Bachelorarbeit, 2013
41 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
2 Grundlagen
2.1 Allgemeiner Aufbau des IAS 36
2.2 Die Bestimmung des Nutzungswerts
2.3 Anpassung des Beta Faktors
3 Problematik in der Konzeption des IAS 36
3.1 Marktorientierung des Diskontierungszinssatzes
3.2 Problematik des Diskontierungszinssatzes
3.3 Standpunkt des Standardsetzers
4 Lösungsansätze der Literatur
4.1 Zuhilfenahme von Annahmen bezüglich der Kapitalstruktur
4.2 Die Thesen von Modigliani und Miller als Lösungsansatz
4.2.1 Anwendung der Thesen auf die WACC
4.2.2 Probleme bei der Anwendung der Thesen
4.2.3 Grossing up als Lösungsmöglichkeit
4.2.4 Anwendung der Thesen auf die Eigenkapitalkosten eines fiktiv unverschuldeten Unternehmens
4.3 Iterativer Prozess
5 Investitionstheoretischer Ansatz
5.1 Die Produktivität einer ZGE als Ansatzpunkt
5.2 Ermittlung der internen Verzinsung
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die konzeptionellen Herausforderungen bei der Bestimmung des Nutzungswertes gemäß IAS 36, insbesondere im Hinblick auf die Inkonsistenzen bei der Verwendung von Vorsteuer-Größen. Ziel ist es, die bestehende Problematik zu analysieren, gängige Lösungsansätze aus der Literatur kritisch zu bewerten und einen alternativen investitionstheoretischen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, der die Schwächen der bisherigen Ansätze adressiert.
3.1 Marktorientierung des Diskontierungszinssatzes
Obwohl das Konzept des Nutzungswertes auf den ersten Blick schlüssig erscheint, ergeben sich bei genauerer Betrachtung Schwierigkeiten in der Interpretation der Vorgaben des IASB und deren Umsetzung. Die erste konzeptionelle Auffälligkeit ist in der Verknüpfung von Cashflows und Diskontierungssatz zu finden.
Obwohl es sich bei den Cashflows um unternehmensspezifische, nicht marktorientierte und meist subjektive Werte handelt, erfolgt anschließend eine Abzinsung mit marktüblichen und nicht unternehmensspezifischen Kapitalkosten. Sinnvoller erscheint es in dem Fall als Abzinsungsfaktor, analog zur Ermittlung der Cashflows, auch einen unternehmensinternen Abzinsungsfaktor zu verwenden. Dies lehnt das IASB jedoch mit der Begründung fehlender Objektivierbarkeit ab. Diese Einschätzung ist wenig überzeugend. So stellen auch Freiberg und Lüdenbach fest: „Im Vergleich zu sonstigen Subjektivitäten, die im Barwertkalkül im Rahmen der Ermittlung des Nutzungswertes enthalten sind (...), erscheint die Bestimmung einer entity specific discount rate eher leicht objektivierbar.“ Es bleibt somit fraglich, ob eine derartige Abzinsung überhaupt sinnvoll ist.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der internationalen Rechnungslegung und die Kritik an der fair value Bilanzierung nach IFRS infolge der Finanzkrise, was die Relevanz einer korrekten Wertminderungsprüfung nach IAS 36 unterstreicht.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des IAS 36, die Definition des Nutzungswertes als Barwert zukünftiger Cashflows sowie die Notwendigkeit und Methode der Anpassung von Beta-Faktoren für die Kapitalkostenermittlung.
3 Problematik in der Konzeption des IAS 36: Hier werden die konzeptionellen Widersprüche im Standard kritisiert, insbesondere die Diskrepanz zwischen subjektiven, unternehmensspezifischen Cashflows und der geforderten marktorientierten Bestimmung des Diskontierungszinssatzes.
4 Lösungsansätze der Literatur: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Lösungsansätze, darunter die Nutzung von Modigliani/Miller-Thesen, das „Grossing up“ zur Umwandlung von Nachsteuer- in Vorsteuergrößen und iterative Verfahren zur Problemlösung.
5 Investitionstheoretischer Ansatz: Der Autor führt einen investitionstheoretischen Ansatz ein, der auf mikroökonomischen Theorien basiert, um eine alternative interne Verzinsung als Diskontierungsfaktor zu bestimmen, der den Anforderungen des IAS 36 besser entspricht.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass bisherige Ansätze das Problem nicht zufriedenstellend lösen und schlägt vor, dass das IASB durch klarere Vorgaben die bestehenden Unklarheiten beseitigen sollte.
IAS 36, Nutzungswert, Wertminderung, Diskontierungssatz, WACC, Impairment-Test, Kapitalstruktur, Vorsteuer-Größen, Cashflows, Modigliani und Miller, interner Zinsfuß, Kapitalkosten, Finanzierungsneutralität, Unternehmensbewertung, ZGE
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Problemen bei der Ermittlung des Nutzungswertes im Rahmen der Wertminderungsprüfung gemäß IAS 36.
Die zentralen Themen umfassen die Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme, die Bestimmung von Kapitalkosten unter Berücksichtigung von Steuern sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Vorgaben des Standardsetzers.
Das Ziel ist es, die konzeptionellen Schwächen bei der Anwendung des IAS 36 aufzuzeigen und einen alternativen Lösungsansatz zu entwickeln, der methodisch konsistent ist.
Der Autor kombiniert eine Literaturanalyse bestehender Lösungsansätze mit einem investitionstheoretischen Modellansatz, um die Probleme der Zirkularität und Konsistenz bei der Berechnung des Diskontierungssatzes zu adressieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, eine Analyse der konzeptionellen Problematik bei der Zinssatzermittlung, eine kritische Würdigung bestehender Lösungsversuche sowie die Herleitung eines eigenen investitionstheoretischen Ansatzes.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe IAS 36, Nutzungswert, Kapitalkosten (WACC), Impairment-Test und Kapitalstruktur definieren.
Es wird kritisiert, dass das Hochschleusen von Nachsteuerrenditen in Vorsteuerwerte bei Nicht-Rentenmodellen und unter Berücksichtigung von Wachstumseffekten methodische Fehler und Zirkularitätsprobleme verursachen kann.
Er versucht, durch die Berechnung einer internen Verzinsung (IRR) auf Basis von Produktivitätsdaten einen Diskontierungsfaktor zu gewinnen, der ohne komplizierte Steuer-Anpassungen auskommt und somit die Anforderungen an Finanzierungsneutralität erfüllt.
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