Magisterarbeit, 2013
103 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Motivation und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Freundschaftsbegriff
2.1.1 Geschichtliche Entwicklung des Freundschaftsbegriffs
2.1.2 Kulturspezifische Unterschiede
2.1.3 Aktuelle Besonderheiten und der Einfluss der neuen Medien
2.1.4 Geschlechts- und altersspezifische Unterschiede
2.1.5 Freundschaft und Identität
2.2 Entwicklung von Freundschaft
2.2.1 Entstehen von Freundschaft
2.2.2 Pflege und Erhaltung von Freundschaft
2.2.3 Beendigung von Freundschaft
2.3 Interkulturelle Freundschaft
2.3.1 Entstehen von interkultureller Freundschaft
2.3.2 Hindernisse bei der Entwicklung interkultureller Freundschaft
2.3.3 Nutzen von interkultureller Freundschaft
2.4 Auslandsaufenthalt im Rahmen von Austauschprogrammen für Studierende
2.4.1 Beschreibung des ERASMUS-Programms
2.4.2 Kontakte der Austauschstudierenden während des Auslandsaufenthalts
3 Empirische Untersuchung
3.1 Das narrative Interview als Erhebungsinstrument
3.2 Auswahl der Probanden
3.3 Durchführung der Interviews
3.4 Transkription
3.5 Textanalyse nach Deppermann/Lucius-Hoene
4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.1 Vorstellung der Interviewpartner und deren Positionierung zum Freundschaftsbegriff
4.2 Kennenlernen und Kontaktaufnahme
4.3 Entwicklung der Beziehungen während des ERASMUS-Aufenthalts
4.4 Weitere Entwicklung der Beziehungen nach dem ERASMUS-Aufenthalt
4.5 Zusammenfassung der Analyseergebnisse
5 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Entstehung und Entwicklung interkultureller Freundschaften im Kontext von ERASMUS-Auslandsaufenthalten. Es wird erforscht, welche Faktoren die Kontaktanbahnung, die Freundschaftsbildung sowie die Aufrechterhaltung oder Beendigung dieser Beziehungen nach dem Auslandsaufenthalt beeinflussen.
2.2.1 Entstehen von Freundschaft
Damit eine freundschaftliche Beziehung überhaupt entstehen könne, müsse nach Chan und Birman (2009) zuerst eine Interaktion mit anderen stattfinden. In der unmittelbaren Umgebung spielen Kontakt und Erreichbarkeit aus diesem Grund eine wichtige Rolle (vgl. Chan/Birman 2009: 322). Nähe ist also ein wichtiger Faktor, der das Entstehen und die Entwicklung einer freundschaftlichen Beziehung fördert. Dies wird auch durch Heidbrink et al. (2009) bestätigt, die betonen, dass die Kontakthäufigkeit auf der räumlichen Nähe beruhe und es somit wahrscheinlicher sei, dass Freundschaften unter Menschen entstehen, die nahe beieinander leben (vgl. Heidbrink et al. 2009: 28).
Eine weitere wichtige Rolle im Entstehungsprozess einer Freundschaft spielt der Faktor Ähnlichkeit. Dies hat auch der Psychologe Robert B. Cialdini (2010) festgestellt, denn Menschen, die sich in Aussehen, Meinungen, Charakter, Herkunft und Lebensstil ähneln, finden sich gegenseitig sympathischer (vgl. Cialdini 2010: 226). Freunde müssen sich jedoch nicht zwangsläufig in ihrer Persönlichkeit ähneln oder Gemeinsamkeiten in allen Lebensbereichen aufweisen. Es ist somit auch durchaus möglich, dass Freundschaften zwischen komplett unterschiedlichen Menschen entstehen. Hierbei ist anzunehmen, dass oftmals der Reiz des Exotischen, die Neugier auf das Andersartige oder auch nur reiner Wissensdurst die treibende Kraft ist, die das Interesse an interkulturellen Beziehungen hervorruft.
Freundschaften entwickeln sich außerdem vermehrt zwischen Menschen, die sich gegenseitig anziehend finden, da attraktive Menschen als herzlicher, geselliger, interessanter und freundlicher angesehen werden. Ein weiterer Punkt ist, inwieweit der potentielle Freund „als ‚belohnend’ empfunden wird“ und die eigenen Ansichten bestätigt. Auch die Art des sozialen Verhaltens und der materielle Nutzen in Form von z. B. Essenseinladungen, Geschenken und anderweitiger Hilfe werden zu dieser Kategorie gezählt. Durch die Regel der Reziprozität fühlt sich jemand, dem ein Gefallen getan wurde, zur Gegenleistung verpflichtet. Dies kann dazu führen, dass beispielsweise nach einer Einladung zum Essen eine Einladung des Gastes folgt, welche durch den sozialen Druck des Revanchierens ausgelöst wird und den Kontakt intensiviert, was wiederum zur Entstehung einer Freundschaft beitragen kann.
1 Einleitung: Definiert den Rahmen der Arbeit und stellt die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Entstehung und Entwicklung interkultureller Freundschaften im ERASMUS-Programm.
2 Theoretische Grundlagen: Erörtert den Freundschaftsbegriff, interkulturelle Besonderheiten, den Einfluss neuer Medien sowie die spezifische Rolle von Auslandsaufenthalten.
3 Empirische Untersuchung: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, insbesondere die Nutzung narrativer Interviews und die Textanalyse nach Lucius-Hoene und Deppermann.
4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Präsentiert und analysiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der verschiedenen Phasen einer interkulturellen Freundschaft.
5 Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert Implikationen für die zukünftige Forschung sowie die soziale Integration von Studierenden.
Freundschaft, interkulturelle Freundschaft, ERASMUS, Auslandsaufenthalt, narrative Interviews, soziale Integration, Kommunikation, neue Medien, Kontaktanbahnung, Identität, Kulturaustausch, Beziehungsentwicklung, soziale Netzwerke.
Die Studie untersucht die Entstehung, Aufrechterhaltung und Entwicklung von Freundschaftsbeziehungen zwischen deutschen Studierenden und Personen aus anderen Kulturkreisen während und nach einem ERASMUS-Auslandsaufenthalt.
Die Arbeit behandelt Themen wie den Freundschaftsbegriff, die Auswirkungen von Mobilität und Wohnsituation auf soziale Kontakte, die Rolle von Sprachbarrieren sowie die Nutzung digitaler Kommunikation zur Beziehungspflege.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie entstehen interkulturelle Freundschaften im ERASMUS-Austausch und wie entwickeln sie sich nach Beendigung des Auslandsaufenthalts weiter?“
Die Arbeit basiert auf qualitativen narrativen Interviews mit fünf ehemaligen ERASMUS-Studierenden, deren Texte mittels der Textanalyse nach Lucius-Hoene und Deppermann ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Freundschaft und Interkulturalität sowie die empirische Darstellung und Interpretation der Interviewergebnisse, unterteilt in verschiedene Segmenttypen.
Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Freundschaft, interkulturelle Freundschaft, ERASMUS, soziale Integration, Kommunikation und Auslandsaufenthalt.
Soziale Medien und Online-Netzwerke dienen als wichtige Instrumente, um trotz räumlicher Distanz nach dem Auslandssemester in Kontakt zu bleiben, wobei der Kontakt oft oberflächlicher bleibt als bei persönlichen Begegnungen.
Studierende schließen sich häufig aus Orientierungslosigkeit oder aufgrund von Sprachbarrieren primär Landsleuten an, was durch organisatorische Umstände wie die gemeinsame Unterbringung der Austauschstudierenden in speziellen Wohnheimen verstärkt wird.
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