Diplomarbeit, 2004
47 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Europäische System der Zentralbanken
3 Auswirkungen der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes auf die heutige Beschlussfassung der Europäischen Zentralbank
3.1 Verlust an Entscheidungseffizienz
3.2 Zunahme der Asymmetrien
3.2.1 Politisches versus ökonomisches Gewicht
3.2.2 Europaweite versus nationale Perspektive
3.3 Ergebnis
4 Der Vorschlag der Europäischen Zentralbank für ein neues Abstimmungsverfahren
4.1 Rahmenbedingungen
4.1.1 Ermächtigungsklausel
4.1.2 Fünf Grundsätze
4.2 Funktionsweise
4.3 Öffentliche Kritik am Vorschlag der Europäischen Zentralbank
5 Anforderungskriterien für Reformen
5.1 Effizienz
5.2 Transparenz
5.3 Europaweite Perspektive
5.4 Politische Akzeptanz
5.5 Zum Zusammenhang der Anforderungen mit den fünf Grundsätzen der Europäischen Zentralbank
5.6 Ergebnis
6 Alternative Reformmodelle
6.1 Theoretische Reformszenarien
6.1.1 Zentralisation
6.1.2 Repräsentation
6.1.3 Gewichtung
6.1.4 Rotation
6.2 Praktische Reformbeispiele
6.2.1 Der Vorschlag Eijffingers
6.2.2 Der Vorschlag des Europäischen Parlaments
6.2.3 Der Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
7 Zusammenfassende Bewertung und Vergleich der praktischen Reformbeispiele, des EZB-Vorschlags und des Status quo Modells
7.1 Effizienz
7.2 Transparenz
7.3 Europaweite Perspektive
7.4 Politische Akzeptanz
7.5 Zusammenfassung und Empfehlung
8 Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die geldpolitische Entscheidungsfindung im EZB-Rat. Zentrales Ziel ist es, den notwendigen Reformbedarf des Abstimmungsverfahrens zu analysieren, verschiedene theoretische und praktische Reformvorschläge zu bewerten und basierend auf einem Anforderungskatalog eine fundierte Empfehlung abzugeben.
3.2.2 Europaweite versus nationale Perspektive
In Abbildung 1 wurde bereits deutlich, dass die neuen Mitgliedsländer sehr viel kleiner als die bestehenden sind. Als ein weiteres charakteristisches Merkmal lässt sich feststellen, dass es sich bei der Mehrzahl der Anwärter um Transformationsländer handelt, die in den nächsten Jahren sehr viel schneller wachsen werden. Die Verbindung der beiden Kennzeichen „kleines Land“ und „schnelles Wachstum“ kann nach dem Balassa-Samuelson-Effekt zu höheren strukturellen Inflationsraten in den Beitrittsländern führen. Dieser Umstand könnte das Verfolgen einer einheitlichen Geldpolitik für den Euroraum erschweren, da die nationalen Zentralbankpräsidenten der Beitrittsländer andere Einstellungen zu Inflation haben werden als der bestehende Kern, und die Möglichkeit besteht, dass sie sich bei Beschlüssen zumindest teilweise von nationalen Interessen oder Entwicklungen leiten lassen. Eine weitere Besonderheit der Kandidatenländer, die einen ähnlichen Einfluss auf Entscheidungen im EZB-Rat haben könnte, ist ihr vom heutigen Euroraum abweichender Konjunkturzyklus. Berechnungen zeigen, dass der durchschnittliche Korrelationskoeffizient der Konjunkturzyklen von neuen und aktuellen Mitgliedern nur 0,29, der zwischen den bestehenden Mitgliedern jedoch 0,77 beträgt. Eine derartige konjunkturelle Asynchronität kann dazu führen, dass geldpolitische Entscheidungen für einige Mitgliedsstaaten expansiv und für andere restriktiv wirken, wodurch sich die Gefahr, Nationale- vor Europainteressen zu stellen, weiter erhöht. Auch das Direktorium kann diesen potenziellen Verlust einer zentralen Europaperspektive bei Beschlüssen des EZB-Rates aufgrund seines mit zunehmender Mitgliederanzahl sinkenden politischen Gewichtes nur bedingt entgegenwirken.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Herausforderungen durch die EU-Erweiterung für die Europäische Zentralbank und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2 Das Europäische System der Zentralbanken: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Aufbau und die Aufgaben der EZB sowie ihrer Beschlussfassungsorgane.
3 Auswirkungen der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes auf die heutige Beschlussfassung der Europäischen Zentralbank: Es werden die Konsequenzen eines Mitgliederanstiegs im EZB-Rat, insbesondere der Effizienzverlust und die Zunahme von Asymmetrien, analysiert.
4 Der Vorschlag der Europäischen Zentralbank für ein neues Abstimmungsverfahren: Das Kapitel behandelt die Rahmenbedingungen und Funktionsweise des von der EZB entwickelten Rotationsmodells sowie die öffentliche Kritik daran.
5 Anforderungskriterien für Reformen: Hier wird ein Kriterienkatalog bestehend aus Effizienz, Transparenz, europaweiter Perspektive und politischer Akzeptanz entwickelt.
6 Alternative Reformmodelle: Es werden theoretische Ansätze sowie konkrete Reformbeispiele externer Institutionen und Experten gegenübergestellt.
7 Zusammenfassende Bewertung und Vergleich der praktischen Reformbeispiele, des EZB-Vorschlags und des Status quo Modells: Ein vergleichender Bewertungsabschnitt, in dem die Modelle anhand der zuvor definierten Kriterien analysiert werden.
8 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung der Ergebnisse und einer abschließenden Empfehlung für den EZB-Rat.
EZB-Rat, Geldpolitik, Währungsunion, Euroraum-Erweiterung, Reform des Abstimmungsverfahrens, Rotationsmodell, Entscheidungseffizienz, Zentralbankpräsidenten, Direktorium, Maastricht-Kriterien, Europaweite Perspektive, Politische Akzeptanz, Balassa-Samuelson-Effekt.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der notwendigen Anpassung der geldpolitischen Abstimmungsregeln der EZB aufgrund der EU-Osterweiterung.
Im Fokus stehen die Governance der EZB, die Effizienz der Entscheidungsfindung bei steigender Mitgliederzahl und die Balance zwischen nationalen Interessen und der gesamteuropäischen Geldpolitik.
Das Ziel ist die kritische Bewertung des EZB-eigenen Reformvorschlags im Vergleich zu anderen theoretischen und praktischen Reformmodellen, um eine fundierte Empfehlung zur Gestaltung zukünftiger Abstimmungsprozesse zu geben.
Die Arbeit nutzt eine modellbasierte Analyse und einen kriteriengeleiteten Vergleich (Anforderungskatalog bestehend aus Effizienz, Transparenz, europaweiter Perspektive und politischer Akzeptanz), um die unterschiedlichen Reformvorschläge zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Problematik (Status quo), die Vorstellung des EZB-Vorschlags, die Herleitung eines Bewertungsmaßstabs sowie eine detaillierte vergleichende Bewertung verschiedener Reformmodelle.
Wichtige Begriffe sind EZB-Rat, Geldpolitik, Währungsunion, Rotationsmodell, Entscheidungseffizienz, Direktorium und europaweite Perspektive.
Kritiker bemängeln insbesondere die Komplexität, die mangelnde Transparenz sowie die Gefahr, dass die Regelungen nationale Interessen begünstigen könnten und den Machtverlust des Direktoriums zur Folge hätten.
Der Autor kommt zum Schluss, dass die Reformvorschläge des Europäischen Parlaments und Eijffingers am besten geeignet sind, um die Effizienz und die europäische Perspektive der Geldpolitik in einem erweiterten Euroraum zu wahren.
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