Bachelorarbeit, 2008
43 Seiten, Note: 1,5
Vorwort
Einleitung
1. Der Widerhall in den Medien
2. Nationale und individuelle Aufnahme
2.1. Das kollektive Gedächtnis in der Türkei
2.2. Das lokale Gedächtnis in Japan
2.2.1. Die Heldentat des Jahrhunderts
2.2.2. Das Erdbeben in der Türkei
3. Das Konzept Asiens
3.1.Das Türkei-Bild Japans
3.2.Das Japan-Bild der Türkei
3.2.1. Der Westen und Russland
3.3.Das Motiv der Ertuğrul-Delegation
3.3.1. Konvertierte Japaner?
4. Fazit
Die Arbeit analysiert den Schiffbruch des osmanischen Schiffes Ertuğrul Fırkateyni im Jahr 1890 und untersucht vergleichend die türkische sowie japanische Perspektive auf dieses Ereignis, dessen Nachwirkungen und die Bedeutung für die beiderseitige Wahrnehmung.
2. Nationale und individuelle Aufnahme
Wir haben im ersten Kapitel schon gravierende Unterschiede zwischen den Ansichten beider Nationen festgestellt, auf welche jetzt genauer eingegangen wird. Die Betrachtungsweise der Türken unterscheidet sich in dem Sinne, dass sie das Ertuğrul Fırkateyni als eine Legende und die beim Schiffbruch Verunglückten als Märtyrer ansehen und den größten Respekt erweisen. Sehr starke Emotionen sind vorhanden, die teilweise die Fakten bedecken. Die Japaner jedoch betrachten das ganze als einen Unfall und es scheint ihnen nicht weiter wichtig zu sein. Sehr viele wissen sowieso nichts von dieser über 100 Jahre alten Geschichte.
Dies sind die ersten Eindrücke bei der oberflächigen Betrachtung beider Seiten. Aber im Folgenden werde ich die türkische und die japanische Sichtweise und die Aufnahme und Verarbeitung des Geschehens intensiv analysieren und zu einem interessanten Ergebnis kommen, das sich einem auf den ersten Blick nicht offenbart.
1. Der Widerhall in den Medien: Die Darstellung der Ereignisse wird in türkischen und japanischen Publikationen analysiert, wobei besonders die emotionalen Unterschiede in der Benennung als Katastrophe oder Unfall hervorgehoben werden.
2. Nationale und individuelle Aufnahme: Dieses Kapitel vergleicht das in der Türkei kollektiv verankerte Gedächtnis mit der lokal begrenzten Erinnerung in Japan und analysiert weitere Rettungsaktionen als Bindeglieder.
3. Das Konzept Asiens: Hier wird untersucht, wie sich das Bild der Türkei in Japan und das Japanbild in der Türkei durch den Schiffbruch geformt hat und welche Rolle die Modernisierung und der Westen spielten.
4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Wahrnehmung des Ereignisses durch den Schiffbruch und nachfolgende gegenseitige Hilfeleistungen geprägt ist, wobei Kushimoto eine Sonderrolle innerhalb Japans einnimmt.
Ertuğrul Fırkateyni, Schiffbruch, kollektives Gedächtnis, Türkei-Japan Beziehungen, Kushimoto, Diplomatie, Osmanisches Reich, Panislamismus, Wahrnehmungsgeschichte, Rettungsaktion, Moderne, Kulturtransfer, Identitätsbildung, Japanisches Bild, Türkisches Bild
Die Arbeit untersucht den Schiffbruch des türkischen Schiffes Ertuğrul im Jahr 1890 und wie dieser Vorfall die Beziehungen und die gegenseitige Wahrnehmung zwischen der Türkei und Japan über 100 Jahre lang geprägt hat.
Die Themen umfassen die literarische Aufarbeitung in Medien, die Gedächtnisproblematik, das Asienbild beider Nationen sowie politische Hintergründe wie den Panislamismus und nachfolgende Rettungsaktionen.
Das Ziel ist eine objektive, vergleichende Analyse beider nationaler Perspektiven, um zu verstehen, warum das Ereignis in der Türkei als nationale Legende gilt, während es in Japan regional verankert bleibt.
Es wird eine vergleichende Analyse der Literatur- und Mediengeschichte angewandt, die sowohl türkische als auch japanische Primär- und Sekundärquellen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die mediale Aufarbeitung, die Analyse der unterschiedlichen nationalen Gedächtniskulturen, die Untersuchung der Konzepte Asiens und das Motiv der ursprünglichen Delegation.
Zentrale Begriffe sind Ertuğrul Fırkateyni, kollektives Gedächtnis, deutsch-türkisch-japanische Beziehungen sowie die kulturelle Einordnung der Türkei und Japans innerhalb Asiens.
Kushimoto ist der Ort des Unglücks; dort ist das Gedächtnis an den Schiffbruch im Gegensatz zum übrigen Japan stark präsent, ähnlich wie das kollektive Gedächtnis in der Türkei.
Die "Tränen-Legende" besagt, dass es in Kushimoto immer regnet, wenn Türken zu Besuch kommen; der Regen wird als Freudetränen der Märtyrer interpretiert, eine Erzählung, die Japaner ursprünglich an Türken weitergegeben haben.
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