Magisterarbeit, 2013
115 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. DER STAATSINTERVENTIONISMUS ODER DIE RÜCKKEHR DES KEYNESIANISMUS
2.1 DER NEOLIBERALISMUS UND SEINE GRUNDLAGEN
2.1.1 Der klassische Liberalismus
2.1.2 Der Ordo- und amerikanische Neoliberalismus
2.2 MARKT VS. STAAT
2.2.1 Der Staat bei Adam Smith
2.2.2 Marx Ansicht vom Staat
2.2.3 Die Ansätze nach Marx und der Keynesianismus
2.3 DER HALBHERZIGE PARADIGMENWECHSEL
2.3.1 Der Ruf nach dem Staat
2.3.2 Kritik an den bisherigen staatlichen Interventionen
2.4 FORDERUNGEN AN DEN NEUEN STAATSINTERVENTIONISMUS
2.4.1 Notwendigkeit des Konzepts
2.4.2 Grundgedanke des staatlichen Eingriffs
2.4.3 Das Vorgehen an den Finanzmärkten
2.4.4 Bekämpfung des Ungleichgewichts in der Gesellschaft und die demokratische Legitimierung der Interventionen
2.4.5 Resümee
3. MARX WERT- UND KRISENTHEORIE SOWIE SEINE KAPITALISMUSKRITIK
3.1 DIE MONETÄRE WERTTHEORIE
3.1.1 Der Gebrauchs- und Tauschwert der Ware
3.1.1.1 Der Gebrauchswert
3.1.1.2 Der Tauschwert
3.1.1.3 Die marxsche Ware am Beispiel der Leinwand
3.1.1.4 Die Zeit als Maß der den Wert hervorbringenden abstrakten Arbeit
3.1.1.5 Resümee zur Ware
3.1.2 Die Arbeit in der kapitalistischen Gesellschaft
3.1.2.1 Die Arbeit im Allgemeinen
3.1.2.2 Die konkret-nützliche Arbeit
3.1.2.3 Die abstrakt-gesellschaftliche Arbeit
3.1.2.4 Resümee zur Arbeit im marxschen Sinne
3.1.3 Von der einfachen zur allgemeinen Wertform oder die Genesis der Geldform
3.1.3.1 Die einfache Wertform
3.1.3.2 Die drei Kennzeichen der Äquivalentform der einfachen Wertform
3.1.3.3 Die entfaltete Wertform
3.1.3.4 Die allgemeine Wertform
3.1.3.5 Die Entstehung der Geldware
3.1.4 Die Funktionen des Geldes und ihre Verwandlung in das Kapital
3.1.4.1 Die Wertmaßstabsfunktion
3.1.4.2 Die Zirkulationsmittelfunktion
3.1.4.3 Die 1. Form der Geldware als Geld: Der Schatz
3.1.4.4 Die 2. Form der Geldware als Geld: Das Zahlungsmittel
3.1.4.5 Die 3. Form der Geldware als Geld: Das Weltgeld
3.1.4.6 Die Verwandlung des Geldes in Kapital
3.1.5 Der absolute und relative Mehrwert
3.1.5.1 Die Quelle des Mehrwerts
3.1.5.2 In der Produktionssphäre: Der Arbeits- oder Wertbildungsprozess
3.1.5.3 In der Produktionssphäre: Der Verwertungsprozess oder der absolute Mehrwert
3.1.5.4 Der relative Mehrwert
3.1.6 Der Profit und die allgemeine Durchschnittsprofitrate
3.1.6.1 Der Profit und die Profitrate
3.1.6.2 Der Marktwert und die allgemeine Durchschnittsprofitrate
3.1.7 Die Akkumulation und das zinstragende Kapital
3.1.7.1 Die einfache und erweiterte Akkumulation
3.1.7.2 Das zinstragende Kapital
3.1.8 Das Kreditsystem und das fiktive Kapital
3.1.8.1 Das Kreditsystem und das Geschäft der Banken
3.1.8.2 Das fiktive Kapital
3.2 KERNPUNKT DER MARXSCHEN KAPITALISMUSKRITIK: Vom Waren- zum Kapitalfetisch
3.2.1 Der Warenfetisch
3.2.2 Die Steigerung des Warenfetisch: Der Geld- und Kapitalfetisch
3.3 DIE MARXSCHE KRISENTHEORIE
3.3.1 Der tendenzielle Fall der allgemeinen Profitrate
3.3.2 Die Krise
4. DIE FINANZ- UND SCHULDENKRISE
4.1 HINTERGRÜNDE FÜR DEN AUSBRUCH DER FINANZKRISE
4.1.1 Wurzeln der Krise
4.1.2 Funktionsweise der strukturierten Produkte und ihre Vorteile
4.1.3 Investmentbanken und Versicherungen steigen ins Geschäft ein
4.1.4 Zunahme der Subprime-Kredite
4.2 DER AUSBRUCH UND VERLAUF DER FINANZKRISE (2008-2009)
4.2.1 Der Preisverfall bei den Derivaten
4.2.2 Ausbruch und Verlauf der Finanzkrise
4.3 URSACHEN UND VERLAUF DER SCHULDENKRISE (2010-2012)
4.3.1 Die politischen Gründe
4.3.2 Die wirtschaftlichen Gründe
4.3.3 Offenlegung des Schuldenproblems durch die Finanzkrise
4.3.4 Ausbruch und Verlauf der Schuldenkrise
5. ANWENDUNG VON KARL MARX WERT- UND KRISENTHEORIE AUF DIE FINANZ- UND SCHULDENKRISE SOWIE DIE ABWÄGUNG MIT DEM NEUEN STAATSINTERVENTIONISMUS
5.1 ANALYSE DER FINANZ- UND SCHULDENKRISE ANHAND DER MARXSCHEN WERT- UND KRISENTHEORIE
5.1.1 Die Waren der Finanzbranche: Kapital und Risiko
5.1.1.1 Die Ware im marxschen Sinne
5.1.1.2 Das Kapital und das Risiko als Ware an den Finanzmärkten
5.1.2 Die Arbeit und das Finanzsystem
5.1.2.1 Die Arbeit im marxschen Sinne
5.1.2.2 Die Finanzprodukte und die wertbildende Arbeit
5.1.3 Das fiktive Kapital und die Finanzinnovationen
5.1.3.1 Verwandlung des zinstragenden in das fiktive Kapital nach Marx
5.1.3.2 Finanzderivate – eine neue Gestalt des fiktiven Kapitals
5.1.4 Die Akkumulation auf Kredit oder der finanzgetriebene Kapitalismus
5.1.4.1 Die Bankgeschäfte und deren Profitakkumulation im marxschen Sinne
5.1.4.2 Die heutige Akkumulation im Bankwesen oder der Wandel zum finanzgetriebenen Kapitalismus
5.1.5 Der Kapitalfetisch und die schleichende Verselbständigung der Finanzmärkte
5.1.5.1 Marxens Vorstellung vom Kapitalfetisch
5.1.5.2 Auswirkungen des Fetisch auf die Finanzmärkte und ihre Teilnehmer
5.1.5.3 Die Abkoppelung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft
5.1.6 Die Krise
5.1.6.1 Marx Ansicht zur Geldkrise
5.1.6.2 Die Finanz- als Geldkrise im marxschen Sinne
5.1.6.3 Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft
5.1.7 Die Staatsschulden - Der Weg in die nächste Krise
5.1.7.1 Anstieg der Haushaltsdefizite in den intervenierenden Staaten
5.1.7.2 Die Kreditverlagerung
5.1.8 Der tendenzielle Fall der allgemeinen Profitrate oder das Endstadium des Kapitalismus
5.1.8.1 Die marxsche Theorie vom tendenziellen Fall und die Berücksichtigung des zinstragenden Kapitals
5.1.8.2 Die Bedeutung des zinstragenden Kapitals für den tendenziellen Fall heute
5.1.9 Resümee
5.2 DER STAATSINTERVENTIONISMUS UND THEORIEN VON KARL MARX
5.2.1 Der bisherige Staatsinterventionismus aus marxscher Sicht
5.2.1.1 Die Krisenintervention der Staaten
5.2.1.2 Marxsche Ansicht zum bisherigen Staatsinterventionismus
5.2.2 Das neue Konzept vom Staatsinterventionismus vs. Marx monetäre Wert- und Krisentheorie
5.2.2.1 Marx Befürwortung eines staatlichen Eingriffs am Markt
5.2.2.2 Vorstellungen des neuen Staatsinterventionismus
5.2.2.3 Ansätze von Ordoliberalismus und keynesianischer Theorie im neuen Konzept
5.2.2.4 Bedenken gegenüber dem Konzept des neuen Staatsinterventionismus aus marxscher Sicht
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Paradigmenwechsel vom neoliberalen Wirtschaftsverständnis hin zu einem neuen Staatsinterventionismus ausreicht, um die Ursachen der Finanz- und Schuldenkrise nachhaltig zu bekämpfen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die monetäre Wert- und Krisentheorie von Karl Marx auf die heutigen globalen ökonomischen Verhältnisse anwendbar ist und welche Erkenntnisse sie zur Bewertung des modernen Staatsinterventionismus liefert.
3.1.1.2 Der Tauschwert
Daraus ergibt sich aber noch nicht, dass jedes von Menschenhand gefertigte Produkt automatisch eine Ware im marxschen Sinne ist. Dementsprechend können Gebrauchswerte hergestellt werden, die ausschließlich dem eigenen Gebrauch dienen, „ohne Waare zu sein“ (a.a.O., S. 74). Zu einer solchen verwandeln sie sich in dem Augenblick, in dem sie nicht für die eigene, sondern für die Bedürfnisbefriedigung der Mitmenschen vorgesehen ist. Die derartigen „gesellschaftlichen Gebrauchswerth[e]“ (a.a.O., S. 74) sind aber „zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerths“ (a.a.O., S. 70). Selbiger drückt zwischen zweierlei Gütern ein quantitatives Austauschverhältnis aus und „scheint [dadurch unmittelbar] […] ein der Waare innerliche[s], immanente[s]“(a.a.O., S. 71) Maß zu sein. Mit dem Wörtchen ‚scheint’ beabsichtigt Marx zu verdeutlichen, dass wir mit dieser Annahme einer Täuschung aufsitzen, die es aufzulösen gilt. Deswegen stellt er fest, dass der Tauschwert der Gegenstände, die sich in Relation zu einander befinden, von der jeweils getauschten Menge unberührt bleibt. Infolgedessen muss den heterogenen Gebrauchswerten eine qualitative Gemeinsamkeit zugrunde liegen, die nicht aus einer ihrer Eigenschaften entspringt. Mit anderen Worten enthalten sie „als Tauschwerthe […] kein Atom Gebrauchswerth“ (a.a.O., S. 72).
Daher abstrahiert Marx nicht nur von den Warenkörpern all ihre Qualitäten, die sie zum Gebrauchswert machen, sondern auch von dem ihnen noch verbliebenen Charakter, bloße Arbeitsprodukte zu sein. Damit einhergehend verschwindet ebenso der „nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten“ (a.a.O., S. 72). Als Endergebnis der Abstraktion von allem Gebrauchswert der Waren und der sie schaffenden Arbeitsform bleibt einzig und allein die „abstrakt menschliche Arbeit […] [oder die reine] menschliche[…] Arbeitskraft ohne Rücksicht auf die Form ihrer Verausgabung“ (Marx, Das Kapital, Bd. 1, MEGA² II/6, S. 72) übrig. Dieser andere Charakter der Arbeit ist die gesuchte gemeinsame qualitative Komponente, die sich beim Austausch der Gebrauchswerte manifestiert, und somit die „gemeinschaftliche[…] gesellschaftliche[…] Substanz“ (a.a.O., S. 72) ihrer Werte bildet.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Unsicherheit seit 2008 und stellt die Forschungsfrage, ob der aktuelle Paradigmenwechsel zum Staatsinterventionismus zur Krisenbewältigung ausreicht.
2. DER STAATSINTERVENTIONISMUS ODER DIE RÜCKKEHR DES KEYNESIANISMUS: Dieses Kapitel analysiert die Grundlagen des Neoliberalismus und die Entwicklung des staatlichen Eingreifens, vom klassischen Liberalismus bis hin zu modernen Forderungen nach regulativer Ordnungspolitik.
3. MARX WERT- UND KRISENTHEORIE SOWIE SEINE KAPITALISMUSKRITIK: Es erfolgt eine tiefgehende theoretische Untersuchung der marxschen monetären Werttheorie, der Arbeitskonzepte sowie seiner Analyse von Geld, Kapitalfetisch und Krisen.
4. DIE FINANZ- UND SCHULDENKRISE: Dieses Kapitel liefert eine empirische Beschreibung der Entstehung und des Verlaufs der globalen Finanzkrise ab 2007 sowie der anschließenden Schuldenkrise in Europa.
5. ANWENDUNG VON KARL MARX WERT- UND KRISENTHEORIE AUF DIE FINANZ- UND SCHULDENKRISE SOWIE DIE ABWÄGUNG MIT DEM NEUEN STAATSINTERVENTIONISMUS: Hier findet die praktische Anwendung der zuvor erläuterten marxschen Theorien auf die aktuelle Krise statt, gefolgt von einer kritischen Abwägung der staatlichen Maßnahmen.
Finanzkrise, Schuldenkrise, Karl Marx, Staatsinterventionismus, monetäre Werttheorie, Kapitalfetisch, fiktives Kapital, Mehrwert, Profitrate, Neoliberalismus, Keynesianismus, regulative Ordnungspolitik, Finanzmärkte, Arbeit, Krisentheorie
Die Arbeit analysiert die Finanz- und Schuldenkrise seit 2008 unter Zuhilfenahme der marxschen monetären Wert- und Krisentheorie und untersucht, ob das Konzept des Staatsinterventionismus eine geeignete Lösung darstellt.
Zentrale Themen sind die Kritik des Neoliberalismus, die marxsche Analyse von Geld, Arbeit und Kapital sowie die Funktionsweise moderner Finanzinstrumente wie Derivate.
Das Ziel ist die Klärung, ob ein Paradigmenwechsel vom Neoliberalismus zum Staatsinterventionismus ausreicht, um Krisen zu verhindern oder ob das Konzept die zugrunde liegenden Ursachen im Kapitalismus ignoriert.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Analyse der marxschen Originaltexte und wendet diese Erkenntnisse auf aktuelle wirtschaftliche Ereignisse der Finanz- und Schuldenkrise an.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Ausarbeitung der marxschen Werttheorie, die Analyse der Finanzkrise als Geldkrise im marxschen Sinne sowie die kritische Gegenüberstellung von staatlicher Krisenpolitik und der marxschen Kapitalismuskritik.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Kapitalfetisch, das fiktive Kapital, die Mehrwertproduktion, der tendenzielle Fall der Profitrate und der Staatsinterventionismus.
Die Leinwand dient als klassisches Beispiel von Marx, um die Konstitution der Ware, den Unterschied zwischen Gebrauchswert und Tauschwert sowie die notwendige Abstraktion der Arbeit zu veranschaulichen.
Es bezeichnet ein von Marx definiertes Gesetz, nach dem die Profitrate in der kapitalistischen Produktion aufgrund des steigenden Anteils von konstantem Kapital gegenüber variablem Kapital langfristig sinkt, was Krisen begünstigt.
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