Diplomarbeit, 2001
117 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Ältere Menschen und ihre gesellschaftliche Stellung
2.1 Die steigende Anzahl älterer Menschen in hoch entwickelten Gesellschaften
2.2 Die theoretische Auseinandersetzung mit älteren Menschen
2.2.1 Disengagementtheorie
2.2.2 Kontinuitätstheorie
2.2.3 Gegenwärtiger Stand der Theorie
3 Die Bedeutung von Freizeit in hoch entwickelten Gesellschaften
3.1 Die Entwicklung der freien Zeit
3.2 Die Definition von Freizeit
3.2.1 In Abhängigkeit von Arbeit
3.2.2 Als eigener Lebensbestandteil bei Rückgang der Arbeitszeit und im Ruhestand
4 Das Spannungsfeld von Stadt und Land in hoch entwickelten Gesellschaften
4.1 Definition von Stadt in Abgrenzung vom Land
4.1.1 Die Stadt nach Marx
4.1.2 Die Stadt nach Weber und Durkheim
4.1.3 Die Stadt nach der Chicagoer Schule
4.1.4 Die Stadt nach Definition des schweizerischen Bundesamts für Statistik (BfS)
4.2 Die Bedeutung der Stadt in der Gegenwart
4.3 Agglomerationsgemeinden: Gemeindetypus der Zukunft?
5 Anzeichen für einen neuen Umgang mit Freizeit
5.1 Verstädtern die Landgemeinden?
6 Resultate der Untersuchung "Freizeitgestaltung im Alter"
6.1 Hintergrund der Vorläuferuntersuchung
6.2 Untersuchungsgesamtheit
6.3 Rücklauf und Repräsentativität
6.4 Datenaufbereitung
6.5 Gemeindetypen nach dem Bundesamt für Statistik
6.6 Erste Ergebnisse
6.6.1 Demografische Daten
6.6.2 Reisen und Ausflüge
6.6.3 Sport
6.6.4 Vereine und Gruppen
6.6.5 Ehrenamtliche Tätigkeiten
6.6.6 Kursbesuch
6.6.7 Soziale Kontakte
6.6.8 Haushalt
6.6.9 Hobbys
6.6.10 Mediennutzung
6.6.11 Interesse an aktuellen Themen
6.6.12 Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen
6.6.13 Ausbildung und Beruf
6.6.14 Erwerbstätigkeit
6.6.15 Finanzielle Lage
6.6.16 Gesundheit und Mobilität
6.6.17 Selbsteinschätzung
7 Hypothesen
7.1 Individualisierung: Zunahme nichtorganisierter Freizeitaktivitäten
7.2 Individualisierung: Zunahme intrinsisch motivierter Freizeitaktivitäten
7.3 Zukunftsweisendes Freizeitverhalten in Randgemeinden städtischer Ballungsräume
8 Statistische Verfahren
8.1 Faktorenanalyse zur Reduktion der Anzahl zu erklärender Variablen
8.2 Einfaktorielle Varianzanalyse
8.3 Regression
9 Überprüfung der Hypothesen und Resultate
9.1 Faktorenanalyse
9.2 Einfaktorielle Varianzanalyse (ANOVA)
9.3 Regression
10 Diskussion
11 Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit moderne Werthaltungen, die Freizeit als eigenständigen Lebensbereich aufwerten, auch bei älteren Menschen im Kanton Graubünden zu finden sind. Dabei wird erforscht, ob sich durch den sozialen Wandel eine Angleichung des Freizeitverhaltens zwischen städtischen und ländlichen Räumen vollzieht oder ob der Wohnort nach wie vor eine differenzierende Rolle spielt.
3.2.1 In Abhängigkeit von Arbeit
Seit Freizeit zu einem sozialwissenschaftlichen Forschungsgegenstand geworden ist, wurde Freizeit meistens negativ definiert als die Zeit, in der keiner Erwerbsarbeit nachgegangen wird oder in erweiterter Form als Minimalvariante als Zeit, die nicht für Erwerbsarbeit sowie notwendige Alltagsverrichtungen verwendet werden muss. Die verschiedenen Definitionen unterscheiden sich dabei im Detail voneinander, indem je nachdem auch für soziale Aufgaben aufgewendete Zeit zu den Alltagsverpflichtungen gezählt wird. Kolland etwa unterscheidet zwischen Freizeit, die auch physische Notwendigkeiten wie Essen und Schlafen umfasst, und freier Zeit als Restzeitkategorie. Im Prinzip lassen sich unter diesem Gesichtspunkt die verschiedenen Freizeitdefinitionen im Einzelfall kaum objektiv begründen. Allen diesen Definitionen ist aber gemeinsam, dass sie Freizeit in erster Linie als Regenerationszeit verstehen und von Arbeitszeit abhängig machen. Gleichzeitig wird als Arbeit meistens nur definiert, was unmittelbar mit Geldverdienen im Zusammenhang steht.
Eine solche Definition wird dem Umgang mit Freizeit aber nicht in jedem Fall gerecht. So zeigt Stamm, dass Freizeit in der römischen und griechischen Antike nicht einfach das war, was an Zeit nach getanen Verpflichtungen übrig blieb, sondern Freizeit war eigentlicher Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Das lässt sich unter anderem daran festmachen, dass das lateinische Wort für Freizeit "otium" ist, das sich auch mit Musse, Ruhe übersetzen lässt, während die Negation davon, "negotium", für Geschäftstätigkeit steht, die in dieser Formulierung der markierte Sonderfall ist, der sich vom unmarkierten Normalfall der Freizeit ableitet.
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die demografische Alterung in hochentwickelten Gesellschaften und die damit verbundene Notwendigkeit, Freizeitgestaltung nach der Pensionierung neu zu bewerten.
2 Ältere Menschen und ihre gesellschaftliche Stellung: Das Kapitel diskutiert das wandelnde Rollenbild alter Menschen und theoretische Ansätze wie die Disengagement- und Kontinuitätstheorie.
3 Die Bedeutung von Freizeit in hoch entwickelten Gesellschaften: Hier wird der historische Wandel des Freizeitbegriffs und dessen zunehmende Loslösung von der reinen Erwerbsarbeit beleuchtet.
4 Das Spannungsfeld von Stadt und Land in hoch entwickelten Gesellschaften: Diese Analyse beleuchtet theoretische Konzepte zur Stadt-Land-Abgrenzung und die zunehmende strukturelle Angleichung dieser Räume.
5 Anzeichen für einen neuen Umgang mit Freizeit: Dieses Kapitel untersucht die Entwicklung weg von rein regenerativen Freizeitformen hin zu individualisierten Aktivitäten.
6 Resultate der Untersuchung "Freizeitgestaltung im Alter": Der empirische Teil präsentiert die Ergebnisse der Befragung von 983 Personen im Kanton Graubünden zu verschiedenen Freizeitbereichen.
7 Hypothesen: Hier werden zentrale Annahmen zur Zunahme nichtorganisierter und intrinsisch motivierter Freizeitaktivitäten formuliert.
8 Statistische Verfahren: Beschreibung der angewendeten Methoden, insbesondere der Faktorenanalyse zur Reduktion von Variablen.
9 Überprüfung der Hypothesen und Resultate: Detaillierte Darstellung der statistischen Ergebnisse und Prüfung der aufgestellten Hypothesen.
10 Diskussion: Zusammenführung der theoretischen und empirischen Befunde im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen.
11 Ausblick: Vorschläge für weiterführende Studien und Überlegungen zur zukünftigen Bedeutung einer intrinsisch motivierten Freizeitgestaltung.
Gerontosoziologie, Freizeitsoziologie, Stadt-Land-Vergleich, Individualisierung, Wertewandel, Freizeitgestaltung, Pensionierung, empirische Untersuchung, Graubünden, soziale Integration, Lebensqualität, demografische Alterung, Lebenslauf, Arbeitswelt, intrinsische Motivation.
Die Arbeit untersucht das Freizeitverhalten von Personen im Alter von 61 bis 75 Jahren im Kanton Graubünden und analysiert, inwiefern sich dieses Verhalten in Abhängigkeit vom Wohnort (Stadt, Agglomeration, Land) unterscheidet.
Die zentralen Themen umfassen die Gerontosoziologie, die Freizeit- und Arbeitssoziologie sowie die Stadt- und Landsoziologie im Kontext des modernen Wertewandels.
Ziel ist es zu zeigen, ob der Wohnort heute noch signifikanten Einfluss auf die Freizeitgestaltung hat oder ob gesellschaftliche Individualisierungsprozesse zu einer Angleichung der Lebensstile führen.
Die Studie basiert auf einer empirischen, schriftlichen Befragung mit einer Faktorenanalyse zur Variablenreduktion sowie statistischen Verfahren wie Varianzanalyse und Regression zur Hypothesenprüfung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Alters- und Stadtsoziologie sowie eine empirische Auswertung der Befragungsdaten zu verschiedenen Freizeitaktivitäten wie Sport, Reisen, Vereinen und Kursbesuchen.
Die wichtigsten Begriffe sind Gerontosoziologie, Freizeitgestaltung, Individualisierung, Stadt-Land-Vergleich, Wertewandel und soziale Integration im Alter.
Die Studie stellt fest, dass die Unterschiede erstaunlich gering sind und stärker durch Drittvariablen wie Bildung und Alter als durch den Wohnort an sich erklärt werden können.
Intrinsische Motivation – also Tätigkeiten um ihrer selbst willen – gewinnt in der Freizeitgestaltung an Bedeutung, wobei dieser Trend tendenziell in städtischen Milieus etwas ausgeprägter ist.
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