Magisterarbeit, 2012
90 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Hauptteil
A. Pop
1. Begriffsgeschichte
2. Merkmale
B. Popliteratur im geschichtlichen Umfeld
1. Vorläufer, Einflüsse und Grundlagen
1.1 Dadaismus
1.2 Beat Generation
1.3 Pop Art
1.4 Postmoderne
2. Popliteratur
C. Popliteratur in Deutschland
1. Popliteratur Ende der 60er Jahre
2. Popliteratur in den 70er Jahren
3. Popliteratur in den 80er Jahren
4. „Neue Deutsche Popliteratur“. Die 90er Jahre
4.1 Die wichtigsten Werke
4.1.1 Kracht - Faserland
4.1.2 Stuckrad-Barre - Soloalbum
4.1.3 Henning von Lange - Relax
4.1.4 Goetz - Rave
4.1.5 Meinecke - Tomboy
4.1.6 Andreas Neumeister - Gut laut
4.2 Neue deutsche Popliteratur: Merkmale
5. Popliteratur ist tot
6. Zusammenfassung
D. Werkanalyse: Dorfpunks und Fleisch ist mein Gemüse
1. Inhaltsangabe
2. Textexterne Merkmale
2.1 Autor
2.2 Werk
2.3 Multimedialität
3. Formale Merkmale
3.1 Sprachgestaltung
3.2 Werkstruktur
3.2.1 Kapitellänge
3.2.2 Narrationsstruktur
3.3 Zeit der Narration
3.4 Erzählfigur
4. Inhaltliche Merkmale
4.1 Jugendliche Lebenswelt
4.2 Darstellung der Vergangenheit
E. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht die Geschichte und Entwicklung der Popliteratur in Deutschland von ihren Anfängen in den 60er Jahren bis zur sogenannten "Neuen Deutschen Popliteratur" der 90er Jahre. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Romane "Dorfpunks" von Rocko Schamoni und "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk, die nach dem offiziellen "Tod" der Popliteratur erschienen sind, popliterarische Merkmale aufweisen und somit als Teil dieser literarischen Strömung gelten können.
1.1 Dadaismus
Die Dadaisten entwickelten ab 1916 innovative künstlerische Formen und nahmen neue Inhalte in die Kunst auf, womit sie einen der Grundsteine der späteren Popkultur legten. Zu den einflussreichsten Künstlern zählen Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Tristan Tzara, die Brüder John Heartfield und Wieland Herzfelde sowie in den USA unter anderem Marcel Duchamp, Man Ray und Francis Picabia.
Desillusioniert durch den ersten Weltkrieg wagten sie als Erste den Versuch einer Antikunst und setzten den traditionellen Werten und Idealen „eine Literatur der Sprachzerstörung und Formenzertrümmerung“ entgegen. Sie riskierten künstlerische Experimente und rückten den Zufall, die Destruktion und den Nonsens in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Es ging also dezidiert nicht mehr um das Erzeugen sinnvoller Zusammenhänge, sondern im Gegenteil um die Zerstörung ebensolcher. Kunst wurde durch Antikunst ersetzt, Sinn durch Un-Sinn, Unterhaltung durch Provokation – der Dadaismus zerstörte alte Kunstideale.
Hugo Ball trug Gedichte vor, die nur noch aus unterschiedlichen Lauten zusammengesetzt waren, andere Autoren rezitierten Simultangedichte, die aus Silben, Geräuschen und Geschrei bestanden und Huelsenbeck verband seine Vorträge mit Sportübungen und nannte ein Gedicht dementsprechend „poème gymnastique“. An diesen wenigen Beispielen wird bereits klar, dass die Dadaisten versuchten, die Grenzen der Kunst auszuloten. Ein Zusammenhang mit der später auftauchenden Popkultur und Popliteratur lässt sich unter anderem in der Performativität der Literaturvorträge erkennen – Huelsenbeck macht auf der Bühne Sport, Goetz schneidet sich einige Jahrzehnte später vor Publikum die Stirn auf, und in den 90er Jahren wird die Performance zu einem wichtigen Teil jedes popliterarischen Vortrags.
A. Pop: Dieses Kapitel erläutert die Begriffsgeschichte des "Pop" und definiert dessen zentrale Merkmale im Kulturbetrieb.
B. Popliteratur im geschichtlichen Umfeld: Hier werden die wesentlichen Vorläufer und Einflüsse wie Dadaismus, Beat Generation, Pop Art und Postmoderne analysiert.
C. Popliteratur in Deutschland: Dieser Abschnitt bietet eine chronologische Darstellung der Entwicklung der Popliteratur in Deutschland von den 60er bis zu den 90er Jahren, inklusive einer Werkanalyse der wichtigsten Pop-Romane.
D. Werkanalyse: Dorfpunks und Fleisch ist mein Gemüse: Das Kapitel führt eine detaillierte Untersuchung der beiden Romane hinsichtlich textexterner, formaler und inhaltlicher Merkmale durch.
E. Schlussbetrachtungen: Hier werden die Ergebnisse der Werkanalyse zusammengefasst und die Einordnung der untersuchten Romane in den Kontext der Popliteratur bewertet.
Popliteratur, Popkultur, Neue Deutsche Popliteratur, Dadaismus, Beat Generation, Pop Art, Postmoderne, Rolf Dieter Brinkmann, Christian Kracht, Rainald Goetz, Dorfpunks, Fleisch ist mein Gemüse, Konsumgesellschaft, Archivierung, Identitätssuche
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Popliteratur in Deutschland und untersucht die Frage, ob aktuelle Romane, die nach dem erklärten "Tod" des Genres erschienen sind, noch als Popliteratur klassifiziert werden können.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Popliteratur, die Analyse stilistischer und formaler Merkmale sowie die Rolle von Konsumkultur und Marken in der Literatur.
Das Ziel ist es, anhand der Werke "Dorfpunks" von Rocko Schamoni und "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk zu prüfen, ob diese Romane trotz ihrer Entstehung nach 2001 genuine popliterarische Züge aufweisen.
Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl historische Kontexte (Vorläufer, Einflüsse) als auch eine detaillierte Werkanalyse der Primärtexte umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung von Pop, die Darstellung der historischen Entwicklung und Vorläufer (Beat, Dada, Pop Art) sowie eine detaillierte Untersuchung der "Neuen Deutschen Popliteratur" und der spezifischen Werkanalyse der beiden ausgewählten Romane.
Wichtige Begriffe sind Popliteratur, Konsumgesellschaft, Identitätssuche, Archivierung, Pop-Techniken sowie die Autoren Rolf Dieter Brinkmann, Christian Kracht und Rainald Goetz.
Während die 90er-Jahre-Literatur oft stark gegenwartsorientiert war und die Warenwelt unkritisch affirmativ darstellte, zeigen Schamoni und Strunk eine stärkere Rückbesinnung auf die Vergangenheit (die 70er und 80er Jahre) und nutzen die Alltagsbeschreibung eher zur Charakterisierung der Protagonisten als zur reinen Konsumdarstellung.
Ja, die Arbeit betont, dass die Medienpräsenz, der Lebensstil und die Selbstinszenierung der Autoren (oft als "Berufsjugendliche") ein konstitutives Merkmal der Popliteratur darstellen.
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