Diplomarbeit, 2000
99 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Die Ikonografie des Taufortes in der Antike
2.1 Der Taufort im frühen Christentum
2.2 Das Taufhaus von Kal’at Sim’ân in Zentralsyrien
2.3 Frühchristliche Dokumente zur Feiergestalt der Taufe
3 Die Typologie des Taufortes /-gerätes in der Geschichte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
3.1 Der geschichtliche Befund
3.2 Zusammenschau
4 Die Entwicklung der Ausgestaltung des Taufortes nach dem II. Vatikanischen Konzil
4.1 Das erneuerte Verständnis der Taufe nach dem Konzil
4.2 Problemanalyse
5 Die Typologie nachkonziliarer Tauforte
5.1 Die architektonische Dimension des Rituals
5.2 Der Taufort der St. Christophorus Pfarrei in Westerland /Sylt
5.3 Der Taufort der St. Hedwig Pfarrei in Paderborn – Auf der Lieth
5.4 Der Taufort der St. Bruno Pfarrei in Düsseldorf-Unterrath
5.5 Gestaltungsprobleme des Taufortes
5.6 Exkurs: Die Gestaltung ausgewählter Tauforte in den USA
5.7 Zusammenfassung
6 Möglichkeiten der zeitgemäßen Gestaltung des Taufortes in einem bestehenden Kirchenraum
6.1 Die Pfarrkirche St. Joseph in Stadtlohn – Ist-Zustand
6.2 Die Pfarrkirche St. Joseph in Stadtlohn – Kann-Zustand
6.3 Optionen für die Feiergestalt der Kinder- und Erwachsenentaufe
7 Zukünftige Aufgaben der neuen Tauforte
7.1 Taufgedächtnis im Sonntagsgottesdienst
7.2 Krankensalbung
7.3 Begräbnisliturgie und Friedhofsgestaltung
7.4 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Typologie und Gestaltung von Tauforten im historischen Wandel bis zur heutigen Zeit, um daraus Rückschlüsse für eine praxisgerechte und theologisch fundierte Neugestaltung des Taufortes in bestehenden Kirchenräumen zu ziehen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein Taufort als "Ort des Lebens" gestaltet sein muss, um die liturgischen Anforderungen des II. Vatikanischen Konzils sowie die Bedürfnisse einer missionarisch orientierten Pastoral zu erfüllen.
Die Ikonografie des Taufortes in der Antike
Der Normalfall einer Taufe im frühen Christentum war die Erwachseneninitiation, also eine Tauffeier verbunden mit Geistsendung („Firmung“) und Ersteucharistie mit der Gemeinde. Der „Normalfall“ Erwachseneninitiation wurde im Laufe der Geschichte – darauf werde ich noch genauer eingehen – durch die Säuglingstaufe abgelöst. Betrachtet man aber die aktuellen Taufstatistiken deutscher Bistümer, so ist heute – neben stagnierenden Zahlen der Säuglings- bzw. Kindertaufe – ein vermehrtes Aufkommen der Erwachsenentaufe einschließlich katechumenaler Vor- und Nachbereitung in den letzten zehn Jahren zu erkennen. Dieser Befund führt zu der Fragestellung, wie ein Taufort, an dem bisher durchweg Säuglinge getauft wurden, dementsprechend praxisgerecht gestaltet werden kann. Die Praxis der frühen Kirche kann hier durchaus Anregungen für eine angemessene Gestaltung bringen.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die liturgietheologische Relevanz des Taufortes als "Lebensmittel" des Menschen und als Ort der Eingliederung in das Paschamysterium.
2 Die Ikonografie des Taufortes in der Antike: Dieses Kapitel analysiert frühchristliche Taufpraktiken und Architekturbeispiele, insbesondere das Taufhaus von Kal’at Sim’ân, als Paradigma für eine ganzheitliche Initiation.
3 Die Typologie des Taufortes /-gerätes in der Geschichte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts: Es wird die geschichtliche Entwicklung vom komplexen Baptisterium hin zur Minimalisierung des Taufsteins im Zuge der Klerikalisierung und Ritualisierung aufgezeigt.
4 Die Entwicklung der Ausgestaltung des Taufortes nach dem II. Vatikanischen Konzil: Die Liturgiereform wird als Wendepunkt diskutiert, der zu einer neuen Wertschätzung der tätigen Teilnahme und der Taufe als feierliche Wegmarke führt.
5 Die Typologie nachkonziliarer Tauforte: Anhand ausgewählter moderner Beispiele aus Deutschland und den USA werden konkrete architektonische Umsetzungen und ihre Wirkung auf die Gemeinde kritisch beleuchtet.
6 Möglichkeiten der zeitgemäßen Gestaltung des Taufortes in einem bestehenden Kirchenraum: Das Kapitel bietet am Beispiel der Pfarrkirche St. Joseph in Stadtlohn praxisnahe Entwürfe und Optionen für eine Taufraumgestaltung unter Berücksichtigung der aktuellen Taufpraxis.
7 Zukünftige Aufgaben der neuen Tauforte: Der Abschluss skizziert pastoral-liturgische Perspektiven, wie der Taufort in die sonntägliche Eucharistie, die Krankensalbung und die Begräbnisliturgie mystagogisch eingebunden werden kann.
Taufe, Taufort, Baptisterium, Initiationsliturgie, Taufpiscina, Liturgiereform, II. Vatikanisches Konzil, Katechumenat, Raumgestaltung, Pastoraltheologie, Sakramentenpastoral, Mystagogie, Wasser, Immersionstaufe, Klerikalisierung
Die Arbeit befasst sich mit der theologischen Bedeutung und der baulichen Gestaltung des Taufortes als zentralem Element christlicher Initiationsliturgie.
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Taufarchitektur, den Anforderungen des II. Vatikanischen Konzils sowie konkreten Entwürfen für die Taufpastoral in modernen Pfarreien.
Das Ziel ist es, den Taufort nicht mehr als isoliertes Objekt, sondern als lebendigen "Ort des Lebens" zu begreifen, der den rituellen Vollzug der Taufe (auch von Erwachsenen) optimal unterstützt.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der Liturgiewissenschaft, Kirchenbaugeschichte, Semiotik und pastoralsoziologische Analysen miteinander verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die konziliaren Grundlagen, konkrete Architekturbeispiele moderner Tauforte und die kritischen Herausforderungen bei deren Gestaltung.
Wesentliche Begriffe sind Initiationsliturgie, Taufpiscina, Immersionstaufe, mystagogische Seelsorge und die "Lex vivendi" als Lebensform der Christen.
Der Autor argumentiert, dass die bauliche Gestaltung (z. B. Begehbarkeit des Beckens) den rituellen Vollzug (Performanz) und damit das psychologische Erleben von Sterben und Auferstehen mit Christus maßgeblich steuert.
Die USA werden als Vorbild genannt, da dort der Erwachsenenkatechumenat zu experimentierfreudigeren und pastoral intensiveren Taufraumgestaltungen geführt hat, die als Anregung für deutsche Pfarreien dienen können.
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