Diplomarbeit, 2013
261 Seiten, Note: 1,0 (sehr gut)
1 Einleitung
2 Indigene Ethnien und Sprachen in Brasilien
2.1 Ursprünge der Besiedelung und Sprachentwicklung
2.2 Die Erforschung indigener brasilianischer Sprachen
2.3 Die Vernichtung und heutige Situation indigener brasilianischer Sprachen
3 Die indigene Ethnie der Botokuden
3.1 Namensgebung
3.2 Verbreitungsgebiet und Lebensweise
4 Die Sprache der Botokuden
4.1 Die Erforschung und Dokumentation der Botokudensprache
4.2 Die genetische und typologische Klassifikation der Botokudensprache
4.2.1 Phonetische und phonologische Aspekte des Krenák
4.2.2 Morphosyntaktische Aspekte des Krenák
5 Das Wörterbuch der Botokudensprache
5.1 Neue Forschungsergebnisse zum Autor und Entstehungskontext
5.1.1 Der Autor Bruno Rudolph
5.1.2 Der Entstehungskontext
5.2 Die Rezeption des Wörterbuchs
5.3 Die metalexikographische Analyse des Wörterbuchs
5.4 Defizite des Wörterbuchs der Botokudensprache
5.4.1 Graphie und Transkription
5.4.2 Morphologie und Segmentierung
5.4.3 Semantik und Übersetzung
6 Swadesh’s basic vocabulary
6.1 Theoretische Grundlagen zur Entstehung und zu den Eigenschaften von Swadesh’s basic vocabulary
6.2 Gründe für die Verwendung von Swadesh’s basic vocabulary im Wörterbuch
6.3 Methoden zur Erstellung einer Swadesh-Liste des Wörterbuchs
6.4 Besonderheiten im Wortschatz der Botokudensprache und ihre Bedeutung für die Swadesh-Liste des Wörterbuchs
7 Die Restitution
7.1 Definition und theoretische Grundlagen der Restitution
7.2 Die Restitution der Entsprechung von Swadesh’s test item Nr. 95 full
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die phonetische und phonologische Struktur der Botokudensprache auf Basis des historischen Wörterbuchs von Bruno Rudolph (1909) zu restituieren. Sie untersucht die Sprache der Botokuden unter linguistischen Aspekten, beleuchtet den Entstehungskontext des Wörterbuchs und entwickelt ein Modell zur systematischen Restitution des Wortschatzes mittels einer Swadesh-Liste.
4.2.1 Phonetische und phonologische Aspekte des Krenák
Das Phoneminventar des Krenák verfügt über 22 Konsonanten und 12 Vokale (Pessoa 2012:103-136). Anders als es für die Mehrheit der Macro-Jê Sprachen typisch ist, überwiegt hier die Zahl der Konsonanten. Zunächst werden die konsonantischen Phoneme und ihre lautlichen Realisierungen zur besseren Übersicht tabellarisch dargestellt.
Das konsonantische Phoneminventar des Krenák ist sogar noch komplexer als das des Kayapó, der Jê Sprache mit dem größten Konsonantensystem (Rodrigues 1999:178f.). Hervorzuheben sind die Klassen der stimmlosen und stimmhaften Plosive sowie die stimmlosen und stimmhaften Nasale, die alle miteinander kontrastieren, wie das folgende Beispiel zeigt: [...]
Überhaupt stellt die Klasse der stimmlosen Nasalkonsonanten [m ŋ ɲ ŋ] eine Besonderheit dar, da diese Laute weltweit nur in wenigen anderen Sprachen auftreten (Ladefoged/Maddieson 1996:106-116; Seki 2008:125f.; Pessoa 2012:91-102). Wie einige andere Macro-Jê Sprachen verfügt auch das Krenák über komplexe Phoneme, die nur als Sequenz von Lauten bzw. artikulatorischen Bewegungen realisiert werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die historische Bedeutung des Wörterbuchs von Bruno Rudolph und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, eine Rekonstruktion der Botokudensprache zu ermöglichen.
2 Indigene Ethnien und Sprachen in Brasilien: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Ursprünge der Besiedelung, die Erforschung indigener Sprachen und deren bedrohlichen Status in Brasilien.
3 Die indigene Ethnie der Botokuden: Hier wird ein Überblick zur Namensgebung, dem Verbreitungsgebiet und der Lebensweise der Ethnie gegeben.
4 Die Sprache der Botokuden: Dieser Abschnitt beschreibt die Dokumentationsgeschichte, die Klassifikation und ausgewählte sprachliche Aspekte des Krenák.
5 Das Wörterbuch der Botokudensprache: Hier wird der Autor Bruno Rudolph, der Entstehungskontext, die Rezeption und eine detaillierte metalexikographische Analyse inklusive Defiziten des Wörterbuchs behandelt.
6 Swadesh’s basic vocabulary: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Swadesh-Liste und deren methodische Anwendung zur Erstellung eines Vergleichsvokabulars für das Wörterbuch.
7 Die Restitution: Das Kapitel definiert die Methode der Restitution und führt diese beispielhaft für ein spezifisches test item aus der Swadesh-Liste durch.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Bedeutung der Restitution für die weitere Erforschung der Botokudensprache.
Botokudensprache, Krenák, Bruno Rudolph, Wörterbuch, Sprachrestitution, Swadesh-Liste, Indigene Sprachen, Brasilien, Lexikographie, Phonologie, Macro-Jê, Documentation, Ethnologie, Sprachgeschichte, Grammatik
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Restitution der Botokudensprache auf Basis des historischen Wörterbuchs von Bruno Rudolph aus dem Jahr 1909.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte und Ethnographie der Botokuden, die linguistische Analyse ihres Wortschatzes sowie die Anwendung glottochronologischer Methoden zur Sprachrekonstruktion.
Das primäre Ziel ist es, durch eine metalexikographische Analyse des historischen Materials und die Anwendung moderner linguistischer Methoden die phonetische und phonologische Struktur der Sprache wiederherzustellen.
Neben einer ausführlichen Quellen- und Literaturanalyse nutzt die Arbeit die Methode der Restitution nach Constenla Umaña sowie die Erstellung einer Swadesh-Liste zur systematischen Aufarbeitung des Wortschatzes.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse des Wörterbuchs selbst, der Untersuchung der Botokudensprache hinsichtlich Genetik und Typologie sowie der praktischen Anwendung der Restitution an einem konkreten Beispiel.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Botokudensprache, Krenák, Bruno Rudolph, Sprachrestitution, Swadesh-Liste und Lexikographie.
Bruno Rudolph war ein deutscher Apotheker und Brasilienauswanderer, der Ende des 19. Jahrhunderts im heutigen Bundesstaat Minas Gerais lebte und dort die Sprache der Botokuden dokumentierte.
In dieser Arbeit beschreibt Restitution die synchrone Rekonstruktion von Sprachstrukturen aus dem historisch überlieferten, aber oft mangelhaft transkribierten Material.
Nein, die Arbeit identifiziert explizit zahlreiche Defizite in der Graphie, Transkription, Segmentierung und semantischen Übersetzung, die eine kritische wissenschaftliche Aufbereitung notwendig machen.
Der Anhang bietet eine umfangreiche Swadesh-Liste der Botokudensprache, Karten zum Verbreitungsgebiet, Bildmaterial sowie Listen zu spezifischen Sachgebieten aus dem Originalwörterbuch.
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