Magisterarbeit, 2004
103 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Einordnung des Bundesverfassungsgerichts in das politische System Deutschlands
3. Wahl der Bundesverfassungsrichter
3.1. Anzahl der Richter in den Senaten und Abstimmungsmodus
3.2. Wählbarkeitsvoraussetzungen
3.3. Amtszeit
3.4. Wahlverfahren
3.4.1. Wahlverfahren im Bundestag
3.4.2. Wahlverfahren im Bundesrat
3.4.3. Vorschlagsrecht des Bundesverfassungsgerichts
3.4.4. Wahl der Präsidenten und stellvertretenden Präsidenten
3.4.5. Ernennung der Richter durch den Bundespräsidenten
3.5. Geübte Wahlpraxis
3.5.1. Geübte Wahlpraxis im Bundestag
3.5.2. Geübte Wahlpraxis im Bundesrat
3.5.3. Absprachen zwischen den Wahlgremien
3.6. Kritik am Wahlverfahren
3.6.1. Kritik am formalen Wahlverfahren
3.6.2. Kritik an der geübten Praxis des Wahlverfahrens
3.6.3. Reformvorschläge
3.6.3.1. Die Gesetzentwürfe der Bundestagsfraktionen von Grünen, Bündnis 90/Die Grünen und PDS zur Reform des Wahlrechts
3.6.3.2. Weitere Reformvorschläge
3.7. Die Wahlen von 1951 bis 2000
3.7.1. Wahl der Verfassungsrichter
3.7.2. Wahl der Präsidenten und stellvertretenden Präsidenten
3.8. Herkunft und Orientierung der Bundesverfassungsrichter
3.9. Einfluss des Wahlverfahrens auf die Rechtsprechung
4. Empirischer Teil: Analyse der abweichenden Meinungen
4.1. Fragestellung
4.1.1. Unabhängige Variable: Parteizugehörigkeit der Verfassungsrichter
4.1.2. Abhängige Variable: Abstimmungsverhalten der Richter bei Sondervoten
4.2. Hypothesen
4.3. Methode
4.4. Zum Institut der abweichenden Meinungen
4.4.1. Historische Entwicklung
4.4.2. Anzahl der abweichenden Meinungen
4.4.3. Abweichende Meinungen als repräsentative Stichprobe der gesamten Rechtsprechung des Gerichts
4.5. Vorstellung der empirischen Ergebnisse
4.5.1. Überprüfung der Hypothesen
5. Fazit: Verfassungsrichter als Veto-Player oder juristische Mediatoren?
6. Ausblick: Ist eine Reform des Wahlverfahrens angezeigt?
7. Anhang
7.1. Richter des Bundesverfassungsgerichts von 1951 bis 2003
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der politischen Herkunft von Verfassungsrichtern auf deren Entscheidungspraxis in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, ob parteipolitische Zugehörigkeiten das Abstimmungsverhalten maßgeblich beeinflussen.
3.6. Kritik am Wahlverfahren
Massive Kritik am Walverfahren für die Bundesverfassungsrichterwahlen hat es seit Bestehen des Gerichts immer wieder gegeben. Auch in jüngster Zeit wurde das Wahlverfahren bemängelt. Dabei lassen sich grob zwei Ansätze der Kritik unterscheiden: Eine, die verfassungsrechtlich ansetzt und vor allem die indirekte Wahl durch den Wahlmännerausschuss des Bundestages ansetzt. Die andere Kritik ist meist verfassungspolitischer Art und bemängelt die geübte Praxis des Wahlverfahrens. Beide Ansätze sollen hier kurz vorgestellt werden.
Die wenigen positiven Stimmen kamen fast ausnahmslos von den Beteiligten am Wahlverfahren (vgl. etwa Erhardt 1985: 38 sowie die Diskussionsbeiträge von Jahn in Frowein, Meyer, Schneider 1973) oder den Verfassungsrichtern selbst: Simon etwa sieht „keine wirklich durchschlagenden Bedenken“ (1994: 1659). Zuletzt haben die Richter Grimm und Kirchhof das praktizierte Wahlverfahren gegen Kritik verteidigt: Durch das Wahlsystem mit qualifizierter Mehrheit, so Grimm, würde verhindert, dass „doktrinäre Parteigänger“ (zitiert nach Kerscher 2000: 6) gewählt würden. Es handele sich bei den Absprachen zwischen den Parteien nicht um einen „Kuhhandel“ (ebd.). Insgesamt habe sich das Wahlverfahren bewährt.
1. Einleitung: Einführung in die Rolle des Bundesverfassungsgerichts, die Kritik am Wahlverfahren und die Zielsetzung der Arbeit.
2. Einordnung des Bundesverfassungsgerichts in das politische System Deutschlands: Analyse des besonderen Status des Gerichts im politischen System und seiner Rolle als Veto-Player.
3. Wahl der Bundesverfassungsrichter: Umfassende Darstellung der formalen Voraussetzungen, des Wahlverfahrens sowie der historisch gewachsenen Wahlpraxis und Kritik daran.
4. Empirischer Teil: Analyse der abweichenden Meinungen: Quantitative und qualitative Untersuchung des Abstimmungsverhaltens der Richter anhand von Sondervoten zur Überprüfung der Hypothesen.
5. Fazit: Verfassungsrichter als Veto-Player oder juristische Mediatoren?: Zusammenfassende Bewertung der Rolle der Richter und des Einflusses der Parteizugehörigkeit auf die Rechtsprechung.
6. Ausblick: Ist eine Reform des Wahlverfahrens angezeigt?: Kritische Prüfung von Reformvorschlägen und deren Tauglichkeit zur Verringerung des Parteieneinflusses.
7. Anhang: Dokumentation der Richter des Bundesverfassungsgerichts von 1951 bis 2003.
Bundesverfassungsgericht, Richterwahl, Wahlverfahren, Sondervoten, Abstimmungsverhalten, Parteizugehörigkeit, Rechtsprechung, Veto-Player, juristische Mediatoren, Gewaltenteilung, Reformvorschläge, Bundesrat, Bundestag, Wahlausschuss, politische Herkunft.
Die Arbeit untersucht, ob die politische Herkunft und Parteizugehörigkeit der Richter am Bundesverfassungsgericht deren Entscheidungspraxis beeinflussen.
Im Zentrum stehen das Wahlverfahren für Bundesverfassungsrichter, die Kritik an der geübten Wahlpraxis sowie die empirische Analyse des Abstimmungsverhaltens der Richter.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer quantitativen und qualitativen Analyse der Sondervoten zwischen 1970 und 2002 zu prüfen, ob Richter vorrangig nach Parteilinien entscheiden oder als unabhängige Akteure agieren.
Die Arbeit nutzt die "Block-Analyse", eine aus der US-Forschung stammende Methode, um Übereinstimmungen im Abstimmungsverhalten von Richtern zu identifizieren und Gruppenbildungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung des Wahlverfahrens, eine kritische Auseinandersetzung mit der gelebten Praxis und den empirischen Teil, in dem die Sondervoten analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bundesverfassungsgericht, Richterwahl, Sondervoten, Parteizugehörigkeit, Veto-Player und juristische Mediatoren.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Gericht zwar oft als "juristischer Mediator" agiert, jedoch in stark politisierten Fragen oder bei bestimmten Konstellationen institutionell in die Rolle eines Veto-Players gedrängt werden kann.
Der Autor ist skeptisch gegenüber den meisten Reformvorschlägen, da diese oft neue Nachteile (wie die Beschädigung des Ansehens der Kandidaten durch Hearings) bergen, ohne den Parteieneinfluss grundlegend zu eliminieren.
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