Diplomarbeit, 2003
85 Seiten, Note: 3
1. Einführung und Problemstellung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition von Reputation
2.2 Operationalisierung von Reputation
2.3 Stellenwert der Reputation für Dienstleistungsunternehmen
2.4 Reputationsmanagement
2.4.1 Ziele
2.4.2 Erklärungsansätze
3. Management-Aufgaben und Fehlentscheidungen
4. Konsequenzen für die Einschätzung der Stakeholder
4.1 Einschätzungen der internen Stakeholder
4.1.1 Investoren
4.1.2 Mitarbeiter
4.2 Einschätzungen der externen Stakeholder
4.2.1 Kunden
4.2.2 Gemeinden
4.3 Einschätzungen der institutionellen und sonstigen Stakeholder
4.3.1 Analysten
4.3.2 Medien
5. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen von Management-Fehlentscheidungen auf die Reputation von Unternehmen, wobei insbesondere der strategische Erfolgsfaktor der Reputation für Dienstleistungsunternehmen herausgestellt wird. Ziel ist es, durch die Analyse der Sichtweisen verschiedener Stakeholder-Gruppen aufzuzeigen, wie Fehlentscheidungen das Ansehen eines Unternehmens beeinflussen können.
1. Einführung und Problemstellung
Lange Zeit ignoriert, finden immaterielle Vermögenswerte in den letzten Jahren zunehmende Beachtung im Rahmen der Unternehmenssteuerung. Durch immaterielle Vermögenswerte können Wettbewerbsvorteile erzielt und damit der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmen positiv beeinflusst werden. Manager sollen unternehmerisch planend, organisierend, steuernd und überwachend einen Unternehmenserfolg herbeiführen. Management-Fehlentscheidungen sind oft die entscheidenden Ursachen für das Nichterreichen eines angestrebten unternehmerischen Erfolges. Fehlentscheidungen geschehen unter anderem aus Unkenntnis, Inkompetenz, Kurzsichtigkeit, Selbstherrlichkeit, strategischer und/oder taktischer Fehleinschätzung. Managementfehler werden oft zu spät erkannt, weil erst ein negativer Managementerfolg diese im Nachhinein zutage treten lässt. In gravierenden Fällen können sich Fehlentscheidungen existenzgefährdend auf das Unternehmen auswirken. Der negative Erfolg wird im allgemeinen durch verfehlte monetäre Erfolgsziele deutlich. Fombrun nimmt in diesem Zusammenhang an, dass immaterielle Vermögenswerte den Unternehmen einen dauerhafteren Wettbewerbsvorteil verschaffen können als Patente oder neue Technologien.
Reputation als immaterieller Vermögenswert ist von besonderem Interesse für Dienstleistungsunternehmen wie etwa Unternehmensberatungen, Anwaltskanzleien, Investmentbanken, Krankenhäuser und Universitäten, weil die angebotene Leistung in den meisten Fällen immateriellen Charakter hat. Die angebotenen Leistungen, auch „credence goods“ genannt, werden aufgrund der Vertrauenseigenschaften gekauft beziehungsweise in Anspruch genommen. In den späten achtziger Jahren erkannten die Dienstleistungsunternehmen im Zuge der Globalisierung und ständig wachsendem Wettbewerbsdruck, dass der wirtschaftliche Erfolg stark von ihrer Reputation abhängig ist. Als wesentliche Form von Kapital erkannt, gewann in den neunziger Jahren die Verwertung, Aufrechterhaltung und Verteidigung von Reputation an grundlegender strategischer Bedeutung.
1. Einführung und Problemstellung: Hinführung zur Bedeutung immaterieller Vermögenswerte und Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Erörterung der Reputationsbegriffe, Messinstrumente und der besonderen Bedeutung für Dienstleister sowie die Ziele des Reputationsmanagements.
3. Management-Aufgaben und Fehlentscheidungen: Charakterisierung von Management-Funktionen und des Begriffs der Fehlentscheidung als Krisenursache.
4. Konsequenzen für die Einschätzung der Stakeholder: Detaillierte Untersuchung, wie Fehlentscheidungen die Wahrnehmung durch verschiedene interne und externe Stakeholder-Gruppen beeinträchtigen.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Reputation, Unternehmensreputation, Reputationsmanagement, Management-Fehlentscheidungen, Dienstleistungsunternehmen, Stakeholder, Immaterialität, Integrativität, Prinzipal-Agent-Theorie, Unternehmensimage, Vertrauenskapital, Krisen, Unternehmenserfolg, immaterielle Vermögenswerte, Signaling.
Die Arbeit analysiert, wie strategische Management-Fehlentscheidungen das Ansehen (die Reputation) eines Unternehmens bei unterschiedlichen Anspruchsgruppen (Stakeholdern) nachhaltig beeinflussen.
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Reputation, die spezifischen Anforderungen an das Reputationsmanagement sowie die Auswirkungen von Fehlentscheidungen auf verschiedene Stakeholder-Gruppen.
Ziel ist es, den strategischen Stellenwert der Unternehmensreputation aufzuzeigen und zu verstehen, wie das Management durch erwartungsgetreues Verhalten negative Konsequenzen für das Firmenimage vermeiden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Reputations-Studien und Messkonzepte, ergänzt um Fallbeispiele von Unternehmenskrisen.
Der Hauptteil gliedert sich in Management-Aufgaben bei Fehlentscheidungen und die daraus resultierenden Konsequenzen für interne Stakeholder (Investoren, Mitarbeiter) sowie externe und institutionelle Stakeholder (Kunden, Gemeinden, Analysten, Medien).
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Reputation, Management-Fehlentscheidungen, Stakeholder, Reputationsmanagement und Vertrauenskapital.
Aufgrund der Immaterialität und Integrativität von Dienstleistungen können Kunden die Qualität vorab schwer beurteilen, weshalb die Reputation als entscheidendes Signal für Vertrauenswürdigkeit dient.
Transparenz wird als Zustand definiert, in dem die interne Unternehmensidentität exakt die Erwartungen der wichtigsten Stakeholder widerspiegelt, was zur Absicherung der Reputation beiträgt.
Es beschreibt eine Situation, in der ein Akteur droht, ein für den Partner nachteiliges Verhalten zu zeigen, um daraus einen eigenen Nutzenvorteil zu ziehen, was das Vertrauensverhältnis schädigt.
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