Diplomarbeit, 2004
121 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Wie die Welt in den Kopf kommt – psychologisch-physiologische Aspekte der Wahrnehmung
2.1 Neurone und Synapsen
2.2 Wege der Wahrnehmung
2.2.1 Visuelle Wahrnehmung – Sehen
2.2.2 Akustische Wahrnehmung – Hören
2.2.3 Haptische Wahrnehmung – Fühlen
2.3 Die Einheit der Wahrnehmung – Kohärenz
2.4 Pädagogische Perspektiven
2.4.1 Lerntypen
2.4.2 Lernbiografien und Lebenslanges Lernen
3 Was der Kopf mit der Welt macht – Lernen und Gedächtnis
3.1 Belohnungssystem „Dopamin“
3.2 Synaptische Langzeitpotenzierung/ -hemmung
3.3 Hippocampus
4 Zusammenschau: Wie lernt der Mensch?
5 Bedingungen und Voraussetzungen des Lernens Erwachsener heute – Zwei Zeitdiagnosen
5.1 Biografische Zeitdiagnose
5.2 Gesellschaftliche Zeitdiagnose
6 Der didaktische Entwurf des Konstruktivismus
6.1 Grundzüge der Entwicklung erwachsenenpädagogischer Didaktik seit 1970 nach Rolf ARNOLD
6.2 Schlüsselqualifikationen in der Erwerbsarbeit
6.3 Konstruktivistische Didaktik – eine Bestandsaufnahme
6.3.1 Erkenntnistheoretische Aspekte
6.4 Grundpositionen konstruktivistischer Didaktik nach K. Reich
6.4.1 Konstruktion von Wirklichkeit
6.4.2 Re-Konstruktin von Wirklichkeit
6.4.3 De-Konstruktion von Wirklichkeit
6.4.4 Einige Grundannahmen über das konstruktive Lernen
6.5 Didaktische Perspektiven nach H. Siebert – Vernetztes Lernen
6.5.1 Psychologik – elementare Erfahrungen und Zugänge
6.5.2 Sachlogik – elementare Strukturen und Wahrheiten
6.5.3 Handlungslogik – elementare Lern- und Handlungswege
6.6 Zusammenfassung
7 Zwischenbilanzen
7.1 Neurobiologische Anmerkungen zum Konstruktivismus-Begriff nach W. SINGER
7.2 Wissenschaftstheoretische Vorbemerkungen – eine Auswahl
8 Informelles Lernen als Grundform des lebenslangen Lernens Erwachsener
8.1 Das Paradigma des lebenslangen Lernens – eine Annäherung
8.2 Das Informelle Lernen als Grundform des Lebenslangen Lernens
8.3 Neues Lernen – Neue Lernorte? Ästhetik als pädagogische Tugend
9 Die Lernarchitektur der Stadtbücherei Münster
9.1 Die Entwicklung der Typologien von Bibliotheken in der Geschichte der Renaissance bis heute
9.2 Die Stadtbücherei Münster
9.2.1 Die Bücherei im städtebaulichen Kontext
9.2.2 Das äußere Erscheinungsbild
9.2.3 Das innere Erscheinungsbild
9.3 Die Stadtbücherei im Dialog zwischen pädagogischen und narrativen Programmen
9.4 Zusammenfassung
10 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Dialog zwischen den Neurowissenschaften und der Erziehungswissenschaft im Kontext des informellen Lernens Erwachsener. Ziel ist es, neurobiologische Lernmechanismen in didaktische Konzepte – insbesondere des Konstruktivismus – zu übersetzen und exemplarisch an der Lernarchitektur der Stadtbücherei Münster anzuwenden.
3.1 Belohnungssystem „Dopamin“
Kürzlich spielte ich mit meinem Neffen Tobias (3 ½ Jahre alt) und mit meiner kleinen Nichte Jasmin (3 Jahre alt) „Kinder-Memory“ – eine Variation des berühmten Legespiels aus dem Ravensburger-Verlag mit einfachen, kindgerechten Motiven. Jasmin hatte die Spielregel – eben zwei zueinander passende Karten zu finden – noch nicht so ganz genau heraus, so dass ich ihr noch helfen musste. Doch so nach und nach klappte es ganz gut, zumal das Pärchen-Finden mit Abnahme der Spielkartenzahl sich vereinfachte. Beide Kinder freuten sich jedesmal auf’s Neue, wenn sie passende Kartenpaare gefunden haben, mit lautem Jubel und Händeklatschen.
Prof. Henning SCHEICH lehrt und forscht am Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg. Sein Forschungsanliegen war und ist, herauszufinden, in welchen neurobiologischen Mechanismen der Mensch lernt. Die Ergebnisse der Pisa-Studie scheinen ihn und seinem Team in der Suche nach einer „Neurodidaktik“ anzuspornen, weshalb er von vielen pädagogischen Institutionen als Fachreferent für schulische Lernförderung aus neurowissenschaftlicher Perspektive gewonnen wird. Vielleicht liefern seine Entdeckungen nicht nur Anregungen für das Lernen und Lehren mit (Vor-)Schulkindern, sondern auch Impulse für das Lernen Erwachsener:
Eine mongolische Wüstenrennmaus wird in einer Shuttlebox einem Lernexperiment unterzogen. Unter Anwendung der Microdialyse wird die Ausschüttung von Dopamin im Mäusehirn gemessen. Die Elektrode befindet sich unmittelbar auf/in der relevanten Hirnregion. Die Maus soll lernen, einem auf ein Tonsignal folgenden Elektroschock am Boden der Box durch Überspringen der Hürde zu meiden.
1 Einführung: Die Arbeit führt in das Thema ein, indem sie eine Brücke zwischen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und erziehungswissenschaftlichen Diskursen schlägt.
2 Wie die Welt in den Kopf kommt – psychologisch-physiologische Aspekte der Wahrnehmung: Dieses Kapitel erläutert die neuronalen Mechanismen der Informationsaufnahme über die Sinne und deren Bedeutung für das Lernen.
3 Was der Kopf mit der Welt macht – Lernen und Gedächtnis: Hier werden zentrale Lernmechanismen wie das Dopamin-Belohnungssystem und die synaptische Plastizität dargestellt.
4 Zusammenschau: Wie lernt der Mensch?: Eine Synthese, die verdeutlicht, dass Lernen ein hochgradig individueller, durch Selbstorganisation geprägter Prozess ist.
5 Bedingungen und Voraussetzungen des Lernens Erwachsener heute – Zwei Zeitdiagnosen: Die Arbeit analysiert den Wandel von Biografien und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für das Lernen im Erwachsenenalter.
6 Der didaktische Entwurf des Konstruktivismus: Dieser Abschnitt überträgt konstruktivistische Ansätze auf die erwachsenenpädagogische Didaktik und thematisiert Konzepte wie die Ermöglichungsdidaktik.
7 Zwischenbilanzen: Es erfolgt eine Reflexion der vorangegangenen Kapitel aus neurobiologischer und wissenschaftstheoretischer Perspektive.
8 Informelles Lernen als Grundform des lebenslangen Lernens Erwachsener: Dieses Kapitel definiert und analysiert das informelle Lernen als wesentlichen Bestandteil des lebenslangen Lernens.
9 Die Lernarchitektur der Stadtbücherei Münster: Die Arbeit schließt mit einer praktischen Anwendung: Die Stadtbücherei Münster wird als Lernarchitektur analysiert, die informelles Lernen unterstützt.
10 Schluss: Die Arbeit fasst ihre zentralen Thesen zusammen und formuliert Forderungen an die künftige Gestaltung von Lernumgebungen.
Informelles Lernen, Erwachsenenbildung, Neurowissenschaften, Konstruktivismus, Lernarchitektur, Stadtbücherei Münster, Dopamin, Gedächtnis, Wahrnehmung, Lebenslanges Lernen, Handlungskompetenz, Didaktik, Selbstgesteuertes Lernen, Synaptische Plastizität, Bildung.
Die Diplomarbeit widmet sich dem Dialog zwischen Neurowissenschaften und Erziehungswissenschaften, um ein besseres Verständnis für informelles Lernen Erwachsener zu entwickeln.
Zentrale Felder sind die neurophysiologischen Lernvorgänge im Gehirn, die didaktischen Ansätze des Konstruktivismus sowie die Gestaltung von Lernumgebungen in Bibliotheken.
Das Ziel ist die theoretische Fundierung und praktische Anwendung didaktischer Konzepte, die das Lernen Erwachsener basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen optimieren.
Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch, die neurowissenschaftliche Studien mit erwachsenenpädagogischen Konzepten verknüpft und diese an der Fallstudie der Stadtbücherei Münster validiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wahrnehmungsprozessen, Mechanismen von Lernen und Gedächtnis, die Bedeutung des Konstruktivismus sowie die Analyse von Bibliotheken als Lernarchitekturen.
Begriffe wie "Kopflandschaften", "Konstruktivismus", "Informelles Lernen", "Synaptische Plastizität" und "Lernarchitektur" bilden das Fundament der Arbeit.
Das Dopamin-System wirkt als Belohnungsmechanismus, der die Motivation steuert und so einen wesentlichen Beitrag zur Festigung von Verhaltensstrategien während des Lernens leistet.
Die Stadtbücherei dient als praktisches Beispiel für eine Lernarchitektur, in der architektonische Gestaltung und bibliothekarisches Programm aktiv informelles und selbstgesteuertes Lernen fördern.
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