Magisterarbeit, 2004
156 Seiten, Note: 1.7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Wahl des Untersuchungsgegenstands
1.3 Fragestellungen und Untersuchungsaufbau
1.4 Strukturierung der Arbeit
1.5 Abgrenzung des Themas
2 Das Fernsehen als Medium der politischen Darstellung
2.1 Zum Begriff des Leitmediums
2.2 Fernsehen unter dem theoretischen Aspekt der Politikvermittlung
2.2.1 Normativer Bezugsrahmen nach Sarcinelli
2.2.2 Politikvermittlungsleistung privater Anbieter
2.3 Nutzungsverhalten und Sichtweisen zu Informationsangeboten
2.4 Bedeutung von Nachrichtensendungen
3 Äußere Einflüsse auf die Politikdarstellung in Fernsehnachrichten
3.1 Die Unterhaltungsfunktion des Fernsehens
3.1.1 Inhaltliche Schwerpunktsetzung in der Programmstruktur
3.1.2 Politische Information im Kontext von Unterhaltungsorientierung und Entpolitisierung
3.2 Berichterstattung unter dem Einfluß der medialen Inszenierung
3.2.1 Zum Verhältnis von Medien und Politik
3.2.2 Politische Adaption und Eigeninszenierung als Wechselwirkung zwischen Politik und Fernsehen
3.3 Fernsehnachrichten im Wettbewerb
4 Innere Bestimmungsfaktoren der Nachrichtenproduktion
4.1 Ereignis und Nachricht
4.1.1 Begriffsbestimmungen
4.1.2 Beziehungsmuster
4.2 Fernsehnachrichten als Produkt
4.2.1 Aufmerksamkeitsregeln und Medienlogik als Selektionskriterien
4.2.2 Theorien der Nachrichtenselektion
4.3 Nachrichtenwert und Nachrichtenfaktoren
4.3.1 Entwicklung der Nachrichtenwerttheorie
4.3.2 Operationalisierung von geeigneten Nachrichtenfaktoren
4.4 Kontext der Nachrichtenwiedergabe bei ‚RTL Aktuell‘
4.4.1 Darstellungsformen und Gestaltungselemente
4.4.2 Die Rolle der Nachrichtensprecher/Moderatoren
4.4.3 Präsentationsweise und Sendungsablauf
5 Überprüfung der theoretischen Befunde am Beispiel von ‚RTL Aktuell‘
5.1 Untersuchungsinstrumentarium
5.2 Methodisches Vorgehen
5.3 Sendeprotokoll ‚RTL Aktuell‘ vom 20.09.2002
6 Auswertung der exemplarischen Sendung
6.1 Formale Sendungsmerkmale
6.2 Inhaltliche Merkmale der politischen Berichterstattung
7 Politik im Fernsehformat: Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung der Befunde dieser Arbeit
7.2 Auswirkungen der fernsehspezifischen Berichterstattung
7.2.1 Boulevardisierung der Berichterstattung
7.2.2 Von der Politikdarstellung zur Politikherstellung
7.2.3 Wie entwickelt sich die politischen Berichterstattung?
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der spezifischen Darstellungslogik des Fernsehens auf die politische Berichterstattung am Beispiel der Nachrichtensendung "RTL Aktuell". Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwieweit innere Faktoren (Nachrichtenproduktion) und äußere Einflüsse (Unterhaltungsfunktion, Wettbewerb, Inszenierung) zu einer Marginalisierung und Boulevardisierung von Politik führen.
1.2 Wahl des Untersuchungsgegenstands
Am Ausgangspunkt der Überlegungen steht die Annahme, daß sich ein privat-kommerzieller Fernsehsender durch die Art und Weise seiner Politikberichterstattung ein spezifisches Politikbild zeichnet. Ursächlich dafür im harten Wettbewerb der Nachrichtensendungen untereinander ist vor allem das Bedienen der eigenen Zuschauerklientel sowie die vordergründig kommerzielle Programmausrichtung. Drei Fixpunkte bilden so den Orientierungsrahmen für die Wahl des Untersuchungsgegenstands:
1. Nachrichtensendung: Die Entscheidung für eine Nachrichtensendung als Untersuchungsgegenstand und damit dem Vorzug gegenüber vergleichbaren Angeboten politischer Informationsvermittlung wurde getroffen, weil, wenn überhaupt, nur hier eine möglichst umfassende Wiedergabe der (tatsächlichen) politischen Geschehnisse, also der politischen Nachrichtenlage, erwartet werden darf. Diese Voraussetzung erfüllt in der Regel nur eine tägliche Nachrichtensendung. Bei den nicht täglich ausgestrahlte Sendungen mit politischen Inhalten handelt es sich in der Regel um keine Nachrichtensendungen, sondern um (Polit-)Magazine oder politische Talks. Diese Sendeformate haben von ihrem inneren Grundaufbau ein völlig anderes Wesen. Sie liefern in der Regel keine tagesaktuelle Berichterstattung. Das Einbringen solcher oder ähnlicher journalistischer Darstellungsformen in eine Nachrichtenanalyse würde jedoch das Gesamtergebnis verfälschen. Folgerichtig konzentriert sich diese Arbeit auf die wichtigste Nachrichtensendung eines Anbieters. In der quotenstärksten Sendezeit im Abendprogramm (Primetime) wird diese als Hauptnachrichtensendung oder auch Abendnachrichten bezeichnet.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Politikdarstellung im Fernsehen unter Berücksichtigung des Wandels zum Unterhaltungsmedium.
2 Das Fernsehen als Medium der politischen Darstellung: Theoretische Einordnung des Begriffs "Leitmedium" und Analyse der Politikvermittlungsleistung im dualen Rundfunksystem.
3 Äußere Einflüsse auf die Politikdarstellung in Fernsehnachrichten: Untersuchung externer Faktoren wie Unterhaltungsfunktion, Wettbewerbsdruck und mediale Inszenierungsprozesse.
4 Innere Bestimmungsfaktoren der Nachrichtenproduktion: Darstellung der internen Mechanismen der Nachrichtenselektion, der Nachrichtenwerttheorie und der formalen Gestaltungselemente.
5 Überprüfung der theoretischen Befunde am Beispiel von ‚RTL Aktuell‘: Vorstellung des methodischen Vorgehens und des Untersuchungsinstrumentariums für die Analyse der exemplarischen Sendung.
6 Auswertung der exemplarischen Sendung: Empirische Analyse der formalen Merkmale und der inhaltlichen Ausrichtung der Berichterstattung vom 20.09.2002.
7 Politik im Fernsehformat: Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Reflexion über zukünftige Tendenzen der Boulevardisierung und Politikherstellung.
Politikberichterstattung, RTL Aktuell, Fernsehnachrichten, Politikvermittlung, Boulevardisierung, Infotainment, Nachrichtenwerttheorie, Medienlogik, Unterhaltungsfunktion, Nachrichtenproduktion, Personalisierung, Mediale Inszenierung, Zuschauerforschung, Politische Kommunikation, Quotendruck.
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss des Fernsehens, insbesondere bei privaten Anbietern, auf die Darstellung politischer Themen und wie diese durch Unterhaltungslogiken geprägt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der Nachrichtenselektion, der Boulevardisierung von Informationen, der Rolle von "Nachrichtenfaktoren" und der Interaktion zwischen Politik und Medien.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie externe und interne Faktoren die politische Berichterstattung verändern und zu einem "Inszenierungsprodukt" führen.
Die Arbeit nutzt eine inhaltsanalytische Betrachtung sowie ein Sendeprotokoll einer exemplarischen Ausgabe von "RTL Aktuell", kombiniert mit einer theoretischen Literaturanalyse.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Nachrichtenwerttheorie und die äußeren wie inneren Einflussfaktoren auf die Nachrichtenproduktion.
Wichtige Begriffe sind Politische Kommunikation, Boulevardisierung, Infotainment, Nachrichtenwerttheorie und Personalisierung.
Als quotenstärkster Nachrichtensender im privaten Sektor dient "RTL Aktuell" als idealer Fall für die Untersuchung kommerziell orientierter Nachrichtenpolitik.
Die Arbeit zeigt, dass Politik zunehmend dazu übergeht, sich medienwirksam zu inszenieren, um in der Informationsflut sichtbar zu bleiben, was zu einer "Politikherstellung" durch die Medien führt.
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