Diplomarbeit, 2003
73 Seiten, Note: 1,7
1 Kneipe als Alltagskultur
2 Kneipe als Kommunikationsfeld
3 Kneipenkommunikation als soziale Unterstützung
3.1 Soziale Unterstützung in Netzwerken
3.2 Soziale Netzwerke
3.3 Einige Anmerkungen zum Thema Alkohol
4 Kneipe und Sozialarbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die soziale Bedeutung der Kneipe als Ort der Alltagskultur und des informellen Austausches zu untersuchen und Anknüpfungspunkte für die lebensweltorientierte Sozialarbeit aufzuzeigen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Funktion der Kneipe als Raum für soziale Unterstützung und deren präventive Bedeutung im Alltag der Stammgäste.
3.1 Soziale Unterstützung in Netzwerken
Kommunikativer Austausch kann als „sozial-interaktive Handlung“ und der Sinn des Austausches als soziale Unterstützung betrachtet werden. „Soziale Unterstützung [besitzt] den Charakter eines transaktionalen, symbolischen Prozesses der wechselseitigen Einflußnahme zwischen zwei oder mehreren Individuen. Analog und digital organisierte Kommunikationsprozesse sollen Nähe herstellen, bestehende Beziehungen definieren und kognitive Unsicherheit reduzieren helfen.“ Deshalb bediene ich mich zur näheren Erklärung der Kneipenkommunikation des Konzeptes der sozialen Unerstützung in sozialen Netzwerken.
Man kann Netzwerke allgemein als Strukturen verstehen, welche die Grundlage für verschiedene Inhalte bilden. Ein solcher Inhalt ist die soziale Unterstützung. Soziales Netzwerk und soziale Unterstützung sind somit zwei verschiedene Konzepte in der Sozialarbeit, die trotzdem voneinander abhängig sind. Die Ordnung in Netzwerken ist abhängig von den Inhalten, die sich darin befinden und umgekehrt. Sie beeinflussen sich ähnlich wie Fluß und Flußbett; das eine kann nicht ohne das andere existieren.
Man kann ein soziales Netzwerk bildhaft als ein Netz beschreiben, bei dem die einzelnen Personen die Knotenpunkte und ihre Beziehungen untereinander die Verbindungslinien zwischen den Knotenpunkten darstellen. Entscheidend ist nun, daß diese Verbindungslinien als ‚Gleisanlagen’ beziehungsweise ‚Förderbänder’ gedacht werden können, auf denen die vielfältigsten alltäglichen Austauschprozesse zwischen Individuen ablaufen. Dieser Austausch findet durch Kommunikation statt, Kommunikation ist also Mittel zum Zweck. Und als Zweck kann die soziale Unterstützung verstanden werden.
1 Kneipe als Alltagskultur: Das Kapitel definiert den Kulturbegriff im Alltagskontext und arbeitet die historische sowie soziale Bedeutung der Kneipe als festen Bezugspunkt in Quartieren heraus.
2 Kneipe als Kommunikationsfeld: Hier wird die Kneipe als spezieller Ort untersucht, der den Übergang zwischen privater Vertrautheit und öffentlichem Raum markiert und soziale Interaktionen außerhalb der eigenen vier Wände ermöglicht.
3 Kneipenkommunikation als soziale Unterstützung: Dieses Kapitel erläutert, wie durch den informellen Austausch in der Kneipe soziale Unterstützung geleistet wird und welche Rolle dabei Netzwerke spielen.
3.1 Soziale Unterstützung in Netzwerken: Die theoretische Verbindung zwischen Netzwerkstrukturen und der Vermittlung von Unterstützung im alltäglichen Interaktionsprozess wird hier grundlegend dargelegt.
3.2 Soziale Netzwerke: Es wird die Differenzierung zwischen primären, sekundären und tertiären Netzwerken vorgenommen, um die Einbettung des Individuums in soziale Gefüge zu verdeutlichen.
3.3 Einige Anmerkungen zum Thema Alkohol: Der Abschnitt betrachtet die Ambivalenz des Alkoholkonsums, der in der Kneipe nicht nur als Gesundheitsrisiko, sondern auch als Mittel zur sozialen Kontrolle und als Bindeglied fungieren kann.
4 Kneipe und Sozialarbeit: Das Kapitel schließt mit einer Analyse, wie Sozialarbeit die stützende Funktion von Quartierskneipen präventiv in der Sozialplanung nutzen kann, statt diese zu dequalifizieren.
Alltagskultur, Soziale Unterstützung, Kneipe, Stammgäste, Soziale Netzwerke, Quartierskneipe, Kommunikation, Sozialarbeit, Sozialraum, Milieusicherung, Soziale Kontrolle, Netzwerkanalyse, Lebensweltorientierung, Informeller Austausch, Kiezstruktur.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen und sozialarbeiterischen Bedeutung der Quartierskneipe als einem zentralen Ort der Alltagskultur und der informellen sozialen Unterstützung.
Die Arbeit verknüpft Konzepte der Alltagskultur, der Kommunikationswissenschaft, der Netzwerktheorie und der Sozialplanung, um die Funktion der Kneipe für ihre Gäste zu analysieren.
Das Ziel ist es, den Stellenwert der Kneipe als einen sozial integrativen Raum aufzuzeigen und zu argumentieren, warum die Sozialarbeit solche gewachsenen Strukturen stärken statt überformen sollte.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse soziologischer und sozialwissenschaftlicher Konzepte, um ihre Argumentation zur Kneipe als Kommunikationsfeld und Netzwerk zu untermauern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Kneipe als Alltagskultur, den kommunikativen Austausch innerhalb der Gaststätte, die Bedeutung sozialer Netzwerke für die Unterstützung der Gäste sowie einen kritischen Blick auf die Rolle der Sozialarbeit im Sozialraum.
Die Begriffe konzentrieren sich auf das Spannungsfeld zwischen individuellem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und den strukturellen Rahmenbedingungen in städtischen Quartieren.
Der Stammtisch dient als geschützter, privater Raum innerhalb der Öffentlichkeit, der durch soziale Kontrolle und Reziprozität Sicherheit und Rückhalt bietet, was die Bewältigung des Alltags erleichtert.
Sie betrachtet den Konsum nicht rein pathologisch, sondern als eine Form sozialer Kommunikation und Ritualisierung, die durch interne soziale Kontrolle innerhalb der Gruppe oft sogar vor dem sozialen Abgleiten bewahren kann.
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