Diplomarbeit, 2003
70 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Faktoren, die auf die Wahlentscheidung wirken
3 Gegenstand und Methoden der Wahlforschung
4 Theoretisch denkbare Effekte veröffentlichter Umfrageergebnisse
4.1 Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung
4.1.1 Mobilisierungseffekt
4.1.2 Lethargieeffekt
4.1.3 Defätismuseffekt
4.2 Auswirkungen auf die Stimmen für eine bestimmte Partei
4.2.1 Anpassungseffekte: Bandwagon-Effekt, Schweigespirale und Last-Minute-Swing
4.2.2 Underdog-Effekt
4.2.3 Taktisches Wählen
4.2.3.1 Fallbeileffekt
4.2.3.2 Leihstimmeneffekt
5 Empirie
5.1 Quantität und Qualität der veröffentlichten Wahlumfragen
5.1.1 Institute in Deutschland
5.1.2 Nachrichtenwert der veröffentlichten Umfrageergebnisse
5.1.3 Entwicklung der Veröffentlichung von Umfrageergebnissen in den Medien
5.2 Wahrnehmung von Wahlumfragen durch die Wähler
5.3 Einfluss der Umfrageergebnisse auf die Wahlbeteiligung
5.4 Einfluss der Wahlumfragen auf die Stimmen für eine bestimmte Partei
5.4.1 Bandwagon-Effekt und Underdog-Effekt
5.4.1.1 Schweigespirale
5.4.2 Taktisches Wählen
5.4.2.1 Leihstimmeneffekt und Fallbeileffekt
5.5 Argumente, die für einen fehlenden Einfluss der Umfrageergebnisse auf die Wahlentscheidung sprechen
6 Manipulation der Wählerschaft durch die Institute
7 Nützlichkeit von Wahlforschung im demokratischen Prozess
8 Fazit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss, den veröffentlichte Ergebnisse von Meinungsumfragen auf das Wahlverhalten der Bürger in der Bundesrepublik Deutschland ausüben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob solche Umfragedaten die Wahlentscheidung und die Wahlbeteiligung tatsächlich beeinflussen oder ob sie lediglich als Rechtfertigungsgrundlage für Institute beziehungsweise als Instrument zur Manipulation wahrgenommen werden.
4.2.1 Anpassungseffekte: Bandwagon-Effekt, Schweigespirale und Last-Minute-Swing
Der aus dem englischen Sprachgebrauch stammende und in die deutsche Literatur übernommene Begriff Bandwagon-Effekt kann auch mit dem deutschen Wort Mitläufereffekt bezeichnet werden. Er beschreibt die Vermutung, dass Teile der Wählerschaft von ihrer ursprünglichen Wahlabsicht abrücken könnten, um ihr Wahlverhalten an jenes der vermeintlichen Mehrheit anzupassen. Die Wähler unterstützen in diesem Fall am Wahltag die in den Umfragen führende Partei beziehungsweise den in den Umfragen führenden Kandidaten.
Hauptmotive für dieses Wahlverhalten könnte zum einen das Verlangen des Einzelnen sein, auf der Siegerseite stehen zu wollen, zum anderen könnte die Auffassung vorliegen, dass die Mehrheit sich nicht irren könne in ihrer Einschätzung, welche die beste Partei sei. Tritt der Bandwagon-Effekt ein, so würde eine vermehrte Veröffentlichung der Wahlforschungsergebnisse die in den Prognosen führende Partei oder Koalition weiter stärken.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Wahleinflussforschung ein und formuliert das Ziel, die Auswirkungen veröffentlichter Umfragen normativ und empirisch zu beleuchten.
2 Faktoren, die auf die Wahlentscheidung wirken: Dieses Kapitel strukturiert die Einflussfaktoren auf das Wahlverhalten anhand soziologischer, sozialpsychologischer und ökonomischer Erklärungsansätze.
3 Gegenstand und Methoden der Wahlforschung: Hier werden zentrale Begriffe definiert und die Stufen der Wahlforschung (Beschreibung, Erklärung, Prognose) erläutert.
4 Theoretisch denkbare Effekte veröffentlichter Umfrageergebnisse: Das Kapitel stellt theoretische Wirkungsmodelle vor, die sowohl die Wahlbeteiligung als auch die spezifische Parteienwahl betreffen.
5 Empirie: Dieser Hauptteil analysiert die Qualität der Umfrageberichterstattung und prüft die theoretischen Wirkungsmodelle anhand empirischer Studien.
6 Manipulation der Wählerschaft durch die Institute: Hier wird der Manipulationsvorwurf kritisch hinterfragt und die Rolle der Institute im Wettbewerb diskutiert.
7 Nützlichkeit von Wahlforschung im demokratischen Prozess: Das Kapitel diskutiert die demokratietheoretische Bedeutung der Wahlforschung als Informationsquelle für den Bürger.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und konstatiert, dass ein direkter, signifikanter Einfluss von Umfragen kaum zweifelsfrei nachzuweisen ist.
Wahlverhalten, Wahlforschung, Meinungsumfragen, Demoskopie, Bandwagon-Effekt, Underdog-Effekt, Schweigespirale, taktisches Wählen, Wahlbeteiligung, Manipulation, Politische Meinungsbildung, Bundesrepublik Deutschland, Wahlprognose, Medienberichterstattung, Rationaler Wähler.
Die Diplomarbeit untersucht, ob und in welcher Weise die Veröffentlichung von Wahlumfrageergebnissen das tatsächliche Wahlverhalten der Bürger in der Bundesrepublik Deutschland beeinflusst.
Die Schwerpunkte liegen auf der Wirkung von Meinungsumfragen auf die Wahlbeteiligung und die Parteienpräferenz sowie der Analyse der Berichterstattung durch Medien und der Rolle der Meinungsforschungsinstitute.
Das primäre Ziel ist die empirische Überprüfung der Frage, ob Wahlergebnisse durch die Veröffentlichung von Umfragen in der Bevölkerung manipuliert oder verändert werden können.
Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, die bestehende Studien aus der Wahlforschung zusammenführt und deren Ergebnisse kritisch diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Wirkungsmodelle (z.B. Bandwagon-Effekt, Schweigespirale) und einen empirischen Teil, der die Wahrnehmung von Umfragen und deren Einfluss bei vergangenen Bundestagswahlen prüft.
Zu den prägenden Begriffen gehören Wahlverhalten, Demoskopie, Bandwagon-Effekt, Underdog-Effekt, taktisches Wählen und die Debatte um die Manipulation der Wählerschaft.
Der Last-Minute-Swing beschreibt das Phänomen, dass sich Wähler kurz vor dem Wahltermin für die Partei entscheiden, die im Stimmungstrend vorne liegt, was als Teil des Bandwagon-Effekts gewertet wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine systematische Manipulation durch Institute aufgrund des Wettbewerbs und der Kontrollfunktion anderer Institute als eher unwahrscheinlich einzustufen ist.
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