Diplomarbeit, 2001
81 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 VORGEHENSWEISE
1.3 BEGRIFFLICHES
2 DIE DISKUSSION UM DEN ZINS
2.1 DER ZINS IN DER ANTIKE
2.1.1 Aristoteles und das antike Griechenland
2.1.2 Das Römische Reich
2.2 DER ZINS IM JUDENTUM
2.3 DER ZINS IM CHRISTENTUM
2.3.1 Entwicklung des christlichen Zinsverbotes
2.3.2 Scholastische Zins- und Wucherlehre
2.4 DIE FREIWIRTSCHAFTSTHEORIE
2.4.1 Die Freigeldtheorie
2.4.2 Freigeldexperimente
3 DER ISLAM: EIN ÜBERBLICK
3.1 EINFÜHRUNG IN DEN ISLAM
3.1.1 Der Koran (al-Qur´¡n)
3.1.2 Sunna und ®ad¢
3.1.3 Die fünf Säulen des Islam
3.1.4 Die ºar ´a
3.2 DAS ISLAMISCHE RECHTSSYSTEM
3.2.1 Quellen des islamischen Rechts
3.2.2 Rechtsschulen
3.2.3 Wirtschaftsrecht
4 DIE ISLAMISCHE WIRTSCHAFTSORDNUNG
4.1 HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER ISLAMISCHEN WIRTSCHAFTSORDNUNG
4.2 ETHISCHE UND MORALISCHE PRINZIPIEN ALS BASIS DER ISLAMISCHEN WIRTSCHAFTSORDNUNG
4.2.1 tau®d
4.2.2 ¶il¡fa
4.2.3 Prinzip der Nicht-Schädigung
4.2.4 Prinzip der sozialen Gerechtigkeit
4.3 ISLAMISCHE EIGENTUMSVORSTELLUNGEN
4.3.1 Entstehung von Eigentum
4.3.2 Verwendung von Eigentum
4.3.3 Eigentum an Produktionsmittel
4.4 DAS ZAK¡T-GEBOT
4.5 DAS ZINSVERBOT
4.5.1 Der Zinsbegriff im Islam: Rib¡
4.5.2 Das Zinsverbot im islamischen Recht
4.5.3 Argumente gegen den Zins
4.6 DIE ISLAMISCHE ALTERNATIVE: „ISLAMIC BANKING“
4.6.1 Historische Entwicklung
4.6.2 Die Praxis
5 SCHLUß
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die islamische Wirtschaftsordnung und das darin enthaltene Zinsverbot vor dem Hintergrund philosophischer und religiöser Konzepte zu untersuchen. Sie analysiert, wie sich der Islam in Bezug auf wirtschaftliche Disziplinen wie das Islamic Banking positioniert und inwiefern ein zinsloses Finanzsystem als Alternative zum westlichen Modell fungieren kann.
2.1.1 Aristoteles und das antike Griechenland
Sowohl jüdische als auch christliche aber ebenso moderne Konzepte über das Zinsverbot sind alle beeinflußt von der aristotelischen Argumentation über die Sterilität des Geldes. Aristoteles (384-322 v. Chr.) und sein Lehrer Platon (427-347 v. Chr.) waren die ersten namhaften Vertreter eines Zinsverbotes.
Die Argumente des Aristoteles sollen hier im folgenden wiedergegeben werden. Ihr Ausgangspunkt liegt in der Vorstellung Aristoteles‘ von der zweifachen Verwendungsart einer Sache, die er anhand eines Schuhes beispielhaft verdeutlicht:
„Nehmen wir nun für ihre Betrachtung folgenden Ausgangspunkt. Die Benutzung eines jeden Besitztums ist eine doppelte, und beide Male wird das Besitztum als solches, aber nicht als solches in der gleichen Weise benutzt, sondern die eine Art von Benutzung ist die dem Gegenstand eigentümliche, die andere nicht, z.B. den Schuh kann man benutzen zum Anziehen, aber auch als Tauschmittel. Denn beides sind wirklich Benutzungsweisen des Schuhs, insofern auch der, welcher einem anderen, der eines Schuhs bedarf, einen solchen für Geld oder Lebensmittel zum Tausch gibt, damit den Schuh als Schuh benutzt, aber nicht in der demselben eigentümlichen Benutzungsweise, denn nicht zu dem Zweck ist der Schuh gemacht, als Tauschmittel zu dienen. Und ebenso verhält es sich mit allen anderen Besitzstücken“ (ARISTOTELES 1994:62).
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung und Vorgehensweise bei der Untersuchung der islamischen Wirtschaftsordnung.
2 DIE DISKUSSION UM DEN ZINS: Historischer Überblick über Zinskritik und Zinsverbote in Antike, Judentum, Christentum sowie die Freiwirtschaftstheorie.
3 DER ISLAM: EIN ÜBERBLICK: Einführung in den Islam, seine zentralen Glaubensquellen, das Rechtssystem und die fünf Säulen des Glaubens.
4 DIE ISLAMISCHE WIRTSCHAFTSORDNUNG: Analyse der ethischen Prinzipien, Eigentumsvorstellungen, des Zakat-Gebots und der Umsetzung des Zinsverbots durch Islamic Banking.
5 SCHLUß: Synthese der Ergebnisse und Schlussbetrachtung zur Relevanz islamischer Wirtschaftsmodelle.
Islamische Wirtschaftsordnung, Zinsverbot, Riba, Islamic Banking, Zakat, Wirtschaftsethik, Muarabah, Freiwirtschaftstheorie, Eigentum, Scholastik, Geldtheorie, Finanzsystem, Wirtschaftsrecht.
Die Arbeit untersucht die islamische Wirtschaftsordnung unter besonderer Berücksichtigung des Zinsverbots und dessen theoretischer sowie praktischer Einordnung.
Die Themen umfassen die Geschichte der Zinskritik, die Grundlagen der islamischen Religion und Jurisprudenz sowie die moderne Praxis islamischer Finanzinstitute.
Das Ziel ist es, das islamische Zinsverbot vor dem Hintergrund philosophischer und religiöser Konzepte neutral darzustellen und in den Kontext anderer ökonomischer Ansätze zu setzen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-theoretische Analyse, die verschiedene ökonomische Konzepte (Scholastik, Freiwirtschaft, islamische Ökonomik) gegenüberstellt und vergleicht.
Im Hauptteil werden neben den historischen Wurzeln des Zinsverbots die ethischen Prinzipien (z.B. Tauhid, Hilafa) des Islams sowie die konkreten Finanzinstrumente wie Mudaraba und Murabaha erläutert.
Wesentliche Begriffe sind Riba, Zakat, Islamic Banking, islamische Wirtschaftsordnung und das Prinzip des gerechten Preises.
Es gilt als zentrales Charakteristikum, das sicherstellen soll, dass Vermögen nicht durch bloße Kapitalanhäufung, sondern durch produktive Arbeit und soziale Verantwortung entsteht.
Im Gegensatz zum zinsbasierten Kredit, bei dem ein fester Gewinn vorbestimmt ist, basiert Mudaraba auf einer Gewinn- und Verlustbeteiligung zwischen Kapitalgeber und Unternehmer.
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