenzugehörigkeit
5 Bilanz
Die vorliegende Arbeit untersucht das subjektive Gesellschaftsbild von Studierenden in Deutschland im Hinblick auf das Modell der Leistungsgesellschaft. Dabei wird analysiert, wie Kriterien wie Chancengleichheit, Wettbewerb und soziale Ungleichheit wahrgenommen werden und welche soziodemographischen Faktoren diese Wahrnehmung beeinflussen, um Rückschlüsse auf Aufstiegschancen und die Eliterekrutierung zu ziehen.
2.1.1 Kingsley Davis und Wilbert E. Moore: Die funktionale Begründung sozialer Ungleichheit
Im Jahr 1940 regte Talcott Parsons mit seinem Aufsatz: „An analytical approach of the theory of social stratification“ (Parsons 1940) die Debatte um die sogenannte „funktionale Erklärung der Schichtung“ an (vgl. Dahrendorf 1966, S. 19). Die eigentliche Diskussion wurde jedoch erst 1945 mit der Publizierung des Aufsatzes: „Einige Prinzipien der sozialen Schichtung“ durch Kingsley Davis, einen Schüler Parsons, und Wilbert E. Moore eröffnet (vgl. Dahrendorf 1966, S. 19), welcher insbesondere das Verhältnis von Schichtung und anderen Erscheinungsformen sozialer Ordnung aufzeigen soll (vgl. Davis und Moore 1967, S. 347). Dabei wird sowohl auf die Vielfalt der Erscheinungsformen von sozialer Ungleichheit als auch auf die unterschiedlichen Verursachungsfaktoren eingegangen.
Des Weiteren gestaltet sich die Analyse in zwei verschiedene Richtungen: zum einen wird die universelle Gegebenheit unterstellt und zum anderen die Erklärung der veränderlichen Merkmale sozialer Schichtung bezweckt (vgl. Davis und Moore 1967, S. 347). Generell bezieht sich diese Erörterung jedoch auf Positionssysteme und nicht auf die Individuen, welche eine Position einnehmen, sodass die Frage, warum verschiedene Positionen mit verschiedenen Prestigewerten ausgestattet sind, im Mittelpunkt steht (vgl. Davis und Moore 1967, S. 347-348).
Davis und Moore grundlegende Ausgangsbasis beruht auf der These, dass keine Gesellschaft klassenlos bzw. ungeschichtet ist/sein kann und dass Schichtung in einem Sozialsystem universal notwendig ist, um das Funktionieren der Gesellschaft zu sichern (vgl. Davis und Moore 1967, S. 347). Folglich liegt die eigentliche funktionale Erklärung für die Dauerhaftigkeit der sozialen Schichtung darin begründet, „dass jede Gesellschaft die Individuen in ihre Sozialstruktur einordnen und sie mit Motivation versehen muss“ (vgl. Davis und Moore 1967, S. 348).
1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema in einer empirischen Untersuchung und erläutert die Relevanz der studentischen Perspektive für die Erforschung der sozialen Struktur und Eliterekrutierung.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel stellt zentrale soziologische Ansätze zur sozialen Ungleichheit vor, diskutiert Sozialstrukturmodelle und beleuchtet die Eliterekrutierung in Deutschland.
3 Eigene Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen und das operationale Modell dargelegt, welches zur Analyse der subjektiven Wahrnehmung der Studierenden entwickelt wurde.
4 Empirische Befunde: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Datenanalyse und interpretiert die Wahrnehmung der Leistungsgesellschaft sowie deren Verflechtung mit sozioökonomischen Variablen.
5 Bilanz: Die Bilanz fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen, reflektiert diese kritisch und diskutiert den Beitrag der Arbeit zur aktuellen sozialwissenschaftlichen Forschung.
Leistungsgesellschaft, soziale Ungleichheit, Eliterekrutierung, Chancengleichheit, Bildungsherkunft, Sozialstruktur, Wettbewerb, Solidarität, Studierendensurvey, soziale Mobilität, Bildungssystem, Elitesoziologie, Humankapital, Habitus, Status
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung der Leistungsgesellschaft aus der Perspektive von Studierenden und untersucht, wie diese das Gesellschaftsmodell kritisch bewerten.
Zentrale Themen sind soziale Ungleichheit, Eliterekrutierung, der Einfluss von Bildung auf Lebens- und Aufstiegschancen sowie die subjektive Einschätzung von Wettbewerb und Solidarität.
Das Ziel ist die Rekonstruktion eines subtilen Gesellschaftsbildes der Studierenden und die Analyse der Wirkungszusammenhänge zwischen sozioökonomischen Faktoren und der Wahrnehmung gesellschaftlicher Kriterien.
Es handelt sich um eine empirische Untersuchung, die auf einer Teilstichprobe des 9. Studierendensurveys basiert und univariate sowie bivariate statistische Analysen nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen mit soziologischen Theorien und eine eigene empirische Untersuchung, die das subjektive Empfinden der Probanden analysiert.
Wichtige Begriffe sind Leistungsgesellschaft, soziale Ungleichheit, Eliterekrutierung, Bildungsherkunft und Chancengleichheit.
Die Untersuchung zeigt, dass Studierende wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher Fächer eher als Fürsprecher der Leistungsgesellschaft agieren, während Sozialwissenschaftler eher skeptisch sind.
Die Mehrheit der befragten Studierenden bezweifelt, dass jeder in der Gesellschaft faire Aufstiegschancen hat, was auf die selektiven Strukturen im Bildungssystem zurückgeführt wird.
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