Magisterarbeit, 2003
106 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Mediengeschichte und –gebrauch
2.1 Was sind Medien?
2.2 Entstehungsgeschichte des Medium Fernsehens
2.3 Das Medium Fernsehen innerhalb der Familie
2.4 Zeitverwendung von und Zeitstrukturierung durch Medien
2.5 Programmvorlieben
2.6 Mediennutzung als Haupt- oder Nebentätigkeit
2.7 Einflussfaktoren auf das Medienverhalten
3. Sozialisation
3.1 Geschlechtsspezifische Sozialisation
3.2 Wahrnehmungsentwicklung bei Kindern
3.3 Mediale Sozialisation
4. Geschlechterrollen
4.1 Geschlechtsstereotypen
4.2 Geschlechtstereotypen in den Medien
5. Kinderprogramme
5.1 Geschichte der Kinderprogramme
5.1.1 Die Anfänge
5.1.2 Die 60er, 70er und 80er Jahre
5.1.3 Die 90er
5.1.4 Die öffentlich- rechtlichen und die privaten Anbieter und ihr Kinderprogramm
5.2 Geschlechterverhältnis in Kinderprogrammen
5.2.1 Männliche Figuren und ihre Darstellung in Kinderprogrammen
5.2.2 Weibliche Figuren und ihre Darstellung in Kinderprogrammen
5.2.3 Der Wandel des Mädchenbildes
5.2.4 Der Wandel des Blickes auf Geschlechter stereotype am Beispiel der „Teletubbies“
5.3 Geschlechterdarstellung in Kinofilmen für Kinder
5.3.1 Harry Potter
5.3.2 Pippi Langstrumpf
5.3.3 Zusammenfassung
5.4 Geschlechterdarstellung in Zeichentrickfilmen
5.4.1 He-Man
5.4.2 Die Schlümpfe
6. Geschlechtsspezifische Verhaltenskonzepte und Leitbilder für Jungen und Mädchen
6.1 Geschlechtsspezifische Präferenzen und warum Kinder Zeichentrickfilme schauen
6.2 Verschiedene Serienarten
6.2.1 Serien über den „bewegten Alltag“
6.2.2 Serien über die „gerechten Kämpfe“
6.2.3 Serien über „kleine Abenteuer“
6.2.4 Zusammenfassung
6.3 Worauf Mädchen ihren Fokus legen
6.3.1 Die Leitbilder für Mädchen
6.3.1.1 Die Schönheit
6.3.1.2 Die Braut
6.3.1.3 Die Fügsame
6.3.1.4 Die Mütterliche
6.3.1.5 Die Frau
6.4 Worauf Jungen ihren Fokus legen
6.4.1 Die Leitbilder für Jungen
6.4.1.1 Der einsame Wolf
6.4.1.2 Der kleine Gendarm
6.4.1.3 Das edle Phantom
6.4.1.4 Das schlaue Kerlchen
6.4.1.5 Der gute Freund
6.4.1.6 Der kribblige Späher
6.5 Zusammenfassung: Was suchen und finden Mädchen und Jungen in Zeichentrickfilmen?
7. Schlussbemerkung
8. Literaturverzeichnis
Diese Magisterarbeit untersucht die Rolle des Mediums Fernsehen im Sozialisationsprozess von Kindern und analysiert, wie Geschlechterrollen in Kindersendungen dargestellt werden und welche spezifischen Leitbilder Jungen und Mädchen angeboten werden.
6.4.1.3 Das edle Phantom
Aus dem Verborgenen tut das edle Phantom Gutes. Es ist eigentlich ein Einzelgänger, aber es hat sich in den Dienst einer Gemeinschaft gestellt und primär für diese wird es aktiv. Selbstlos hält es sich im Hintergrund, bleibt unsichtbar und wird oft nicht einmal von denen, für die es sich einsetzt, erkannt. Die Mittel, mit denen es seine Aufgaben erfüllt, sind vielfältig: Stärke und Geschicklichkeit, übermenschliche Fähigkeiten, Waffen und technische Gerätschaften, aber auch Intelligenz und List verhelfen ihm zum Erfolg.
Für Jungen ist die Vorstellung, dass sie in Verkleidung und somit ihre Identität verbergen können, äußerst reizvoll. Sie fühlen sich dann als unbesiegbarer, starker und mächtiger Held, der seinen Feinden gegenübertreten kann ohne dass diese ihn erkennen können. Dieses Motiv „des gut verborgenen und perfekt getarnten Kämpfer für das Gute“, findet sich bei „Spiderman“ wie auch bei „Batman“ oder „Superman“. Diese Helden haben alle gemeinsam, dass nur sehr wenige bzw. keiner ihre wahre Identität kennt. Sie kämpfen inkognito gegen das Böse, ihr häufig gewalttätiges Eingreifen erscheint für Kinder legitim zu sein, da sie damit die Ruhe und Ordnung wieder herstellen. Diese Abstraktion des Verbergens der eigenen Identität ist bei Vorschuljungen noch von geringer Bedeutung. Sie verstehen diese Tarnung als schlichte Notwendigkeit. Der Wunsch die eigenen Gefühle und Vorstellungen vor der Außenwelt zu verbergen bietet den Jungen dieses Leitbild. Verbunden mit diesem Wunsch ist meist das Gefühl, dass sie sich von ihrer Umwelt unverstanden fühlen und sich deshalb auch keinem anvertrauen. Sie verbannen ihr Selbst in ihre Phantasie, da diese in der Wirklichkeit keine Chance zur Entfaltung hat.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die allgegenwärtige Bedeutung von Medien und stellt die Forschungsfrage nach deren Einfluss auf die geschlechtsspezifische und mediale Sozialisation von Kindern.
2. Mediengeschichte und –gebrauch: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert des Fernsehens, die historische Entwicklung sowie Faktoren der Fernsehnutzung innerhalb der Familie und bei Kindern.
3. Sozialisation: Hier werden theoretische Grundlagen zur Sozialisation, insbesondere zur geschlechtsspezifischen Prägung und der Rolle der Medien als Sozialisationsinstanz, diskutiert.
4. Geschlechterrollen: Das Kapitel analysiert die Konzepte von Geschlechterrollen und Stereotypen und deren Übermittlung durch Massenmedien.
5. Kinderprogramme: Ein historischer Abriss der Kinderprogramme und eine detaillierte Analyse der Darstellung von Geschlechterverhältnissen, inklusive Fallbeispielen wie Harry Potter oder den Teletubbies.
6. Geschlechtsspezifische Verhaltenskonzepte und Leitbilder für Jungen und Mädchen: Dieser Hauptteil untersucht die unterschiedlichen Präferenzen von Jungen und Mädchen bei Serienarten und definiert spezifische Leitbilder, an denen sich Kinder orientieren.
7. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass das Medium Fernsehen stark traditionelle Rollenbilder vermittelt, die Kinder in ihrem Alltag internalisieren.
8. Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der für die Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Sozialisation, Fernsehen, Mediennutzung, Geschlechterrollen, Geschlechterstereotype, Kinderprogramm, Zeichentrick, Leitbilder, Identifikation, geschlechtsspezifische Erziehung, Mediensozialisation, Kindheit, Geschlechtsidentität, Fiktion, Realität.
Die Arbeit analysiert, wie das Medium Fernsehen den Sozialisationsprozess von Kindern beeinflusst und welche Rolle dabei die Darstellung von Geschlechterrollen spielt.
Die Themenfelder umfassen den Medienkonsum von Kindern, die Entstehungsgeschichte des Kinderfernsehens sowie die psychologische und soziologische Perspektive auf geschlechtsspezifische Identitätsentwicklung.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Geschlechter in Kindersendungen dargestellt werden und welche Leitbilder Jungen und Mädchen dadurch für ihre eigene Identitätsfindung angeboten bekommen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Studien zur Mediennutzung und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse über Sozialisation und Geschlechterrollen zusammenführt.
Der Hauptteil widmet sich der Analyse verschiedener Kinderprogramme und Zeichentrickserien sowie der Identifikation spezifischer Leitbilder für Mädchen und Jungen.
Sozialisation, Fernsehen, Geschlechterrollen, Kinderprogramm, Zeichentrick, Leitbilder, geschlechtsspezifische Erziehung.
Pippi Langstrumpf wird als unabhängiges und selbstbewusstes Mädchen dargestellt, das traditionelle weibliche Rollenmuster durchbricht, indem es Kompetenz und eigenständiges Handeln zeigt.
Die Leitbilder bieten Jungen Orientierungspunkte für Männlichkeit, wie etwa Stärke, Kampfbereitschaft oder das Bedürfnis nach Sicherheit, die sie in ihre Phantasiewelten integrieren, um sich in ihrer Umgebung zu behaupten.
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