Magisterarbeit, 2001
100 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Kurzbeschreibung der Männlichkeitsformen
1. Die traditionsgebundene Familienmännlichkeit der Italowerke
2. Weg von der Familie und der Tradition: Einzelkämpfermännlichkeiten
3. Aufeinandertreffen zweier Männlichkeitstypen
4. Untypische Männlichkeiten
III. Die homosoziale Gruppe – Homoerotik, Homophobie und männliche Initiation
1. Homoerotik
2. Homophobie
3. Männliche Initiation
IV. Männlich konnotierte Räume und Rituale
1. Bar
2. Trinken
3. Beruf, Geld, Macht, Besitz
4. Sexualität
5. Krieg, Gewalt, Aggression
5.1. Verbale Gewalt
5.2. Körperliche Gewalt
5.3. Waffengewalt
6. Unterdrückte Sexualität
6.1. Nicht zum Zug kommen
6.2. Die selbst auferlegte Zurückhaltung des Kriegers
6.3. Selbst auferlegte Unterdrückung der Gläubigen
7. Krieg
8. Omertà
V. Die Frau - Die Mutter (und der fehlende Vater), Jungfrau-Hure-Dichotomie
1. Die Mutter (und der fehlende Vater)
2. Die Jungfrau-Hure-Dichotomie
VI. Die Bedrohung Frau
1. Die Frau als undurchsichtiges Wesen
2. Die kastrierende Frau
VII. Kompensationsformen
1. Erhebung der Männer
2. Abwehr
3. Affektverschiebung
4. Aggression
5. Sexuelle Kontrolle/Besitz
6. Tötung/Mord
VIII. Das Scheitern der Männlichkeit
IX. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Konstruktion und Darstellung von Männlichkeit in den Filmen von Martin Scorsese. Ziel ist es, die spezifischen Verhaltensweisen, Rituale und die patriarchalische Weltvorstellung der männlichen Protagonisten zu analysieren, insbesondere in ihrem problematischen Verhältnis zum weiblichen Geschlecht und zur eigenen Identitätsbildung.
Die „Werbungsmännlichkeit“- „Casino“:
„Casino“ vertritt die in „Goodfellas“ aufgezeigte Geschäftsmännlichkeit in verstärkter Form, wobei diese hier als „Werbungsmännlichkeit“ bezeichnet werden soll. Sam Rothstein hat all das, was einen Mann in der heutigen Werbung als erfolgreich auszeichnet: Einen guten Job, viel Geld und Einfluß, ein großes Haus, eine hübsche Frau und ein Kind. Rothstein hält die Fäden in der Hand, wer sich ihm in den Weg stellt, wird eliminiert. Er gehört zu der modernen Gattung der „Workoholics“, die über ihre Karriere hinaus ihre Familie vergessen. Für ihn zählt nur der Besitz, die Familie wird zum Eigentum. Seine Frau Ginger „bezahlt“ er mit Schmuck, nicht mit Liebe. Die Werbungsmännlichkeit verlangt, daß im Haushalt alles in geregelten Bahnen verläuft, ohne daß sie sich gezwungen sieht, auch etwas dafür zu tun. Der Job hat Priorität, der Rest muß sich von alleine erledigen. Diese Männlichkeit ist einsam. Alleine kämpft Rothstein gegen inkompetente Angestellte, Falschspieler, die Glücksspielkommission und gegen seine Familie. Er hat keine wahren Freunde, selbst Nicky mißtraut er.
I. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung der Definition von Männlichkeit im patriarchalischen Kontext der Filme Scorseses.
II. Kurzbeschreibung der Männlichkeitsformen: Differenzierung zwischen traditioneller Familienmännlichkeit, Einzelkämpfern und untypischen Männlichkeitsformen.
III. Die homosoziale Gruppe – Homoerotik, Homophobie und männliche Initiation: Analyse der Bedeutung von Männercliquen für die männliche Selbstvalidierung und die Rolle der Initiation.
IV. Männlich konnotierte Räume und Rituale: Beschreibung der Bar als Zufluchtsort und der Bedeutung von Trinken, Beruf, Macht und Gewalt als männliche Signifikatoren.
V. Die Frau - Die Mutter (und der fehlende Vater), Jungfrau-Hure-Dichotomie: Untersuchung der gespaltenen Wahrnehmung der Frau als nährende Mutter oder Gefahr.
VI. Die Bedrohung Frau: Analyse der weiblichen Andersartigkeit als Auslöser für männliche Ängste und Abwehrmechanismen.
VII. Kompensationsformen: Darstellung der Strategien wie Aggression, sexuelle Kontrolle oder Tötung, mit denen Männer ihre Angst vor der Frau kompensieren.
VIII. Das Scheitern der Männlichkeit: Zusammenfassende Betrachtung der Unfähigkeit der Charaktere, ihre verzerrten Ideale in der Realität aufrechtzuerhalten.
IX. Schlusswort: Resümee der Männlichkeitskonstruktionen und der Entwicklung von starren zu flexibleren Rollenbildern.
Männlichkeit, Patriarchat, Scorsese, Filmwissenschaft, Geschlechterrollen, homosoziale Gruppe, Gewalt, Initiation, Mutterbild, Jungfrau-Hure-Dichotomie, Macht, Kontrolle, Identität, Kompensation, Katholizismus.
Die Hausarbeit untersucht, wie Männlichkeit in den Filmen von Martin Scorsese definiert, konstruiert und gelebt wird, unter besonderer Berücksichtigung patriarchaler Strukturen.
Zentrale Themen sind die Bedeutung homosozialer Gruppen, das problematische Verhältnis zum weiblichen Geschlecht, der Umgang mit Gewalt als Kompensationsmittel und die Bedeutung von Beruf und Ehre.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Scorsese Männer des täglichen Lebens zeigt, die innerhalb eines rigiden Männlichkeitsideals gefangen sind und in Konflikt mit ihren Emotionen und der Realität geraten.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse soziologischer und psychologischer Diskurse zur Männlichkeit, unter anderem von Michael Meuser, sowie auf die filmwissenschaftliche Interpretation der Werke Scorseses.
Im Hauptteil werden spezifische Männlichkeitsformen, die Bedeutung von Räumen (Bar), Rituale (Initiation, Trinken) und die Auswirkungen der „Bedrohung durch die Frau“ detailliert analysiert.
Männlichkeit, Patriarchat, Gewalt, Identität, Geschlechterrollen und Macht sind die tragenden Begriffe der Analyse.
Die "Werbungsmännlichkeit" (z.B. in Casino) ist eine gesteigerte Form der Geschäftsmännlichkeit, in der Erfolg, Geld und Statussymbole die Person vollständig definieren, was zur emotionalen Isolation führt.
Das Mutterbild ist gespalten, da sie einerseits als Heilige und nährende Instanz verehrt wird, andererseits durch ihre Sexualität jedoch die Gefahr der "Hure" in sich birgt, was die Söhne in einen Loyalitätskonflikt bringt.
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