Diplomarbeit, 2010
121 Seiten
0. Einleitung
1. Die mittellateinischen Quellentexte
1.0. Romulus: Recensio vetus und Recensio gallicana
1.1. Anonymus Neveleti
2. Die mittelhochdeutschen Fassungen
2.0. Wiener Codex 2705
2.1. Boners Edelstein
2.2. Heinrich von Mügeln
2.3. Nürnberger Prosa-Äsop
2.4. Codex Karlsruhe 408
2.5. Heinrich Steinhöwels Esopus
3. Zusammenfassung
4. Ausblick: Die Fabel vom Löwenanteil in der Fassung vom gelehrigen Fuchs
Die vorliegende Arbeit untersucht die formalen und inhaltlichen Aspekte der Fabel vom Löwenanteil in hochdeutschen Fassungen des Mittelalters. Der Fokus liegt dabei auf dem Verhältnis von Erzähl- und Ausdeutungsteil, der Charakterisierung der Figuren sowie der expliziten Lehre, um die Entwicklung und Variation dieser Fabel über verschiedene Handschriften und Drucke hinweg zu analysieren.
0. Einleitung
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung der formalen und inhaltlichen Aspekte der Fabel vom Löwenanteil in den hochdeutschen Fassungen des Mittelalters.
Vergleiche der Textgestalt werden sich auf Merkmale wie Länge beziehungsweise Kürze des Textes, gemessen am Vers- bzw. Zeilenumfang, sowie die Gliederung des Textes, gemessen an der Anzahl und Anordnung der Abschnitte, konzentrieren. Hierbei geht es bei der Textgattung Fabel vor allem um die Frage nach dem Verhältnis des Erzähl- und Ausdeutungsteiles, sowie die Anordnung des Ausdeutungsteiles im Text in Form von Pro- und Epimythien.
In der Untersuchung werden Einsatz und Variation der Erzählmomente und -figuren in den Fassungen beleuchtet. Die Handlung der Fabel umfasst wenige inhaltliche Aspekte und ein geringfügig variierendes Tierpersonal, davon abgesehen, dass es sich stets um den Löwen und seine Jagdgesellen handelt. Im für die heutige deutschsprachige Fabelforschung maßgeblichen Katalog von G. DICKE und K. GRUBMÜLLER findet sich die im Folgenden zu untersuchende Fabel unter der Nr. 402 als erste von zwei Versionen. Ihr Inhalt wird dort folgenderweise wiedergegeben: Nach gemeinsamer Jagd beansprucht der Löwe die gesamte Beute und lässt seine wehrlosen Jagdgesellen leer ausgehen.
0. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Forschungsziel, die methodische Herangehensweise und den Korpus der zu untersuchenden hochdeutschen Fabelbearbeitungen.
1. Die mittellateinischen Quellentexte: Dieses Kapitel analysiert die lateinischen Grundlagen der Fabel, insbesondere die Romulus-Redaktionen und den Anonymus Neveleti, die als Vorlagen dienten.
2. Die mittelhochdeutschen Fassungen: Das Hauptkapitel untersucht im Detail die verschiedenen deutschsprachigen Versionen, vom Wiener Codex über Boners Edelstein bis hin zum Nürnberger Prosa-Äsop, Codex Karlsruhe und Steinhöwels Esopus.
3. Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse des Vergleichs hinsichtlich Erzählstruktur und Lehrmeinungen in den behandelten Texten systematisch zusammengeführt.
4. Ausblick: Die Fabel vom Löwenanteil in der Fassung vom gelehrigen Fuchs: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Einblick in eine alternative Traditionslinie des Fabelstoffs.
Löwenanteil, Fabel, Mittelalter, Hochdeutsch, Erzählstruktur, Epimythion, Romulus, Anonymus Neveleti, Tierfabel, Literaturgeschichte, Sozialkritik, Ulrich Boner, Heinrich von Mügeln, Steinhöwels Esopus.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der formalen und inhaltlichen Gestaltung der Fabel vom Löwenanteil in hochdeutschen Fassungen des Mittelalters.
Zentrale Themen sind die Textgestalt, die Gliederung der Fabeln, die Charakterisierung der Tierfiguren und die Analyse der moralischen Lehren (Pro- und Epimythien).
Das Ziel ist ein vergleichender Überblick über die Entwicklung und Variation der Fabel in verschiedenen mittelalterlichen Quellen bis zum Jahr 1500.
Es wird eine komparative Literaturanalyse angewandt, die den Textvergleich zwischen lateinischen Vorlagen und hochdeutschen Adaptionen in den Mittelpunkt stellt.
Der Hauptteil analysiert spezifische mittelalterliche Texte wie den Wiener Codex, Boners Edelstein, Werke von Heinrich von Mügeln sowie den Nürnberger Prosa-Äsop und Steinhöwels Esopus.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Löwenanteil, Fabeltheorie, mittelalterliche Didaktik, Editionen des 15. Jahrhunderts und die Intertextualität zwischen lateinischer und deutscher Tradition charakterisieren.
Die Arbeit untersucht, wie die Fabelmoral als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse zwischen Mächtigen und Untertanen genutzt wird.
Diese Fassung stellt eine alternative Version der Fabel dar, die eine andere Erzähltradition und Lehrauslegung aufweist, was den Stoffhorizont der Untersuchung erweitert.
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